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Wie belastbar ist das Sportgerät?

Mann an einem Klettergerät. Foto: Julien Fertl
Alles stabil? Beim TÜV kommen auch Sportgeräte auf den Prüfstand.
Foto: Julien Fertl

Sportingenieurin

Wie belastbar ist das Sportgerät?

Testen auf Biegen und Brechen: Janine Brückner arbeitet beim TÜV Thüringen in Arnstadt und testet dort unter anderem Sportgeräte. Auf ihren Beruf vorbereitet wurde die 28-Jährige im Studiengang Sportgerätetechnik.

Schon vor der Abgabe ihrer Masterarbeit ging Janine Brückner auf die Suche nach Stellenangeboten für Sportingenieure – und wurde beim TÜV Thüringen in Arnstadt fündig. Als Prüfingenieurin und Sachverständige prüft sie nun Sport-, Spiel- und Freizeitprodukte. „In unserem Labor testen wir zum Beispiel die statische und dynamische Belastung von Fitnessgeräten“, berichtet die Ingenieurin. Zum einen werden die Produkte per Hand geprüft, zum anderen mit Maschinen – um zum Beispiel zu sehen, ab welcher Belastungszeit Materialermüdungen auftreten. „Ich befasse mich oft mit Tischtennistischen – damit kenne ich mich mittlerweile bestens aus“, erzählt sie.

Sport allein wollte die sportbegeisterte Frau nicht studieren, und Physik hat ihr schon in der Schule gefallen. „Mich interessierte deshalb die Kombination aus Sport und Technik“, sagt die 28-Jährige. Also entschied sie sich für ein Bachelor- und anschließend ein Masterstudium der Sportgerätetechnik an der Technischen Universität Chemnitz. Etwa 30 Prozent des Studiums umfassen sportliche Inhalte, die anderen 70 Prozent widmen sich dem Maschinenbau.

Gefahren erkennen, dokumentieren, protokollieren

Wenn die Prüfingenieure die Prüfmuster der Sportgeräte von ihren Kunden erhalten, testen sie diese nach DIN-Normen oder nach gesetzlichen Anforderungen. Besteht ein Produkt den Test, erhält es das begehrte Zertifikat „TÜV-geprüft“ und darf damit auch werben. Hin und wieder verlässt die Prüfingenieurin ihren Arbeitsplatz für Außentermine, zum Beispiel, wenn Spielplätze begutachtet werden müssen. Die meiste Zeit verbringt sie allerdings am Schreibtisch: „Wir müssen all unsere Tests dokumentieren und protokollieren, das ist viel Aufwand“, sagt Janine Brückner. Außerdem ist sie häufig auf einschlägigen Produktmessen unterwegs, um neue Kunden zu gewinnen, die ihre Produkte anschließend ebenfalls vom TÜV testen lassen.

Die Kenntnisse aus dem Studium der Sportgerätetechnik kommen ihr bei ihrer heutigen Arbeit zugute. „Ich habe gelernt, wie die Beziehung zwischen Mensch und Gerät optimalerweise aussieht und kenne mich mit Bewegungsabläufen aus“, erklärt Janine Brückner. „Für meine Arbeit sollte man wissen, wie Kinder sich an den Geräten verhalten. So lassen sich Gefahrenstellen erkennen, an denen sie sich zum Beispiel die Finger einklemmen könnten.“ Und nicht zu vergessen: Man sollte Interesse daran haben, sogenannte Normtexte zu lesen und zu verstehen. Denn in diesen steht sehr sachlich, welche Anforderungen die getesteten Produkte erfüllen müssen.

abi>> 19.04.2018

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