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Arbeiten an der Schnittstelle

Ein Mann kontrolliert in der Endfertigung eine Textilmaschine.
Welche Materialien sollen mit welchen Anlagen wie verarbeitet werden? Fragen wie diese stellen sich Maschinenbauingenieure bei der Dornier GmbH.
Foto: Thomas Lohnes

Maschinenbauingenieur

Arbeiten an der Schnittstelle

Schon während seines Studiums und seiner Promotion hat sich Dr. Josef Klingele (34) mit Textiltechnik beschäftigt. Inzwischen arbeitet der Maschinenbauingenieur als Produktmanager für den Textilmaschinen- und Anlagenbauer Dornier GmbH in Lindau.

„T extilien sind so vielfältig. Es steckt in viel mehr Dingen Gewebe, als man denkt: im Schleifpapier genauso wie in einem Airbag, in Filtern wie in Autositzen. Das macht dieses Feld für mich spannend – und die Arbeitsmöglichkeiten so vielseitig“, erläutert Josef Klingele seine Faszination für die Textilbranche. Im Hauptstudium im Fach Maschinenbau an der RWTH Aachen entschied er sich für die Vertiefung Textil und Kunststoff, nach dem Diplomabschluss promovierte er zum Thema Faserverbundwerkstoffe. „Ein starkes Wachstumsfeld für allgemeine technische Textilien“, erklärt der 34-Jährige.

Ein Porträtfoto von Dr. Josef Klingele

Dr. Josef Klingele

Foto: Dornier-Fotograf

Weil das Studium an der RWTH sehr industrienah aufgebaut ist und viele Praxisanteile enthält, konnte er schon zu Beginn seines Studiums im Rahmen eines Praktikums Kontakt zu seinem heutigen Arbeitgeber knüpfen, der Lindauer Dornier GmbH am Bodensee. Das war auch sein erster Kontakt mit der Textilbranche, der weitreichende Folgen hatte. „Während des Praktikums habe ich mich mit klassischen Webmaschinen beschäftigt, nun baue ich als Produktmanager eine neue Produktlinie für Maschinen zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen auf.“ Die Mischung aus Maschinenbau und seinem Promotionsthema passte perfekt, und so war er mit seiner Bewerbung direkt erfolgreich.

Modernste Prozesse für ein altes Verfahren

Als Produktmanager arbeitet Josef Klingele an Schnittstellen. „Ich bin im Grunde der Übersetzer zwischen Vertrieb und Entwicklung“, erläutert er. „Zum einen habe ich viel Außenkontakt und stelle unseren Industriekunden unsere neuen Produkte vor. Ich muss unsere Zielgruppe analysieren und herausfinden, was sie braucht. Zum anderen kann ich die Anforderungen der Kunden an die Entwicklungsabteilung zurückgeben: Welche Materialien sollen mit den Anlagen wie verarbeitet werden? Welche Eigenschaften haben diese Materialien? Welche Besonderheiten sind zu beachten?“ Dazu muss er unter anderem Fachliteratur studieren und immer auf dem neuesten Stand bleiben. Außerdem übernimmt Josef Klingele auch Marketingaufgaben: Er gestaltet Produktblätter für die Anlagen, stellt in Vorträgen auf Fachtagungen die neuen Maschinen vor und kommt so mit den unterschiedlichsten Kunden ins Gespräch – vom Krawattenhersteller bis zum großen Automobilkonzern. Da bislang nur ein kleines Team an der neuen Produktlinie arbeitet, sind die Aufgaben des Textil-Experten vielfältig.

Für seine Arbeit muss der Produktmanager gute Kommunikationsfähigkeiten mitbringen. Er muss komplexe Sachverhalte verstehen und erklären können. Außerdem muss er gezielt nachfragen, um wichtige Details zu erfahren. „Wer seinen Kunden etwas verkaufen will, muss sich zudem für sein Produkt begeistern“, ist der Maschinenbauer überzeugt, dessen breit angelegtes Studium ihm bei den vielen technologischen Aspekten der Textilmaschinen sehr hilft. „Die spezifischen Details lernt man dann in der Praxis durch ‚Learning by Doing‘“, erklärt der 34-Jährige. Die Begeisterung für seinen Job hört man Josef Klingele auf jeden Fall an: „Ich finde es faszinierend, mit einem der ältesten Produktionsverfahren der Welt zu arbeiten. Gewebt wurde schon vor mehreren Tausend Jahren – wir wenden dieses altbekannte Verfahren noch immer an und entwickeln es stetig weiter.“

abi>> 13.10.2016

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