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Helfen mit Herz und Verstand

Detailaufnahme: Eine Frau massiert Hände und Arme eines Bewohners.
Julius Thume sorgt dafür, dass die Bewohner die bestmögliche Betreuung bekommen.
Foto: Axel Jusseit

Pflegemanager

Helfen mit Herz und Verstand

Die Arbeit mit Menschen liegt Julius Thume (30) am Herzen. Das merkte er vor allem während seines Zivildienstes in einer Tagespflege und entschied sich, beruflich den Weg in die Pflege zu beschreiten – von der Ausbildung über das Studium bis zu seiner jetzigen Stelle als Pflegemanager.

Für sein Wunschstudium Pflege- und Gesundheitsmanagement musste der damalige Abiturient eine abgeschlossene und fachlich passende Ausbildung vorweisen. In Coesfeld nahe Münster fand er eine Ausbildungsstelle zum Altenpfleger im Seniorenstift Alte Weberei.

Statt größtenteils mit fitten Senioren, wie im Zivildienst in der Tagespflege, hatte Julius Thume nun mit Bewohnern in vollstationärer Pflege zu tun und war regelmäßig mit dem Tod konfrontiert: „Dir wachsen die Menschen ans Herz und jeden Monat hast du mindestens einen Verlust zu verkraften – das ist nicht leicht“, erklärt er. Um nicht an der seelischen Belastung der Arbeit zu verzweifeln, müsse man einen Ausgleich finden: „Bei mir waren das Laufen und Mountainbike fahren“, sagt der 30-Jährige.

Auch die Gespräche mit Kollegen halfen ihm – und vor allem eines: „In diesem Beruf erfährt man so viel Wertschätzung von den Bewohnern. Manchmal geht das im Stress unter. Aber wenn man bemerkt, wie dankbar jemand ist für die Hilfe oder für ein offenes Ohr, ist das ein schönes Gefühl“, erklärt Julius Thume.

Vom Azubi zur Führungskraft

Ein Porträtfoto von Julius Thume

Julius Thume

Foto: privat

In seiner Ausbildung lernte er die Altenpflege von der Pike auf: die Grundpflege mit Körperpflege und Ernährung, die Krankheits- und Medikamentenlehre speziell für ältere Menschen, die Anatomie und nicht zuletzt die Betreuung der Bewohner. Arbeitszeiten mit Nacht- und Wochenendschichten sind als Altenpfleger üblich und manches Mal anstrengend, „doch dafür kann man durch die Zulagen als Azubi gutes Geld verdienen“, findet er.

Nach erfolgreichem Abschluss schrieb sich der Altenpfleger an der Fachhochschule Münster für das Bachelorstudium in Pflege- und Gesundheitsmanagement ein. „Im Studium ging es um Führungsarbeit, etwa Mitarbeiterführung und -entwicklung, Kommunikation, Rechnungswesen und Qualitätsmanagement“, erzählt er. In Praxisphasen konnte er das Erlernte bei seinem einstigen Ausbildungsbetrieb einsetzen, etwa für die Entwicklung eines Assessment-Centers für Pflegefachkräfte.

Mit dem Bachelor in der Tasche hängte Julius Thume den Master „Management in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen“ an. Auch hier war ihm die Praxis wichtig: „Im Seniorenstift bemühte ich mich um eine Teilzeitstelle während des Masters, um später einen leichteren Wiedereinstieg zu haben“, betont er. Die Rechnung ging auf, denn seine vertieften Kenntnisse in Personalwesen, BWL und Co konnte der 30-Jährige unmittelbar nach dem Studium als festangestellter Pflegemanager in der Einrichtung einsetzen.

Auf sein Gegenüber einlassen

Heute sind es mehr als 200 Mitarbeiter des Seniorenstifts und drei weiterer stationärer Einrichtungen, die Julius Thume betreut. Als Pflegemanager schult er das Personal in Bereichen des Qualitätsmanagements oder neuen Vorgaben wie der entbürokratisierten Pflegedokumentation, ist aber auch Ansprechpartner bei Fragen aller Art. „Ich bin Vermittler zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern. Für ein gutes Miteinander ist es enorm wichtig, sich auf sein Gegenüber einzulassen“, findet der 30-Jährige, der sich derzeit für seine Promotion mit der Frage beschäftigt, wie sich die richtige Art der Führung positiv auf die Pflegequalität auswirkt.

Und egal, ob Leiter einer Einrichtung oder Pfleger: „Ich kann dieses Berufsfeld jedem empfehlen, der ein ehrliches Interesse an Menschen hat und mit Herz und Verstand in seinem Beruf weiterkommen möchte“, sagt er.

abi>> 02.03.2017