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Vermessen aus der Vogelperspektive

Detailaufnahme von einen Ausdruck einer Landkarte der auf einer Tastatur liegt.
Um Karten, Pläne oder Grundstücksverzeichnisse zu erstellen, benötigen Geomatiker Messdaten, die beispielsweise auf Bildflügen gesammelt werden.
Foto: Christof Stache

Geomatiker

Vermessen aus der Vogelperspektive

Vulkanaktivitäten auf Island, Flughäfen im brasilianischen Urwald oder heimische Wälder – Felix Asmus (22) wertet als Geomatiker bei der GeoFly GmbH in Magdeburg immer wieder spannende Luftbilder aus.

Felix Asmus arbeitet für die GeoFly GmbH, ein Unternehmen, das sowohl in Deutschland als auch international Bildflugprojekte realisiert und damit Geodaten sammelt. Der 22-Jährige hat bereits seine Ausbildung bei GeoFly gemacht und ging damals mehrfach mit in die Luft. „Hauptsächlich sind wir für die Landesvermessungsämter tätig und erstellen Luftbilder – zum Beispiel von Stromtrassen oder Waldbeständen“, erläutert er.

Mittlerweile ist er vor allem am Boden tätig. Er trifft Vorbereitungen für die Bildflüge oder markiert im Außendienst Passpunkte in Messgebieten. Er bearbeitet die Geodaten, die auf den Bildflügen gesammelt werden, und erstellt daraus Karten, Grundstücksverzeichnisse sowie Gelände-Informationen und -Analysen.

„Spannende Projekte“

„Der Beruf wird nicht langweilig. Ich habe immer neue, spannende Projekte. Im Außendienst kommt man außerdem viel herum, teilweise sogar europaweit“, sagt Felix Asmus.

Bekommt GeoFly einen Auftrag für Luftbildaufnahmen, beispielsweise von einem Forstamt, erstellt er zunächst ein Angebot. Nach Auftragsvergabe plant er, welche Bilder wo und wie geschossen werden müssen. Aus dieser Planung entsteht eine Flugroute, die in das Navigationssystem des Flugzeugs eingespeist wird. Damit später Orientierungspunkte auf dem Kartenmaterial vorhanden sind, müssen die Geomatiker teilweise in die zu messenden Gebiete fahren und die sogenannten Passpunkte markieren – zum Beispiel, indem sie mit Farbe ein Kreuz auf eine Straße sprühen. Dann müssen sie auf gutes Wetter für den Flug warten, damit keine Wolkenschatten geworfen oder die Farben beeinträchtigt werden. Mit einem Piloten und einem Operator – dem Geomatiker, der auf Displays die Aufnahmen kontrolliert – startet die Maschine und nimmt Tausende von Digitalbildern auf. Diese sind so hochauflösend, dass spezifische Punkte in der Landschaft bis ins Detail herangezoomt werden können und die späteren Nutzer sogar eineinhalb Zentimeter große Objekte am Boden erkennen können.

3-D und Infrarot

Ein Porträt-Foto von Felix Asmus

Felix Asmus

Foto: GeoFly GmbH

Neben „normalen“ Fotos werden dabei auch Infrarot-Bilder geschossen, die gerade für die Forstämter interessant sind. Auf den Infrarot-Bildern sieht man nämlich, wie gesund der Baumbestand ist. Dementsprechend können die Forstämter Baumfällungen oder Pflegearbeiten planen. Sind die Bilder im Kasten, kontrolliert Felix Asmus die Qualität und passt die Farben der einzelnen Aufnahmen an. Damit aus den vielen überlappend aufgenommenen Bildern einer Landschaft oder einer Infrastruktur ein Gesamtbild werden kann, müssen die einzelnen Bilder zu einem sogenannten Orthophoto, einer verzerrungsfreien und maßstabsgetreuen Abbildung, prozessiert werden. Er kann nun weitere Geodaten, die zum Beispiel von den Landesvermessungsämtern stammen, einfließen lassen.

Wenn dreidimensionale Ansichten gefragt sind, beispielsweise um Höhenunterschiede im Bergbau messbar zu machen, erfolgt eine stereoskopische Bearbeitung an speziellen Bildschirmen. „Hier ist wichtig, dass jemand 3-D sehen kann – das kann nicht jeder. Man arbeitet dazu an zwei übereinander angeordneten Bildschirmen, zwischen denen ein Spiegel montiert ist“, erklärt Felix Asmus. Auch farblich richtiges Sehen sei wichtig, wenn man die Bilder bearbeite.

Abschluss als Klassenbester

Schon in der Schule hat sich Felix Asmus für Geografie und Informatik interessiert. Ein Berufsberater schlug ihm daher die Ausbildung zum Geomatiker vor. Schließlich schloss er die Ausbildung sogar als Bester seines Berufsschuljahrgangs ab und erhielt neben einem festen Arbeitsvertrag bei seinem Ausbildungsbetrieb auch ein Stipendium für Weiterbildungen, von dem er jetzt noch profitiert. Weil er sich in seinem Team so wohl fühlt, kann sich Felix Asmus vorstellen, bei GeoFly zu bleiben. Aus seinem Stipendium bleiben ihm noch einige Weiterbildungen, die er nutzen will, um weitere Geoinformationssysteme und Programme kennenzulernen.

abi>> 13.07.2016