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Tierischer Einsatz in Labor und OP

Eine junge Frau untersucht einen Hund.
Knochenbrüche, Bisswunden, Kastrationen – die Patienten kommen aus unterschiedlichsten Gründen in die Tierklinik.
Foto: Nancy Heusel

Tiermedizinischer Fachangestellter

Tierischer Einsatz in Labor und OP

In der Tierklinik Lüneburg werden vor allem Kleintiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen behandelt. Um die tierischen Patienten kümmert sich unter anderem Lars Hasse (25), der als Tiermedizinischer Fachangestellter vor allem bei Operationen mitwirkt.

Die Patienten der Tierklinik kommen mit Knochenbrüchen, Bisswunden und für Kastrationen. Häufig müssen sie operiert werden. Lars Hasse bereitet diese Operationen vor, indem er die Tiere an der zu operierenden Stelle großflächig rasiert und desinfiziert. Währenddessen überwacht er die CO2-Kurve und Herzfrequenz der Tiere in der Narkose und assistiert den operierenden Tierärzten. Während der Behandlung reicht er die nötigen Instrumente an oder tupft Blut weg. „Eine Operation kann schon mal vier Stunden dauern, und man muss die ganze Zeit voll konzentriert sein“, erklärt er. Ist die OP abgeschlossen, reinigt und sterilisiert er Instrumente und Geräte, außerdem widmet er sich der hygienischen Säuberung der Räume.

Immer wieder treffen Notfälle in der Tierklinik ein. Dann kommt es darauf an, dass in brenzligen Situationen alle Handgriffe sitzen, Lars Hasse ruhig und fokussiert bleibt. „Unsere Tätigkeitsfelder sind zwar genau aufgeteilt, trotzdem muss jeder Tiermedizinische Fachangestellte alles können und sehr gut Bescheid wissen, weil Notfälle jederzeit auftreten können und dann auch mal Planungen kippen“, lautet seine Erfahrung.

Proben untersuchen im Labor

Ein Porträt-Foto von Lars Hasse

Lars Hasse

Foto: Privat

Aber nicht nur im OP, auch im Labor kommt der Tiermedizinische Fachangestellte regelmäßig zum Einsatz. Dort untersucht er beispielsweise Blutproben, um die Ärzte bei der Diagnose zu unterstützen. „Ein Differential-Blutbild kann schon Hinweise auf bestimmte Erkrankungen der Tiere geben, zum Beispiel bei Infektionen oder einer Anämie, also Blutmangel. Aber auch die Blutgerinnung lässt sich testen, zum Beispiel bei Vergiftungen.“ Die Körperausscheidungen werden wiederum untersucht, um Parasiten oder andere Bakterien im Körper der Tiere nachzuweisen.

In seinem Beruf müsse er die Augen überall haben, sagt Lars Hasse – und auch organisatorische Aufgaben übernehmen. „Ich muss wissen, wie der Ultraschall funktioniert, und immer im Blick haben, was auf der Station gerade geschieht. Dazu gehört auch die Anmeldung neuer Patienten. Hier geht es vorrangig um die Abrechnung und Termine“, sagt er. Außerdem muss der 25-Jährige auch nachts und am Wochenende ran.

Traumberuf Tierarzt

Medizin hat Lars Hasse schon immer interessiert. „Im Zivildienst nach dem Abitur bin ich mit Rettungssanitätern im Krankenwagen gefahren. Tiere zu behandeln, reizte mich aber noch mehr: Sie können nicht selbst mitteilen, was ihnen fehlt, die diagnostischen Mittel stammen aber aus der Humanmedizin: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) für genaue Untersuchungen des Körpers zum Beispiel. Hier wollte ich tätig werden“, sagt er.

Und wenn alles klappt, wird er das bald als angehender Tierarzt. Die Ausbildung, die er in der Tierklinik 2014 abgeschlossen hat, nutzte Lars Hasse nämlich als Möglichkeit zur Überbrückung der Wartezeit auf einen Studienplatz. Wenn er mit dem Studium beginnt, weiß er schon, dass Tiere behandeln nicht immer Eitel Sonnenschein ist: „Man sollte sich nicht vor Körperflüssigkeiten ekeln. Und muss ein Tier eingeschläfert werden, gehört es natürlich dazu, sich um Besitzer zu kümmern“, zählt er auf. „Das Schöne am Beruf ist hingegen, dass ich Leben rette. Das ist toll, weil Tiere mehr denn je als Familienmitglieder wahrgenommen werden.“

abi>> 23.10.2015