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„Gutes Gefühl, Tieren zu helfen“

Eine Frau prüft das Gebiss eines Hundes.
Die Liebe zu Tieren ist für viele Menschen eine große Motivation, Tierarzt zu werden.
Foto: Christof Stache

Tierarzt

„Gutes Gefühl, Tieren zu helfen“

Beratung, OPs, Dokumentation: Marten Eichlers Tätigkeiten als Tierarzt sind vielfältig. Der 32-Jährige ist bei der AniCura-Tierklinik im brandenburgischen Potsdam angestellt.

Sein Berufswunsch stand früh fest: „Ich werde Tierarzt“, war sich Marten Eichler bereits als Teenager sicher. Damals, als er gerade in der neunten Klasse war, erkrankte seine Katze so schwer, dass er sie in eine Tierklinik nach Potsdam brachte. Ihn beeindruckte, wie die Ärzte dort arbeiteten und er fasste deswegen den Entschluss, selbst Tiermediziner zu werden. Tatsächlich ist er mittlerweile bei genau dieser Tierklinik angestellt: der AniCura Potsdam GmbH.

„Für mich hat der Beruf des Tierarztes gleich mehrere spannende Aspekte“, sagt der 32-Jährige. „Entscheidend ist dabei natürlich die Liebe zu Tieren, ohne die geht in diesem Job nichts. Es ist ein gutes Gefühl, Tieren helfen zu können.“ Er selbst wuchs auf einem Hof in Brandenburg auf, wo die Familie auch Schafe und Kaninchen hielt. „Außerdem reizen mich die Naturwissenschaften: Ich möchte wissen, warum und wie etwas funktioniert.“

Mit ersten Jobs in den Beruf hineingeschnuppert

Ein Porträt-Foto von Marten Eichler

Marten Eichler

Foto: B. Gassal

Tatsächlich hielt Marten Eichler mit viel Ausdauer an seinem Berufsziel fest. Schon während der Schulzeit jobbte er in den Ferien immer wieder in der Tierklinik und absolvierte nach dem Abitur 2006 dort zunächst eine Ausbildung zum Tiermedizinischen Fachangestellten. „Ich wollte etwas Bodenständiges machen und schauen, ob das wirklich die richtige Richtung für mich ist.“ Das war es, also studierte er an der Freien Universität Berlin noch Tiermedizin. „Die Ausbildung hat mir beim Studium geholfen, weil ich wusste, was auf mich zukommt und ich schon einiges an Fachwissen mitbrachte.“

Neben dem Studium jobbte Marten Eichler als studentische Hilfskraft weiterhin an der Tierklinik in Potsdam. Hinzu kamen Pflichtpraktika, unter anderem in einer Tierarztpraxis, im Veterinäramt und einem Schlachthof. Außerdem standen Pflichtdienste in der Uni-Klinik auf dem Programm.

2016 schloss er sein Studium erfolgreich ab – und meisterte den Berufseinstieg. „Ich hatte mich bei mehreren Tierkliniken beworben und einige Angebote bekommen“, sagt er. Darunter war auch „seine“ Klinik in Potsdam, für die er sich letztendlich entschied. „Die Konditionen waren gut, und ich wollte gerne in meiner Heimat bleiben.“

Vielfältige Aufgaben in der Klinik

In der Klinik fallen für Marten Eichler viele unterschiedliche Aufgaben an. „In der freien Sprechstunde kommen Halter mit ihren Tieren, die ich untersuche, behandle oder an einen Spezialisten weiterleite.“ Meist geht es dabei um Hunde und Katzen, aber ebenso um Meerschweinchen, Kaninchen und eher selten um Vögel und Exoten. „An einem OP-Tag wiederum habe ich mehrere verschiedene Operationen nacheinander.“

Außerdem ist der 32-Jährige für die Betreuung der stationären Patienten mit zuständig; bis zu 30 Tiere kann die Klinik beispielsweise nach Operationen stationär aufnehmen. Hinzu kommen organisatorische Aufgaben: Krankenberichte und Rücküberweisungen schreiben, Befundbesprechungen mit dem Besitzer des Tieres und Mitorganisation im Praxisalltag, zum Beispiel wenn es um die Neuanschaffung von Medikamenten geht.

„In einer Klinik hat man ein breiteres Spektrum an Erkrankungen sowie Versorgungs- und Behandlungsmöglichkeiten als in einer Praxis“, sagt Marten Eichler. Schließlich werden die Tiere dort stationär und intensivmedizinisch betreut. Das erfordert ein breit gefächertes Spezialwissen durch die vielen Kolleginnen und Kollegen. Dementsprechend ist das Team aus Ärzten, Tiermedizinischen Fachangestellten und Laborfachkräften groß. „Man kann sich schnell untereinander Rat holen und sich gegenseitig helfen“, erklärt Marten Eichler.

Rückblickend hat ihm das Studium viel geholfen, vor allem aufgrund der vielen praktischen Einsätze, die vorgesehen waren. Sein Vorteil beim Berufseinstieg war, dass er das Team und die Abläufe in der Klinik schon gut kannte. „Dennoch ist es etwas ganz anderes, eigenverantwortlich praktisch zu arbeiten – man muss das Handwerk erst erlernen.“ Überhaupt sei Tierarzt eine Profession, in der man sich permanent weiterbilden und über neue Entwicklungen informieren müsse.

Eine Tätigkeit mit Herausforderungen

„Das ist ein sehr schöner Beruf, der aber auch zeitintensiv und anstrengend ist“, sagt Marten Eichler. Jeder Tag sei anders, er wisse nie, was ihn erwartet. „Man muss geistig belastbar sein, schnell umschalten können und im Notfall innerhalb von Sekunden eine Entscheidung treffen.“ Körperlich gebe es ebenfalls Herausforderungen zu meistern, beispielsweise wenn ein schlafender, 80 Kilogramm schwerer Hund getragen werden muss. „Ich würde mich aber nie anders entscheiden; für mich ist das eine sehr bereichernde Arbeit.“

Als nächstes möchte Marten Eichler seinen Fachtierarzt für Kleintiere machen. Dafür muss er unter anderem vier Jahre in der Klinik arbeiten. Auch danach würde er gern erst einmal in Potsdam bleiben. „Ich sehe mich hier durchaus noch einige Zeit in der Klinik“, blickt er in die Zukunft.

abi>> 13.11.2018