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Der Architekt als Mannschaftstrainer

Zwei Menschen deuten auf einen Bauplan. Foto: Martin Rehm
Läuft alles nach Plan? Ohne Baupläne geht bei Architekten nichts.
Foto: Martin Rehm

Freiberuflicher Architekt

Der Architekt als Mannschaftstrainer

Als freiberuflicher Architekt realisiert Klaus Mäs exklusive Ein- und Mehrfamilienhäuser. Für abi>> erzählt der 31-Jährige von seinen ersten Schritten, seinem Selbstverständnis als Architekt und wie er sich am Markt etablierte.

Das „Haus S“ war Klaus Mäs' endgültiger Durchbruch: Als der Architekt Fotos und Beschreibung des exklusiven freistehenden Einfamilienhauses, für das er auch das Lichtkonzept entwickelt und die Möbel entworfen hat, 2017 auf seiner Homepage präsentierte, „ging es richtig los“: „Die Bauherren kommen jetzt auf mich zu, weil sie die Art und Weise, wie ich baue, schätzen“, sagt der 31-Jährige. Heute realisiert er Projekte mit einer Bausumme zwischen einer und zwei Millionen Euro – begonnen hat er mit viel kleineren Aufträgen.

Learning by Doing

Ein Porträt-Foto von Klaus Mäs

Klaus Mäs

Foto: Gerit Bender

Im Juni 2012, zum Ende seines Masterstudiums an der RWTH Aachen, gründete er in seiner Heimatstadt Bornheim im Rheinland sein Büro. Damals allerdings noch nicht als Architekt – die Berufsbezeichnung durfte er erst führen, nachdem er sich nach zwei Jahren Berufserfahrung in der Architektenkammer eingetragen hatte. Die sammelte er als Mitarbeiter in einem Kölner Architekturbüro. „Nebenbei“ übernahm er erste Aufträge als Freiberufler und entwarf Bauanträge. Da er noch kein eingetragener Architekt war, kümmerte sich ein Statiker um die Genehmigungsplanung. „Diese ersten Jahre waren natürlich anstrengend. Aber ich wollte mir nach und nach einen Namen machen, ohne finanziell von den Aufträgen abhängig zu sein“, sagt Klaus Mäs.

Dass er den Sprung in die Selbstständigkeit geschafft hat – seit 2016 arbeitet er ausschließlich als Freiberufler – verdankt er auch seinem Vater, einem Rohbauer, und seinem Großonkel, ebenfalls Architekt. Ohne deren Empfehlung wäre er nicht an erste Aufträge gekommen, erklärt er. So aber konnte er nach und nach sein Portfolio erstellen, bis die ersten Anfragen von alleine kamen.

Das Studium habe ihn nicht auf das Leben als Freiberufler vorbereitet. „Dort lernt man das Entwerfen, also wie man aus einer Idee ein erstes Konzept entwickelt.“ Der Rest war „Learning by Doing“. Noch gut erinnert Klaus Mäs sich an sein allererstes Projekt: ein Carport. „Die Ausführungsplanung hat mich damals total überfordert!“, erzählt er lachend. Das ist die Phase, in der der genehmigte Entwurf konkretisiert und mit allen Infos versehen wird, die für die Realisierung notwendig sind – von der benötigten Materialmenge und den beteiligten Gewerken, also bautechnischen Arbeiten, bis zur Lage der Steckdosen.

Ein funktionierendes Netzwerk

Heute ist er auch auf diesem Gebiet Experte. Und er hat sich ein gut funktionierendes Netzwerk aufgebaut – denn ohne Mannschaft entsteht kein Haus. „Der Bauherr ist sozusagen der Sponsor, ich bin der Trainer und die vielen Gewerke bilden die Mannschaft“, erklärt Klaus Mäs. Mit allen müsse man angemessen kommunizieren können: Mit dem Bauherrn ebenso wie mit den für Baugenehmigungen zuständigen Stadtverwaltungsangestellten und den Rohbauern und Elektrikern. Und alle Teammitglieder müssten sich vertrauen, etwa der Bauherr dem Architekten, der Architekt den Handwerkern und umgekehrt.

Zwischen vier und sechs große Aufträge realisiert Klaus Mäs pro Jahr und ist dafür in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs. Wieviel Zeit vergeht, bis aus den ersten Gesprächen und Ideen ein fertiges Haus entsteht, könne man nie genau sagen. Viel hänge davon ab, wie lange das Genehmigungsverfahrung dauere, sagt er aus Erfahrung. Entsprechend flexibel muss er bei seinen Arbeitszeiten sein und auch schon mal abends oder am Wochenende an seinen Projekten arbeiten.

abi>> 28.08.2018

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