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Der Maschinenmann

Ein junger Mann steht in einer Produktionshalle und kontrolliert ein Bauteil.
Maschinen verbessern oder komplett neu entwickeln – das ist die Aufgabe von Maschinenbauingenieuren.
Foto: Thorsten Thiel

Maschinenbauingenieur

Der Maschinenmann

Nach seinem Masterabschluss in Maschinenbau hat Roman Gottschalk (26) gerade ein zweijähriges Traineeprogramm begonnen – in der Entwicklungsabteilung eines Unternehmens, das Maschinen für die Lebensmittelindustrie herstellt.

Roman Gottschalk hat an der Technischen Universität Hamburg-Harburg ein Bachelor- und Masterstudium in Maschinenbau absolviert – jetzt ist er beim Unternehmen Nordischer Maschinenbau Rudolf Baader in Lübeck für zwei Jahre als Trainee eingestiegen. Das familiengeführte Unternehmen produziert Maschinen, die in der fischverarbeitenden Industrie zum Einsatz kommen. Das heißt: Die Maschinen können die Tiere zerlegen, in Portionen aufteilen und verpacken. „Die Firma exportiert die Maschinen in fast alle Länder der Erde“, sagt Roman Gottschalk.

Neue Maschinen entwickeln, alte verbessern

Ein Porträt-Foto von Roman Gottschalk

Roman Gottschalk

Foto: Privat

Der 26-Jährige tüftelt gerade an seinem ersten eigenen Projekt für seinen Arbeitgeber: Er soll eine Komponente in einer älteren Maschine austauschen, die Fischköpfe automatisch abtrennt. „Heute werden neue Maschinen im 3-D-Format konstruiert“, erklärt er. „Am Bildschirm kann man die einzelnen Komponenten drehen und wenden, als hätte man sie selbst in der Hand. Bei älteren Modellen geht das nicht – von denen gibt es nur zweidimensionale Konstruktionspläne, was das Ganze etwas schwieriger macht.“ Mit den Herstellern der Messer in der Maschine hat er schon gesprochen – jetzt geht es darum, die eigenen Ideen umzusetzen.

Wenn er die aktuelle Aufgabe gelöst hat, wartet schon die nächste auf ihn: Er soll eine Spezialmaschine komplett neu entwickeln. „In der Entwicklungsabteilung hat man eine Schnittstellenfunktion“, sagt er. „Ich muss mich oft mit den Kollegen abstimmen – zum Beispiel mit der Einkaufsabteilung, die die Bauteile für eine neue Maschine beschafft, oder mit dem Vertrieb, der genau weiß, was die Kunden wollen.“

Praxis im Studium gleich mitgelernt

Als er nach dem Studium in Lübeck anfing, musste er nicht lange von Theorie auf Praxis umschalten. „Ich habe ein praxisintegriertes duales Studium absolviert“, erzählt er. „Das heißt, ich konnte schon während des Studiums vieles von dem, was ich gelernt hatte, praktisch anwenden. Meiner Erfahrung nach trägt der Praxisbezug sehr dazu bei, nicht aus dem Auge zu verlieren, wozu man die Theorie braucht.“

Ein Highlight während seines Studiums war ein Auslandsaufenthalt in Kanada, wo er mit finanzieller Unterstützung seines heutigen Arbeitgebers ein Jahr lang an der University of Waterloo studieren konnte. Anschließend absolvierte er ein zweimonatiges Praktikum in den USA bei einem Tochterunternehmen, das Spezialmaschinen für die Bearbeitung von Geflügel herstellt.

Auf Termin beim Kunden

An seinem heutigen Aufgabenfeld schätzt Roman Gottschalk vor allem die Vielseitigkeit: „Auch wenn ich viel Zeit vor dem Rechner verbringe, um zu konstruieren, gehört es natürlich dazu, gelegentlich selbst in den Blaumann zu schlüpfen und in der Werkstatt an einer Maschine zu schrauben.“

Als Entwicklungsingenieur fährt er zudem mit zu Terminen vor Ort beim Kunden. Denn ist eine Maschine in Betrieb gegangen, können er und seine Kollegen sie sofort weiter verbessern und eventuell auftretende Probleme ausräumen. Für die Zeit nach dem Traineeprogramm hat Roman Gottschalk schon ehrgeizige Pläne: „Mein Ziel ist es, in fünf bis zehn Jahren eine Führungsposition zu übernehmen“, sagt er.

abi>> 04.11.2015