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Vom psychologischen Wissensdurst getrieben

Die Krankenschwester sitzt im Schwesternzimmer der Station und dokumentiert die Krankenakte der Patientin.
In der psychologischen Forschung gleicht kein Tag dem anderen: Oft stehen spannende Konferenzen an, Studierende werden betreut oder eigene Projekte realisiert.
Foto: Isabella Fischer

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Vom psychologischen Wissensdurst getrieben

Dr. Kai Horstmann arbeitet am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität (HU) zu Berlin – und zwar als wissenschaftlicher Mitarbeiter. abi» hat der 29-Jährige erzählt, was seinen Beruf so abwechslungsreich macht und welche Herausforderungen er mit sich bringt.

In einer eigenen Praxis Menschen therapieren? Unternehmen mit psychologischem Know-how zu einem erfolgreichen Personalmanagement verhelfen? Oder als Psychotherapeut in einer Klinik arbeiten? Alles spannende mögliche Einsatzfelder für Psychologen. Kai Horstmann aber hat es in die Forschung und Lehre gezogen. „Das Feld der Psychologie ist wahnsinnig groß und es sind längst noch nicht alle Rätsel rund um das menschliche Erleben und Verhalten gelöst. Meine Motivation für diesen Beruf ist definitiv das Weiterlernen wollen“, begründet der 29-Jährige, der den Bachelor in Psychologie an der Georg-August-Universität Göttingen und den Master an der HU absolviert hat.

Breites Aufgabenportfolio

Ein Porträt-Foto von Dr. Kai Horstmann

Dr. Kai Horstmann

Foto: privat

Schon während des Masterstudiums öffnete sich für ihn die Tür zur Lehre: Erst wurde er Tutor für den Statistikkurs, es folgte die Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut, dann das Angebot eines Professors, bei ihm zu promovieren – der Start seiner Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Seine Dissertation zum Thema „The Interplay of Personality, Situations, Affect, and Behavior“ (zu Deutsch: „Das Zusammenspiel von Persönlichkeit, Situationen, Affekt und Verhalten“) hat er 2018 fertiggestellt.

Seinen Arbeitsalltag beschreibt Kai Horstmann schmunzelnd als „flexibel und stressig“. Flexibel, weil es den klassischen Arbeitstag nicht gibt: Manchmal ist er unterwegs auf Konferenzen, wie zuletzt in Vietnam, an anderen Tagen arbeitet er ausschließlich an seinen Projekten. Das heißt, er analysiert Daten, schreibt Artikel für Fachmagazine oder erstellt Präsentationen. Dann wiederum gibt es Tage, an denen er in Vorlesungen oder Seminaren vor den Studierenden steht oder diese betreut, zum Beispiel beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten. Aktuell überabeitet er zwei seiner Manuskripte, die zuvor von anderen Wissenschaftlern kritisch unter die Lupe genommen worden sind. Ein üblicher Vorgang, bevor ein Artikel veröffentlicht wird. In einem geht es etwa darum, wie sich verschiedene Menschen in ähnlichen Situationen verhalten.

Viel Arbeit, viel Flexibilität

Stressig ist der Beruf, weil lange Arbeitszeiten und Überstunden Usus sind: „Darauf muss man sich schon einstellen.“ Auf der anderen Seite kann er sich seine Zeit häufig frei einteilen. „Wenn ich zum Beispiel am Wochenende arbeite, kann ich mir problemlos den Freitag freinehmen.“
Bei so gut wie allen wissenschaftlichen Mitarbeitern steht der Wunsch nach einer Professur bei den Zukunftsplänen ganz oben. Allerdings ist der Konkurrenzkampf um die wenigen Professorenstellen groß. „Doch obwohl das Bild des wissenschaftlichen Mitarbeiters aufgrund der Arbeitszeiten, dem hohen Druck und der in der Regel kurzen Verträge nicht gerade gut ist, bereue ich nicht, diesen Weg eingeschlagen zu haben. Es ist ein wirklich toller Beruf.“

abi>> 24.06.2019