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In der Eisenbahnwelt

Szene auf einer Modelleisenbahn.
Von der Modelleisenbahn zur Praxis: Früher spielte Michael Lange mit kleinen Lokomotiven aus Blech, heute ist er als Assistent des Eisenbahnbetriebsleiters tätig.
Foto: André Deco

Assistent des Eisenbahnbetriebsleiters

In der Eisenbahnwelt

Für den passionierten Eisenbahn-Fan Michael Lange (41) war schon früh klar, dass er auch beruflich etwas mit Zügen machen wollte. Seine kaufmännische Ausbildung im Speditionsbereich hat ihm dafür die Tür geöffnet.

Mit einer Modelleisenbahn fing alles an. Die hatte Michael Lange als Kind von seinem Opa geerbt und stundenlang mit ihm daran gebastelt. Er sammelte Hefte über Lokomotiven und Züge und unternahm mit der Familie Dampfbahnfahrten in seiner Heimatregion rund um Jena. Schnell stand für ihn fest: „Mein Hobby Eisenbahn will ich zum Beruf machen.“ Er informierte sich über die verschiedenen Möglichkeiten, unter anderem bei der Berufsberatung seiner örtlichen Agentur für Arbeit.
Besonders interessierte sich Michael Lange für Studiengänge im Verkehrswesen. Nach einem Tag der offenen Tür an der Technischen Universität Dresden entschied er sich, dort Verkehrswirtschaft zu studieren. Nach einigen Semestern musste er das Studium aber aufgrund seiner Noten abbrechen. An seinem Berufswunsch änderte das jedoch nichts, weshalb er nach Alternativen suchte.

Umzug für die Ausbildung

Er stieß auf die Stellenanzeige einer Eisenbahngesellschaft aus dem Bereich Güterverkehr in Mannheim. Die hatten einen Ausbildungsplatz für Speditionskaufleute zu vergeben – dem Vorläuferberuf der heutigen Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung. „Also bin ich der Eisenbahn hinterher und nach Mannheim gezogen“, schildert er. Nach der dreijährigen Ausbildung folgten weitere berufliche Stationen in Mainz und im nordrheinwestfälischen Hamm, teils auch im Personenverkehr.

Vor circa vier Jahren ist Michael Lange dann zur Captrain Deutschland CargoWest GmbH gekommen, einem Schienentransportunternehmen mit Standorten in Hamburg, Neu-Ulm sowie in Gütersloh. Seitdem arbeitet er dort als Assistent des Eisenbahnbetriebsleiters, der für die Sicherheit des Bahnbetriebs verantwortlich ist. Als dessen rechte Hand überprüft der 41-Jährige zum Beispiel die Fahrtauglichkeit der Kollegen und organisiert Schulungen für sie. Bei Schadensfällen, in die Züge involviert sind, kümmert er sich um die Abwicklung und Dokumentation.

Austausch mit Eisenbahnern

Außerdem sorgt Michael Lange dafür, dass alle wichtigen Unterlagen in jedem Zug zu finden sind. Dazu gehört etwa der aktuelle Fahrplan der Deutschen Bahn, deren Streckennetz das Unternehmen größtenteils nutzt. „Es gibt zwar im Führerstand eine digitale Anzeige – zur Sicherheit müssen die Fahrpläne aber zusätzlich in Papierform vorliegen“, erklärt er. Bei zwei Fahrplanwechseln im Jahr und etwa 30 Lokomotiven, um die er sich kümmert, muss er da den genauen Überblick behalten.

Neben der Arbeit im Büro kontrolliert er immer wieder die Gleisanlagen und spricht mit den Eisenbahnern vor Ort, welche die Strecken und Fahrzeuge am besten kennen. „Dieser direkte Kontakt zur Eisenbahnwelt macht mir viel Freude. Deswegen vermisse ich es nicht, dass ich selbst keine Züge fahre“, so Michael Lange. Zumal er sich auch in seiner Freizeit nach wie vor gerne mit dem Thema beschäftigt. Da ist er nämlich häufig an Bahnhöfen anzutreffen, um Züge zu fotografieren.

abi>> 05.06.2017