Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Jedes Teil ist wichtig

Ein junger Mann verdrahtet Kabel im Rumpfmittelteil eines Flugzeuges.
Fluggerätelektroniker und Fluggerätmechaniker tragen viel Verantwortung, wenn es um die Herstellung, Inbetriebnahme, Wartung und Instandhaltung von Fluggeräten aller Art geht
Foto: Sonja Brüggemann

Fluggerätelektronikerin

Jedes Teil ist wichtig

Nach ihrer Ausbildung zur Kommunikationselektronikerin wendete sich Kathrin Hawich den Luftfahrzeugen zu. Heute betreut die 33-Jährige mit ihren Kollegen unter anderem Hubschrauber und Flugzeuge der Bundeswehr.

Naturwissenschaften haben ihr schon in der Schule Spaß gemacht. In einem Schulpraktikum lernte Kathrin Hawich ihren späteren Ausbildungsbetrieb kennen: eine zivile Ausbildungsstätte der Bundeswehr, wo sie die damals noch angebotene Ausbildung zur Kommunikationselektronikerin mit der Fachrichtung Funktechnik durchlief. „Während die anderen Azubis Ferien machten, habe ich ein Praktikum beim Luftfahrtunternehmen Eurowings absolviert – da wurde mein Interesse für Flugzeuge geweckt“, erinnert sich die heute 33-Jährige.

Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie am Heeresfliegerstandort der Bundeswehr im nordrhein-westfälischen Rheine im Bereich Luftfahrzeugelektronik. Weitergebildet hat sie sich währenddessen zur Industriemeisterin im Bereich Luftfahrttechnik sowie zur Industriemeisterin der Fachrichtung Elektrotechnik. Als ihre zwölfjährige Laufzeit als Zeitsoldatin fast vorüber war, wechselte sie zum Unternehmen ESG Elektroniksystem und Logistik GmbH in Fürstenfeldbruck in Bayern. „Wir betreuen unter anderem die Luftfahrzeuge der Bundeswehr – vom Hubschrauber über den Tornado bis zu unbemannten Fluggeräten“, erklärt Kathrin Hawich. Müssen Geräte, die in diesen Luftfahrzeugen verbaut sind, instandgesetzt werden, koordiniert das Unternehmen die anfallenden Aufgaben.

Von der Schraube bis zum Rotorblatt

Ein Porträt-Foto von Kathrin Hawich

Kathrin Hawich

Foto: privat

In den vergangenen zwei Jahren hat sich Kathrin Hawich vor allem um die Stammdaten der Bundeswehr gekümmert, die auf ein SAP-System umgestellt werden sollten. „Stammdaten umfassen alle Informationen zu den Teilen in einem Fluggerät, von der Schraube über das Funkgerät bis zum Rotorblatt“, erklärt sie. Wie teuer ist das Teil, wie muss es bei der Anlieferung verpackt sein, wer ist der Bearbeiter, welche Alternativen gibt es, wenn es nicht mehr verfügbar ist? Für diese Arbeit besucht die Elektronikerin häufig Kunden, um sich die Teile vor Ort anzuschauen und die Informationen in die jeweilige SAP-Datenbank einzupflegen.

Demnächst steht für die 33-Jährige ein neues Projekt an: Die ESG hat entschieden, ganze Gerätepakete für die Instandsetzung zu übernehmen statt wie bisher nur einzelne Teile. „Ich werde mich um das Projekt Radarhöhenmesser kümmern und bin damit wieder näher dran am Thema Elektronik“, berichtet Kathrin Hawich.

In Zukunft wird sie unter anderem Ersatzteile für die Radarhöhenmesser beschaffen, Prüfgeräte für die Instandsetzung besorgen, sie kalibrieren lassen und das gesamte Projekt als Teil des Projektteams betreuen. Ihr Ziel ist es, irgendwann einmal das Projektmanagement für die entwicklungstechnische Betreuung von Luftfahrzeugen der Bundeswehr zu übernehmen. Daher absolviert sie derzeit parallel zu ihrer Arbeit ein Studium in Business Administration, um sich weitere notwendige Kenntnisse in Sachen Projektmanagement anzueignen.

An der Schnittstelle zwischen Technik und Mechanik

Wer im Bereich Fluggerätelektronik arbeiten möchte, sollte laut Kathrin Hawich nicht nur Interesse an Technik, sondern auch an der Mechanik haben. „Die Schnittstellen zwischen den beiden Bereichen werden immer größer“, lautet ihre Einschätzung. Da sich unter den Luftfahrzeugen der Bundeswehr sowohl ältere als auch sehr moderne Geräte befinden, muss man sich mit herkömmlicher Elektronik über Kabel auskennen sowie mit rechnergesteuerter Elektronik.

Hin und wieder macht man sich bei der Arbeit die Finger schmutzig. „Und nicht zuletzt sollte man sich natürlich für Flugzeuge und alles, was fliegt, interessieren“, meint Kathrin Hawich. Bei ihr geht die Liebe zum Fliegen so weit, dass sie mittlerweile passionierte Fallschirmspringerin ist.

abi>> 01.08.2018

weitere beiträge

  • zu BERUFE.TV (Öffnet sich in neuem Fenster)
  • zu den abi>> Podcasts