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Der digitale Patient

Ein Arzt prüft ein Röntgenbild auf einem Computerbildschirm.
Können Hausarzt, Facharzt und Klinikpersonal digital auf diesselbe Patientenakte zugreifen, erleichtert das ihre Arbeit und erspart dem Patienten mehrfache Untersuchungen. Damit das technisch funktioniert, gleichzeitig aber auch der Datenschutz gewahrt wird, sind Experten gefragt - die Medizininformatiker.
Foto: Julien Fertl

Medizininformatiker

Der digitale Patient

Der 31-jährige Medizininformatiker Mathias Aschhoff kümmert sich als Teamleiter beim Rechenzentrum Volmarstein (RZV) in Wetter an der Ruhr um IT-Lösungen für Krankenhäuser. Zum Beispiel können Patientenakten jederzeit digital abgerufen werden.

Mathias Aschhoff ist hochmotiviert für seinen Beruf: „Ich bin überzeugter Medizininformatiker. Bei uns geht es nicht um die Verwaltung von Nägeln und Schrauben, sondern oft um menschliche Schicksale im Krankenhaus“, sagt der 31-Jährige.

In der Abteilung Medizin und Pflege beim Rechenzentrum Volmarstein (RVZ) in Wetter an der Ruhr ist er als Teamleiter tätig. Das Unternehmen bietet Software-Lösungen für Krankenhäuser an und steht dabei als Dienstleister zwischen dem Lieferanten der Software und dem Endkunden, einem Krankenhaus. „Es geht grundsätzlich darum, die Abläufe und Daten des Krankenhauses in das digitale, interne Informationssystem einzupflegen“, erklärt Mathias Aschhoff. Zusammen mit seinem zwölfköpfigen Team betreut er parallel mehrere komplexe Projekte.

Das Krankenhauslabor wird digitalisiert

Ein Porträtbild von Mathias Aschhoff

Mathias Aschhoff

Foto: Peter Bauske

Sehr viele Daten werden zum Beispiel in den Laboren der Krankenhäuser erhoben. „Wir bekommen dann etwa den Auftrag, dass bestimme Werte der Patienten im Krankenhausinformationssystem (KIS) angezeigt werden sollen“, erklärt der Medizininformatiker. Dann muss eine Schnittstelle zwischen den beiden Informationssystemen eingerichtet werden, die die Daten austauscht. Auch andere Abteilungen im Krankenhaus, etwa die Radiologie, werden mit sogenannten Subsystemen digital ins KIS überführt.

Doch auch digitale Patientenakten werden zunehmend nachgefragt. Vorteil der Digitalisierung für die Mediziner: Die Daten können gleichzeitig, an verschiedenen Orten des Krankenhauses abgerufen werden.

Fehler im System beheben

Mathias Aschhoff arbeitet vor allem am Laptop oder am PC. „Ich bearbeite pro Tag mehrere Kundenaufträge“, sagt er. Das bedeutet, dass Anfragen von Kunden direkt bei ihm auf dem Laptop landen und er danach Aufgaben auf sein Team verteilt. Eine typische Tätigkeit hierfür ist, dass sich die Medizininformatiker mit ihrem Laptop direkt in das KIS-System des Krankenhauses schalten, um dort Einstellungen vorzunehmen, Fehler zu beheben oder Verbesserungen einzustellen. Zu seinen Aufgaben gehört es auch bei Kunden, Messen und Veranstaltungen Vorträge zu halten oder Schulungen zu geben.

Das Programmieren überlässt Mathias Aschhoff dabei allerdings dem Lieferanten der Software. Dennoch muss er diesem genau sagen können, welche Bedürfnisse der Kunde umgesetzt haben möchte, und umgekehrt auch den Kunden verstehen, wo die Probleme liegen – eigene Kenntnisse im Programmieren und zum Gesundheitssystem helfen ihm dabei weiter.
Der 31-Jährige ist nun seit etwa sechs Jahren als Medizininformatiker tätig, bereits wenige Jahre nach seinem Berufseinstieg stieg er zur Führungskraft auf.

Programmierkenntnisse von Vorteil

Auf seinen Wunschberuf kam Mathias Aschhoff nach dem Abitur, als er seinen Zivildienst in einer Klinik auf Borkum absolvierte – dort fielen ihm die vielen Probleme in der IT auf: „Da habe ich die Motivation gespürt, der Klinik in diesem Bereich zu helfen.“ Er entschied sich, spezialisiert „Medizinische Informatik“ an der Fachhochschule Dortmund zu studieren. Nach dem Bachelor schloss er 2012 den gleichnamigen Master ab. Sein beruflicher Einstieg erfolgte kurz danach bei der Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH in Bochum, wo sich der Medizininformatiker um den Bereich der IT-Standardisierung im Gesundheitswesen kümmerte. Vor wenigen Jahren wechselte er schließlich zum RZV.

Neben guten Karrierechancen ist für Mathias Aschhoff ein großer Vorteil seines Berufs, dass es in diesem Bereich sehr verschiedene Arbeitgeber und dadurch vielseitige Tätigkeitsfelder gibt – da ist für jedes Interesse etwas dabei. Was jedoch aus seiner Sicht für alle gleich bleibt, ist das lebenslange Lernen: „In der Informatik muss man fast jeden Tag etwas Neues dazulernen“, ist er überzeugt.

abi>> 15.11.2018

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