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Prüfen, analysieren, dokumentieren

Zwei Jugendliche mischen eine chemische Flüssigkeit zusammen.
Chemisch-technische Assistenten überprüfen beispielsweise die Inhaltsstoffe und Konzentration von chemischen Gemischen.
Foto: Ingo Wagner

Chemisch-technische Assistentin

Prüfen, analysieren, dokumentieren

Die Chemisch-technische Assistentin (CTA) Carina Bradler (30) arbeitet in der Qualitätskontrolle der Michelmann Deutschland GmbH in Recklinghausen. Ihr Weg in diesen Beruf führte über eine schulische Ausbildung.

Carina Bradlers Arbeitgeber stellt hauptsächlich Dispersionen, also Bindemittel für Farben und Lacke her. Da bei den Produkten alle Werte exakt stimmen müssen, überprüft die 30-Jährige Spezifikationen wie PH-Wert, Feststoffanteil und die Viskosität. „Von unserer Freigabe hängt es ab, ob das Produkt schon an den jeweiligen Kunden ausgeliefert werden kann“, erklärt sie. Zwischendurch klingelt immer wieder das Telefon oder es sind E-Mails zu beantworten: So fragt die Produktion etwa nach dem Stand der Dinge, die Logistik informiert über den nächsten Auftrag oder das Marketing möchte Details zu den Produkteigenschaften wissen.

In der Qualitätskontrolle muss Carina Bradler alles im Blick behalten. „Die Untersuchung der Proben erfolgt parallel an verschiedenen Geräten, eine gute Koordination ist daher wichtig.“ Als Chemisch-technische Assistentin führt sie nicht nur Analysen durch, sie ist auch für deren Auswertung zuständig. Am Laborcomputer trägt sie die ermittelten Werte in eine spezielle Unternehmenssoftware ein, um die Werte zu dokumentieren und auf der Basis das Zertifikat zu erstellen, das zusammen mit dem Produkt an den Kunden geht.

Arbeiten im Schichtsystem

Ein Porträt-Foto von Carina Bradler

Carina Bradler

Foto: privat

Um alle Termine einhalten zu können, ist die Qualitätskontrolle montags bis freitags bis 23 Uhr besetzt. „Wir arbeiten daher im Zwei-Schicht-System mit Früh- und Spätschicht im wöchentlichen Wechsel“, sagt Carina Bradler. Zum Team gehören außer der Chefin, einer Chemietechnikerin, noch weitere Chemisch-technische Assistenten sowie Chemielaboranten. „Wir Mitarbeiter übernehmen hier alle die gleichen Aufgaben. Ich weiß aber, dass dies in anderen Betrieben auch anders aussehen kann.“

Sie selbst hatte sich für die schulische Ausbildung zur Chemisch-technischen Assistentin entschieden anstatt für die duale Ausbildung zur Chemielaborantin. „Auch aus dem Grund, weil ich dabei parallel mein Fachabitur machen konnte und damit der Weg für ein mögliches späteres Studium frei wurde“, erklärt sie. „Also habe ich nach dem Realschulabschluss damit angeknüpft.“ Auf das Angebot war sie beim Hans-Böckler-Berufskolleg des Kreises Recklinghausen in Marl gestoßen, in das eine Schule der Sekundarstufe II integriert ist. Dort ist unter anderem die CTA-Ausbildung kombiniert mit Fachabitur innerhalb von drei Jahren möglich.

Der Übergang ins Berufsleben

Etwas Praxisluft konnte die Auszubildende dabei auch schon schnuppern. „Pflicht waren zwei je sechswöchige Praktika in einem chemischen Betrieb. Ich selbst habe sie im Bereich Wasseranalytik gemacht.“ Anders als bei einer dualen Ausbildung, die oft die Option beinhaltet, vom Betrieb übernommen zu werden, ging es für Carina Bradler nach ihrer schulischen Ausbildung auf Stellensuche. „Das lief in meinem Fall gut. Über die Jobvermittlung der Bundesagentur für Arbeit habe ich innerhalb eines Monats nach dem Abschluss meinen heutigen Arbeitsplatz gefunden.“ Auch die Umstellung konnte sie bewältigen. „Zuvor hatte ich fast die ganze Zeit in der Schule gesessen und nun war ich den ganzen Tag auf den Beinen, daran und an den Schichtbetrieb musste ich mich erst etwas gewöhnen. Doch auch das hat schließlich alles gut geklappt.“

Nun gehört Carina Bradler bereits seit neun Jahren zum Betrieb. Ihr nächstes Ziel hat sie fast gemeistert: „Ich mache gerade berufsbegleitend die Weiterbildung zur Chemietechnikerin und habe demnächst Prüfungen. Anschließend könnten sich mein Aufgabenfeld erweitern und der Verdienst erhöhen, zumindest wurde mir dies als Option in Aussicht gestellt.“

abi>> 15.05.2017