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Zwischen Tierfriedhof und Haustier-Check

Eine Tierärztin behandelt ein Pferd.
Bei der Arbeit im Veterinäramt müssen unter anderem tierische Nebenprodukte überwacht und landwirtschaftliche Betriebe kontrolliert werden.
Foto: Armin Weigel

Tierärztin beim Veterinäramt

Zwischen Tierfriedhof und Haustier-Check

„Ordnungshüterin“ zum Wohl von Mensch und Tier: Sandra Starke ist amtliche Tierärztin im Veterinäramt der Stadt Köln. Die 37-Jährige kümmert sich unter anderem um illegal eingeführte Tiere und sorgt dafür, dass sich keine Seuchen verbreiten.

Dies ist ein sehr abwechslungsreicher Job, der mir eine enorm breite Mischung an Aufgaben bietet“, erzählt die 37-Jährige. So ist sie rund 40 Prozent ihrer Arbeitszeit im Außendienst unterwegs. Dann besucht sie beispielsweise Pferdehalter, die mit ihren Tieren ins Ausland reisen und dafür eine Gesundheitsbescheinigung benötigen.

Außerdem sind Sandra Starke und ihre Kollegen für die Überwachung tierischer Nebenprodukte zuständig. „Das betrifft alle Betriebe, die mit Erzeugnissen tierischen Ursprungs arbeiten.“ Darunter fallen etwa Heimtierfutterbetriebe, Tierfriedhöfe und Biogasanlagen. Ein weiterer Aspekt ist die Kontrolle landwirtschaftlicher Betriebe und sonstiger Nutztierhalter. „Geflügelhöfe sowie Rinder- und Schweinehalter gibt es in Köln zwar wenige, dafür aber zahlreiche Pferdehalter, Imker und Hobby-Geflügelhalter.“

Öffentliches Interesse ist bei Seuchen groß

Ein Porträt-Foto von Sandra Starke

Sandra Starke

Foto: privat

Wichtig ist außerdem die Kontrolle illegal eingeführter Tiere. „Viele bringen sich aus dem Urlaub einen Hund mit oder kaufen im Internet ein Haustier, das die Anbieter aus dem Ausland eingeführt haben.“ Häufig fehle dann die Tollwutimpfung oder andere gesetzliche Vorgaben seien nicht erfüllt. Solche Tiere werden sichergestellt und in Quarantäne gebracht. Manchmal entdecken Zollbeamte am Flughafen diese Tiere oder die Polizei erwischt einen Transporter voller Hunde. Häufig geben aber auch Nachbarn oder Tierärzte einen Tipp.

Das öffentliche Interesse an der Arbeit eines Veterinäramtes ist vor allem bei Krisen groß – beispielsweise wenn es eine Seuche gibt, zum Beispiel die Schweinegrippe. „Daher sind vorbeugende Maßnahmen im Bereich der Tierseuchenbekämpfung so wichtig“, sagt Sandra Starke. Schließlich gehe es darum, gesundheitliche Gefahren für die Tierbestände abzuwehren und damit den Verbraucherschutz zu gewährleisten und hohe ökonomische Schäden abzuwenden.

Lebensmittelrecht statt Pferdepraxis

Wie viele andere Menschen landete Sandra Starke eher zufällig in ihrem jetzigen Job. 2003 begann sie an der Justus-Liebig-Universität im hessischen Gießen ihr Studium der Tiermedizin. „Ich bin schon immer viel geritten und war sehr tieraffin“, erinnert sie sich. Zunächst dachte sie daher noch, dass sie gern in eine Pferdepraxis gehen würde. Doch das änderte sich bald: „Während des Studiums spielte der Bereich Lebensmittelrecht eine immer größere Rolle. Das interessierte mich sehr.“ Deswegen entschloss sie sich, nach Studienende ihre Doktorarbeit im Institut für Tierärztliche Nahrungsmittelkunde in Gießen zu absolvieren.

Gegen Ende der Doktorarbeit bekam sie eine befristete Teilzeitstelle an der Grenzkontrollstelle am Flughafen Köln/Bonn, wo sie Einfuhrkontrollen von Lebensmitteln und Erzeugnissen tierischen Ursprungs durchführte. Nach einiger Zeit ergab sich dort dann die Möglichkeit, Stunden aufzustocken und im Veterinäramt im Bereich der Lebensmittelüberwachung zu arbeiten. Das machte ihr viel Spaß, allerdings waren diese Stellen immer befristet.

Mit Referendariat zum Wunschjob

„Ich habe gemerkt, dass ich mit einem zweijährigen Veterinärreferendariat bessere Chancen auf eine unbefristete Stelle haben würde und damit dann eventuell auch verbeamtet werden kann“, erinnert sie sich. Daher absolvierte sie dies von 2012 bis 2014. Neben umfangreichen Theorieblöcken in den Bereichen Verwaltung, Tierseuchen, Tierarzneimittel, Lebensmittel, Tierschutz und Futtermittel durchlief sie im Referendariat auch praktische Stationen, wie beispielsweise Veterinäramt, Untersuchungsamt und Schlachthof.

Tatsächlich klappte es nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats schon bald mit dem Wunschjob in Köln: Seit drei Jahren arbeitet Sandra Starke inzwischen beim Veterinäramt im Bereich Tierseuchenbekämpfung. Und ist dort glücklich: „Dies ist für mich ein sehr spannender Job.“

abi>> 19.11.2018