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Service-Roboter für die Zukunft

Auf dem Foto ist ein Roboter zu sehen.
Fenster putzen, Boden wischen, Abwasch erledigen - Roboter können mittlerweile ganz unterschiedliche Arbeiten übernehmen.
Foto: Nicole Schwab

Maschinenbauingenieur

Service-Roboter für die Zukunft

Robocop lässt grüßen: Der Maschinenbauingenieur Alexander Dietrich (32) bringt am DLR-Institut für Robotik und Mechatronik in Oberpfaffenhofen bei München einem menschenähnlichen Roboter bei, wie dieser bei der Arbeit seine Gelenke „nachgiebig“ einsetzen kann.

Weil humanoide Roboter der menschlichen Gestalt nachempfunden sind, hat Alexander Dietrichs Versuchsaufbau natürlich auch einen Namen: Die Forscher am DLR nennen ihn „Rollin' Justin“ – denn der rollende Geselle bewegt sich auf kleinen Rädern durch den Raum.

Ein Porträt-Foto von Alexander Dietrich

Alexander Dietrich

Foto: Daniel Leidner

Ein Team von unterschiedlichen Wissenschaftlern gibt „Rollin' Justin“ immer wieder neue Aufgaben: Er soll die Fenster putzen, den Boden wischen oder den Abwasch erledigen. „Es ist wichtig, dass der Roboter dabei immer den richtigen Druck ausübt – also etwa beim Scheibenwischen nicht zu fest aufs Glas drückt, aber auch nicht zu leicht“, erklärt Alexander Dietrich. Dieses sogenannte nachgiebige Verhalten zu regeln, ist Aufgabe des Ingenieurs, der an der Technischen Universität München Maschinenbau mit der Fachrichtung Regelungstechnik studiert hat.

Nach dem Diplom suchte er eine Stelle für seine Promotion – eine Initiativbewerbung beim DLR führte zum Erfolg. „Ich wollte gern etwas im Bereich Robotik machen. Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gefällt mir vor allem die Verbindung von Forschung und Anwendung“, sagt der 32-Jährige, der gerade seine Promotion abgeschlossen hat.

Für Auto und Weltraum

Auch wenn „Rollin' Justin“ wohl niemals in seiner heutigen Form in Serienproduktion gehen wird: Die Forschungen, die die Wissenschaftler mit ihm anstellen, sind für viele Bereiche sehr wertvoll. Sein Arm zum Beispiel wird mittlerweile mit all seinen Funktionen über ein Robotik-Unternehmen vertrieben und kommt in der Automobilindustrie zum Einsatz. Auch in Weltraumstationen könnten Teile des rollenden Gehilfen nützlich sein.

„Weil er so vielfältig einsetzbar ist, arbeiten Kollegen aus vielen verschiedenen Abteilungen an dem Roboter. Darunter finden sich Maschinenbauer, Elektrotechniker, Mathematiker, Informatiker, Physiker und Designer“, sagt Alexander Dietrich. Bei den Versuchen müssen sie sich miteinander absprechen, weil für die Umsetzung einer Funktion meist Wissenschaftler mehrerer Fachbereiche zusammenarbeiten müssen – zum Beispiel Alexander Dietrich als Experte für die Regelungstechnik und Informatiker, die für den Roboter die „künstliche Intelligenz“ entwickeln. Damit die Forscher nicht nur am Computer, sondern am Roboter selbst ihre Versuche durchführen können, gibt es mittlerweile sogar zwei „Justins“ mit verschiedenen Funktionalitäten.

Staunende Journalisten

Die Ergebnisse seiner Forschung stellt Alexander Dietrich in Vorträgen bei internationalen wissenschaftlichen Konferenzen vor oder veröffentlicht sie in Fachzeitschriften. Auch seine Doktorarbeit behandelt das Thema „ganzkörperaktive Nachgiebigkeit“ von Robotern. „Es ist spannend, mit Forschern aus der ganzen Welt in Kontakt zu sein und sich über die Forschungsergebnisse auszutauschen“, erzählt der wissenschaftliche Mitarbeiter. „Besonders viel Spaß macht es mir zudem, wenn ich Journalisten und anderen Interessierten in praktischen Vorführungen demonstrieren kann, was ‚Rollin' Justin‘ schon alles gelernt hat.“

abi>> 17.12.2015

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