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Haustechnik der besonderen Art

Wegweiser Patientenaufnahme im Klinikum in Würzburg.
Jill Viktoria Geschke kümmert sich als Facility-Managerin gemeinsam mit 130 weiteren Mitarbeitern um den Gebäudekomplex einer Spezialklinik.
Foto: Jörg Moritz

Facility-Managerin

Haustechnik der besonderen Art

Damit der Alltag im Krankenhaus reibungslos funktioniert, müssen viele Abteilungen wie ein Uhrwerk ineinandergreifen: Ärzteschaft, Pflege, Verwaltung und auch die Haustechnik. Kein Wunder, dass Jill Viktoria Geschke (33) als Facility-Managerin einer Fachklinik ein breites Spektrum an Dienstleitungen abdeckt.

Jill Viktoria Geschke arbeitet in einer Spezialklinik, in der sich rund 1.000 Beschäftigte um Patienten mit neurologischen Erkrankungen kümmern. Der Gebäudekomplex mit gut 350 Betten verteilt sich auf mehrere miteinander verknüpfte Hauseinheiten, zu denen auch ein zentrales Haupthaus mit Bibliothek gehört, ein Restaurant, eine Cafeteria, ein Kiosk, eine Großküche und die technischen Räume, vom Heizungskeller bis zum Lagerraum.

Aufgabe des Facility-Management ist es, die Verfügbarkeit, Sicherheit und Hygiene in dem Gebäudekomplex zu gewährleisten. Das fängt bei der Pforte und der Haustechnik an, betrifft Bau- und Instandhaltungsprojekte, Hol- und Bringdienste für die Patienten und endet mit der Gebäudereinigung. „Wir sind mit rund 130 Mitarbeitern Dienstleister für das ganze Haus und entsprechend vielfältig sind die Themen“, erzählt die 33-Jährige.

Sicherheit hat Priorität

Ein Porträt-Foto von Jill Victoria Geschke

Jill Viktoria Geschke

Foto: privat

Krankenhäuser sind weit komplexer als normale Bürogebäude. „Allein das Thema Hygiene ist eine Wissenschaft für sich. Wie etwa muss im Intensivbereich geputzt werden?“, gibt Jill Viktoria Geschke zu bedenken. Auch beim Thema Brandschutz gibt es spezielle Anforderungen, was die Sicherheit der Patienten betrifft. Denn die ist bei allem das Wichtigste. „Ein Krankenhaus ist ja kein Bürogebäude, das nachts leer steht“, erklärt sie. „Wir haben neurologisch eingeschränkte Patienten, deren Versorgung immer an erster Stelle steht.“

Damit die verschiedenen Bereiche stimmig ineinandergreifen, tauscht sich die Managerin mit den Kollegen aus: „Es gibt zum Beispiel einen regelmäßigen Termin mit dem Verwaltungsdirektor, Baubesprechungen, Treffen mit ausführenden Dienstleistern und Verhandlungen mit Handwerkern.“ Außerdem arbeitet sie in mehreren Arbeitsgruppen mit, etwa zum Thema Arbeitssicherheit oder Hygiene. Bei allem muss sie Prioritäten setzen, organisieren, Pläne erstellen und stets den Überblick behalten. Sie sagt: „Wir tragen alle viel Verantwortung.“

Auch Technik gehört dazu

Jill Viktoria Geschke hat ihr Bachelorstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Hellweg-Sauerland GmbH absolviert. Das spezielle Know-how für ihre jetzige Tätigkeit hat sie während einer einjährigen Weiterbildung zur Fachwirtin für Facility-Management bei der Handwerkskammer Düsseldorf gelernt. Dabei wurden alle gebäuderelevanten Gewerke thematisiert. Wie genau funktionieren zum Beispiel Brandschutzklappen? Und was ist eine T90-Tür? „Auf dem Lehrplan stand ein Rund-um-Paket: von der Reinigung über die Elektrotechnik bis hin zur Sanitärtechnik“, erzählt sie. Auch bautechnische Feinheiten gehörten dazu. Schließlich hat jedes Gebäude seine alters- und umbaubedingten Eigenheiten. „Einen Bauingenieur oder Architekten ersetze ich aber natürlich nicht“, betont sie. Trotzdem muss sie in der Lage sein, mit ihnen fachlich zu kommunizieren.

„Früher habe ich mir so eine techniklastige Tätigkeit nicht vorstellen können“, sagt Jill Viktoria Geschke. Hätte sie vor ihrem Studium gewusst, wie interessant sie dieses Fachgebiet findet, hätte sie gerne direkt Facility-Management studiert. Denn sie mag ihren Job beim Krankenhaus: „Es ist sehr erfüllend, in diesem Umfeld zu arbeiten.“

abi>> 17.07.2017

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