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Die vernetzte Klinik

Ein Mann sitzt an einem Computer und programmiert.
Ein ganzes Krankenhaus digital miteinander vernetzen? Die Medizininformatik macht solche Vorgänge möglich.
Foto: Katharina Kemme

Fachinformatiker für Systemintegration

Die vernetzte Klinik

Im Bereich der Medizininformatik kann Niclas Theimann (23) seine Fähigkeiten in der IT mit seinen Kenntnissen zu den Abläufen eines Krankenhauses verbinden. Momentan arbeitet der Fachinformatiker an einem Projekt für die Digitalisierung der Helios-Klinik Berlin mit.

„Wir wollen Ärzte, Pflegekräfte und alle am Patientenprozess Beteiligten digital miteinander vernetzen“, erklärt der IT-Berater für klinische Systeme. So sollen zum Beispiel Pflegekräfte die Patientenakten über den PC oder das Tablet führen statt wie bisher handschriftlich oder Ärzte online die Medikamente verordnen. Auch können Aufträge, etwa an die Röntgenabteilung, automatisch versandt werden.

Niclas Theimann ist für das Teilprojekt Medikation verantwortlich. Damit am Ende das Gesamtprojekt perfekt zusammenläuft, stimmt sich der Fachinformatiker häufig mit den Kollegen seines Projektteams ab, die andere Teilgebiete betreuen. Auch finden Meetings mit dem Pflegepersonal und den Ärzten statt, um deren Anforderungen an das System kennenzulernen.

Nicht zuletzt steht der 23-Jährige in engem Kontakt mit dem Hersteller, der die Software für das Projekt liefert. „Soweit es geht, arbeiten unsere eigenen IT-Entwickler die erforderlichen Anpassungen ein. Ist das nicht möglich, gebe ich dem Hersteller an, was wir benötigen.“ Da das Projekt bald in die Umsetzungsphase geht, schult der IT-Experte im Moment die Mitarbeiter des Krankenhauses im Umgang mit der Software und dreht für spätere Schulungen kurze Erklärvideos.

Wissen vermitteln und Trends aufspüren

Ein Porträt-Foto von Niclas Theimann

Niclas Theimann

Foto: Sabine Olschner

Für seine Arbeit ist es wichtig, dass er sich sowohl mit der Informatik als auch mit den Prozessen im Krankenhaus auskennt: „Ich muss wissen, wer welche Informationen benötigt, und muss alle beteiligten Parteien ins Boot holen.“ Dafür braucht Niclas Theimann sehr gute kommunikative Fähigkeiten und Durchsetzungsvermögen. Ebenso ist Fingerspitzengefühl gefragt, wenn es darum geht, Informationen einzuholen und weiterzugeben.

Außerdem muss er sich für Neues interessieren, denn „es kommen fast täglich neue IT-Lösungen auf den Markt. Ich muss alle im Auge behalten, um entscheiden zu können, ob diese von Nutzen für unser Krankenhaus sind.“

Menschen die Arbeit erleichtern

Niclas Theimann ist fasziniert von der IT: „Ich wollte wissen, wie ein Computer funktioniert und wie man damit Menschen die Arbeit erleichtern kann.“ Inspiriert von seiner Mutter, die in einem Krankhaus arbeitet, interessierte er sich für die Spezialisierung Medizininformatik: „Nach dem Abschluss meiner Fachhochschulreife mit Schwerpunkt Informatik habe ich eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration bei den Helios-Kliniken absolviert“, berichtet der 23-Jährige.

In seiner Ausbildung in Schleswig lernte er sowohl den Umgang mit der Hardware kennen – zum Beispiel stattete er die Arbeitsplätze von Ärzten mit Computern aus – als auch den mit dem Krankenhaus-Informationssystem. Im Anschluss an seine Ausbildung durchlief er in Berlin ein IT-Traineeprogramm, in dem er Wissen in der Medizininformatik und der Betriebswirtschaft sowie Führungsqualifikationen erwarb.

Weiter spezialisieren

Die Ausbildung in einem Krankenhaus hat Niclas Theimann gut auf seine heutige Arbeit vorbereitet. Er schließt aber nicht aus, nach Abschluss des Projekts Medizininformatik zu studieren: „Damit wäre ich breiter aufgestellt auch für weitere IT-Aufgaben im Krankenhaus und könnte mich zum Medizininformatiker spezialisieren.“

abi>> 23.01.2017

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