Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Sportliche Impulsgeberin

Eine Frau trainiert im Fitnessstudio
Die Leidenschaft für den Sport führte Rebecca Gronauer zum Beruf der Sport-und Fitnesskauffrau.
Foto: Martin Rehm

Sport- und Fitnesskauffrau

Sportliche Impulsgeberin

Rebecca Gronauer (24) hat ihre Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau in einem EMS Trainingsstudio bei Augsburg absolviert. Direkt im Anschluss übernahm sie die Leitung einer Außenstelle.

Sport ist ihre Leidenschaft, aber Sportwissenschaften oder Sportökonomie studieren wollte sie nach ihrer fachgebundenen Hochschulreife nicht: „Nach so viel Theorie wollte ich gerne etwas Praktisches machen und bin auf die Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau gestoßen. Das ist primär eine kaufmännische Ausbildung, die zwar auf die Sportbranche zugeschnitten ist, aber andere Branchen nicht ausschließt“, erzählt Rebecca Gronauer. Auch eine Fitnesstrainerausbildung wäre möglich gewesen: „Aber ich wollte einen sportlichen Beruf, der vielseitig ist und den ich auch noch ausüben kann, wenn ich älter bin.“

Ein Studio, das zu ihr passt

Ein Porträt-Foto von Rebecca Gronauer

Rebecca Gronauer

Foto: privat

Vor ihrer Ausbildung hat sie selbst viel Zeit in Fitnessstudios verbracht – unter anderem Fitnessboxen und Yoga trainiert. Einen passenden Ausbildungsbetrieb zu finden, in dem sie sowohl kaufmännische Aufgaben übernehmen als auch in den regulären Sportbetrieb eingebunden sein würde, war gar nicht so einfach. Fündig wurde sie bei 20one, einem Studio bei Augsburg, das auf EMS-Training spezialisiert ist.

EMS steht für „Elektro Muskel Stimulation“: „Die Muskulatur wird mithilfe von elektrischen Impulsen stimuliert. Damit das funktioniert, legt der Trainierende einen hautengen Funktionsanzug an, eine verkabelte Weste, einen Hüftgurt sowie Manschetten an den Oberarmen und Oberschenkeln“, erläutert die 24-Jährige. Als Trainerin gibt sie Anweisungen und reguliert die Stromintensität für die einzelnen Körperregionen über ein Kontrollpanel. „Verschiedene Muskelgruppen werden für einige Sekunden gezielt angespannt und anschließend wieder entlastet.“ Wer meint, er könne mithilfe von EMS schweißfrei und mit wenig Anstrengung einen durchtrainierten Körper erreichen, der irrt. „Durch die intensive Anspannung mit zusätzlicher Stromzufuhr ist jedoch ein kurzes Work-out auf der Fläche absolut ausreichend“, erklärt Rebecca Gronauer. Anders als in Fitnessstudios, wo Mitglieder auch alleine trainieren können, wird beim EMS jeder Kunde individuell betreut.

Von Training bis Teampflege

Für ihren Arbeitsalltag bedeutet die intensive Betreuung, dass sie Kunden im 30-Minuten-Takt anleitet. Jeder Kunde hat feste Termine und etwas andere Schwerpunkte. Sie betreut junge Mütter, beruflich stark eingespannte Menschen und auch Sportler, die EMS zusätzlich zu ihrem Trainingspensum nutzen. Je nach Kunde baut sie Kniebeugen, Ausfallschritte, Übungen mit Medizinbällen oder Bodenübungen mit ein.

Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung konnte Rebecca Gronauer eine spezielle EMS Schulung absolvieren und im Trainerteam mitarbeiten. Über die Berufsschule in Günzburg konnte sie zudem eine B-Trainerlizenz erwerben, die breites Basiswissen in den Bereichen Trainingslehre, Gerätetraining, Sportmedizin und Ernährung vermittelt.

Was sie an ihrem Beruf schätzt, ist die Abwechslung: Neben der Arbeit als Trainerin spricht sie Kundentermine ab, arbeitet an der Theke, betreut Azubis, plant den Personaleinsatz und überlegt sich Werbeaktionen. „Wir haben zwei Studios mit sechs bis sieben Trainern. Teampflege, Mitgliederbeiträge verwalten, Tageskasse, aber auch das Ausarbeiten von neuen Flyern oder Presseartikeln – es steht immer was auf dem Plan.“

Und irgendwann hatte sie auch wieder Lust auf Theorie: „Ich habe berufsbegleitend an der IHK Akademie meinen Wirtschaftsfachwirt draufgesattelt, um meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse zu erweitern.“

abi>> 23.11.2018