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An vielen Schnittstellen

Windkraftradanlage
Wie wird aus Wind oder Wasser Strom? Projektingenieure arbeiten unter anderem an der Entwicklung und Inbetriebnahme von Energieanlagen.
Foto: Martin Rehm

Projektingenieurin

An vielen Schnittstellen

Mit Energie in den Beruf: Nicole Sanders arbeitet als Projektingenieurin bei Uniper in Gelsenkirchen. Dort kümmert sich die 28-Jährige unter anderem um die Inbetriebnahme von Energieanlagen.

Zu Beginn eines Projekts bei Uniper müssen zunächst einige Studien erstellt werden: Wo ist ein passender Ort für eine Anlage, die beispielsweise aus Strom Wärme erzeugt? Wie kann ein technisches Konzept für den Einsatz der Anlage aussehen? Wie stellt man deren Wirtschaftlichkeit sicher? Welche Technologien und Konzepte für Netzanschlüsse und Systemintegration sind möglich? „Danach gehen wir in die Detailplanung, die Umsetzungs- und Realisierungsphase, die Inbetriebnahme und den Betrieb der Anlage. Ich verhandle mit Lieferanten und sorge dafür, dass alles optimal realisiert wird“, erläutert Nicole Sanders. Dabei arbeitet die Projektingenieurin an vielen Schnittstellen, darunter mit den Abteilungen Elektrotechnik, Verfahrenstechnik, Leittechnik, Bautechnik und Kesseltechnik. Hinzu kommen Treffen mit dem Einkauf, dem Vertrieb, den Kunden und der Betriebsmannschaft.

Aus überflüssigem Strom wird Wärme

Ein Porträt-Foto von Nicole Sanders

Nicole Sanders

Foto: privat

Damit begleitet die studierte Elektroingenieurin die Projekte von der Anfrage über die Kosten- und Terminplanung bis hin zur Inbetriebnahme von Anlagen. Bisher war sie schon für Innovationsprojekte im Bereich Dezentrale Energien und virtuelle Kraftwerke zuständig, auch VPP (Virtual Power Plant) genannt. Diese regeln das Zusammenspiel von Energieangebot und -nachfrage sowie die Integration der erneuerbaren Energien. Derzeit liegt ihr Schwerpunkt auf „Power to Heat“ (P2H): „Wenn beispielsweise in einem Windkraftwerk bei starkem Wind zu viel Energie erzeugt wird, können die Stromüberschüsse für die Wärmebereitstellung verwendet werden“, erklärt die Ingenieurin. „Dazu werden in Kraftwerken, Industrieanlagen oder an Standorten mit Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung kleinere oder größere ,Elektroheizungen' eingesetzt.“

„Als Elektroingenieurin habe ich ein gutes grundlegendes Technikverständnis, das mir auch bei den anderen technischen Disziplinen hilft“, berichtet Nicole Sanders, die als technische Projektleiterin dafür sorgt, dass alle Beteiligten reibungslos miteinander arbeiten können. „Dafür benötige ich auch Führungsfähigkeiten: Ich muss einen guten Zugang zu Menschen haben, klar kommunizieren können und das Projektteam motivieren.“ Während der einzelnen Projektphasen und insbesondere bei der Realisierung und der Inbetriebnahme ist die Projektingenieurin auch mehrere Tage in der Woche bei der Anlage vor Ort, um die Arbeiten zu überwachen. „Ich bin froh, vor meinem Studium die Ausbildung zur Elektrotechnikerin gemacht zu haben“, sagt Nicole Sanders. „Was ich dort gelernt habe, hat mir sowohl im Studium als auch bei meiner heutigen Arbeit schon oft weitergeholfen.“

Faszination Elektrotechnik, Schwerpunkt Energie

Nicole Sanders ist bereits seit jungen Jahren vom Thema Elektrotechnik fasziniert. Nachdem sie eine Ausbildung zur Elektrotechnikerin für Betriebstechnik absolviert hatte, studierte sie Elektrotechnik an der Technischen Fachhochschule Bochum und wechselte nach dem Bachelorabschluss an die Universität Duisburg-Essen, um dort den Master zu absolvieren.

Sowohl im Bachelor- als auch im Masterstudium wählte sie den Schwerpunkt Energietechnik und schrieb beide Abschlussarbeiten beim Energiekonzern E.ON, wo sie während des Studiums auch als Werkstudentin arbeitete. „Als ich meinen Master in der Tasche hatte, wurde eine Stelle bei Uniper in Gelsenkirchen frei, also habe ich mich dort beworben“, erzählt Nicole Sanders. Das Unternehmen Uniper ist aus E.ON hervorgegangen und hat unter anderem die konventionelle Energiesparte des Konzerns übernommen, also alles rund um die Kraftwerkstechnik. Ein spannendes Feld für die 28-Jährige.

abi>> 21.11.2016

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