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Anlagen optimal nutzen

Maschine mit Zahnrädern und Bändern.
Hochkomplexe Maschinen nach den Wünschen des Kundes anfertigen: Im Berufsfeld Maschinenbau ist vor allem technisches Verständnis gefragt.
Foto: Martin Rehm

Maschinenbauingenieurin

Anlagen optimal nutzen

Wie lässt sich ein Turboverdichter, der Gase komprimiert, für eine Ölplattform oder Gas-Pipeline optimal nutzen? Mit Fragen wie diesen befasst sich Nicole Wegmann. Die 33-jährige Maschinenbauingenieurin arbeitet bei der Siemens AG in Duisburg.

„In meiner Abteilung ‚Numerical Design – Bereich Mechanik‘ kümmern wir uns um individuelle Kundenaufträge, beispielsweise aus dem Bereich der Erdgasversorgung“, erläutert die Diplom-Ingenieurin. „Auf Basis der vom Kunden gegebenen Eckdaten für eine neue Anlage berechne ich, wie beispielsweise ein zugehöriger Verdichter gestaltet sein muss, damit dort Gas-Strömungen störungsfrei und optimal funktionieren. Jede Anlage ist eine Einzelanfertigung und sieht je nach Umgebung und Einsatzgebiet anders aus – sei es eine Gas-Pipeline oder eine Ölplattform“, fährt sie fort. Aufgrund ihrer Berechnungen passt die Konstruktionsabteilung beispielsweise die Größe und Werkstoffe der neu zu produzierenden Turboverdichter an.

Produktionsprozesse digitalisieren

Ein Porträt-Foto von Nicole Wegmann

Nicole Wegmann

Foto: Edith Baklazec

„Ich arbeite mit einer speziell für diese Aufgaben bei Siemens entwickelten Berechnungs-Software“, beschreibt Nicole Wegmann ihren Arbeitsalltag, den sie überwiegend am Schreibtisch verbringt. „Gelegentlich schaue ich mir auch an, wie sich ein von mir berechneter Verdichter im Probelauf verhält.“

Neben ihrer Arbeit in der Herstellung von neuen Maschinen beschäftigt sich Nicole Wegmann mit Entwicklungsaufgaben: „Gerade bin ich dabei, ein Produkt zu standardisieren, um das Design für bestimmte Anwendungen zu optimieren und die Produktion zu beschleunigen.“ Unter anderem geht es um eine durchgängige Digitalisierung von Produktionsabläufen. Beispielsweise sollen von ihr berechnete Produktionsdaten mittels eines Computermodells (Computer Aided Design) direkt in die Fertigungsmaschinen gelangen.

Mit ihrem Fachwissen bringt sich die Ingenieurin zudem bei Kundengesprächen ein: „In Zusammenarbeit mit dem Vertrieb kläre ich zum Beispiel technische Rückfragen.“ Darüber hinaus unterstützt sie Kollegen an anderen Siemens-Standorten oder schult neue Mitarbeiter: „Einmal war ich dafür sogar in Indien“, erinnert sie sich.

Praktika während des Studiums

„Durch mein Segelflug-Hobby habe ich mich bereits in der Schulzeit für technische Themen interessiert“, erzählt Nicole Wegmann. Während ihres Ingenieurstudiums an der Fachhochschule Aachen absolvierte sie mehrere Praktika – etwa in der Produktion bei einem Flugzeughersteller und im Qualitätsmanagement bei einem Maschinenbau-Unternehmen in Spanien. „Ab dem dritten Semester habe ich zudem mein Wissen als Mechanik-Tutorin an andere weitergeben“, ergänzt sie. Ihre Diplomarbeit erstellte sie bei einem Automobilhersteller: „In der Entwicklungsabteilung optimierte ich dort bestimmte Eigenschaften verschiedener Fahrzeug-Komponenten.“

Nach ihrem Diplomabschluss startete sie 2008 direkt bei Siemens ins Berufsleben. Dafür durchlief sie ein klassisches Bewerbungsverfahren mit Vorstellungsgesprächen: „Mir war wichtig, in einem größeren Unternehmen zu arbeiten. Zufällig hörte ich damals von der Stellenausschreibung für meine heutige Position, deren Anforderungen zu meinen praktischen Vorkenntnissen passten.“

Lösungskompetenz und Interesse für Technik

In Nicole Wegmanns Beruf ist flexible Lösungskompetenz wichtig: „Aus der Produktion oder dem Vertrieb erhalte ich – manchmal auch kurzfristig – Fragen, für die ich dann eine individuelle Lösung finde.“ Darüber hinaus braucht sie Kommunikationsfähigkeit sowie Interesse für technische Themen. „In meinem Umfeld sind zudem gute Englischkenntnisse von Vorteil. Die Kundenkommunikation läuft fast ausschließlich in englischer Sprache. Dies gilt auch für alle Normen und technischen Dokumente.“ Für die Zukunft plant sie, sich kontinuierlich fachlich weiterzubilden: „Ich bin neugierig, wie sich meine Arbeit, nicht zuletzt durch die technischen Veränderungen wie die Digitalisierung, weiterentwickeln wird.“

abi>> 15.09.2016