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Beschützer von IT-Systemen sind schwer gefragt

Ein junger Mann bedient einen Server.
Für den Schutz von Servern und IT-Netzwerken sorgen Fachleute der IT-Sicherheit. Sie schützen damit sensible Daten von Unternehmen und Privatpersonen vor Hackerangriffen - und sind dadurch in fast allen Branchen stark nachgefragt.
Foto: Martin Rehm

IT-Sicherheit – Hintergrund

Beschützer von IT-Systemen sind schwer gefragt

Fachkräfte der IT-Sicherheit werden von Unternehmen und Behörden händeringend gesucht – sensible Daten müssen geschützt werden, sind durch die globale Vernetzung aber in ständiger Gefahr vor Missbrauch. Nahezu in ganz Deutschland bieten sich dieser Berufsgruppe daher beste Chancen auf eine Stelle.

Egal ob Firmen, Behörden, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Geheimdienste oder die Bundeswehr, Hochschulen oder Labore: Sie alle eint die Sorge, dass ihre Netzwerke Ziel von Hackerangriffen werden. Die Deutsche Telekom meldet zum Beispiel bis zu einer Million Angriffe auf ihre Netze – pro Tag. Weltweit entstehen durch Hackerangriffe wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe.

Kein Wunder also, dass innerhalb des stetig zunehmenden Arbeitsmarktes für IT-Fachkräfte der Anteil an offenen Stellen speziell für IT-Sicherheitskräfte während der vergangenen drei Jahre von 14 auf 17 Prozent angewachsen ist. „Das ist ein signifikanter Anstieg“, so Helmut Wolfrath, Berufsberater für akademische Berufe an der Agentur für Arbeit in Regensburg. Auch als selbstständige Freiberufler sind sie in der Beratung gefragt.

Ein Porträtbild von Helmut Wolfrath

Helmut Wolfrath

Foto: Brüderlein

Alle IT-Sicherheitsexperten, ungeachtet der Branche, benötigen sie gewisse Kenntnisse: „Eine IT-Sicherheitsfachkraft muss verstehen, wie Algorithmen oder Computersprachen funktionieren“, erklärt der Berufsberater. Zu ihren Aufgaben gehört es zum Beispiel, kryptografische Verfahren für Chipkarten oder verschlüsselte Signaturen für den Datenaustausch per E-Mail zu entwickeln. Voraussetzung für ein Studium, das in diesen Arbeitsbereich führt, ist ein solides mathematisches und technisches Verständnis. Wer sich für diesen Weg interessiert, sollte in den Fächern Mathematik, Physik und Informatik gute bis sehr gute Zensuren im Abiturzeugnis stehen haben. „Man muss sich in systematische Lösungsstrategien für komplexe technische Fragen reinbeißen wollen“, betont Helmut Wolfrath.

Spaß an komplexen Systemen

Die guten Aussichten am Arbeitsmarkt haben auch die Nachfrage nach Studiengängen der IT-Sicherheit verstärkt. Die Hochschulen reagierten und mittlerweile gibt es in Deutschland neben den breiter aufgestellten Informatikstudiengängen 20 spezielle Studienangebote für IT-Sicherheit, mancherorts auch Cybersecurity genannt. Inhalte dieser grundständigen, meist sechssemestrigen Bachelorstudiengänge sind Programmierung, lineare Algebra und Analysis, Zuverlässigkeit von Rechnersystemen sowie Computerforensik. Zum Handwerkszeug für Studierende gehört es beispielsweise auch, Algorithmen zu bearbeiten, zu codieren oder auch das Anwenden von Computeranimationen und Softwareengineering zu beherrschen.

„Ab dem vierten Semester geht es zur Sache mit Cybersecurity, Rechnerarchitektur, Betriebssystemen, Datenbanken, der Abbildung von Betriebsnetzen und Kryptologie, also Verschlüsselung“, sagt Berufsberater Helmut Wolfrath. Eine Seminar- oder Projektarbeit und die Bachelorarbeit folgen abschließend. „Ein Türöffner in die Berufswelt kann es außerdem sein, wenn Studierende ein Praxissemester in einem Betrieb einlegen“, rät der Experte – so sammeln sie bereits intensive praktische Erfahrung, auch wenn sie dadurch unter Umständen ein Semester länger studieren.

Spezialist mit Masterstudium oder Quereinsteiger

Wer sich an der Hochschule weiterentwickeln will, kann sich im Masterstudium – je nach Ausrichtung – vertieft mit Netzsicherheit, Kryptografie oder Embedded Security, also der Informationssicherheit für eingebettete Systeme, beschäftigen. „Wenn man von Anfang an Interesse an IT-Sicherheit hat, bestehen mit einem grundständigen Studium der IT-Sicherheit aber bereits sehr gute Chancen, direkt in die Berufswelt einzusteigen“, erklärt Helmut Wolfrath.

Auch der Quereinstieg ist möglich: Mit einem guten bis sehr guten Bachelorabschluss in Mathematik, Informationswissenschaften, Kommunikationsmanagement oder IT-Systems Engineering stehen einem laut dem Berufsberater ebenfalls Masterstudiengänge der IT-Sicherheit offen. Für Berufstätige mit dualer Ausbildung oder einem Studium in BWL oder Ingenieurwissenschaften gebe es zudem zahlreiche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild (Suchworte: IT-Sicherheit, Informatik)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: IT-Sicherheit)
www.studienwahl.de

Bitkom

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. vertritt die Interessen von mehr als 2.400 Unternehmen der digitalen Wirtschaft.
www.bitkom.org

Horst-Götz-Institut für IT-Sicherheit

Forschungsinstitut IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum
www.hgi.rub.de

Institut für Internet-Sicherheit der Westfälischen Hochschule

www.internet-sicherheit.de

abi>> 20.07.2017

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