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Kreative Köpfe für die Industrie

Bild einer Konstruktionszeichnung
Technische Produktdesigner berechnen, visualisieren und dokumentieren Konstruktionsdaten für Bauteile und Baugruppen oder Produkte.
Foto: Hans-Martin Issler

Technische Produktdesigner – Hintergrund

Kreative Köpfe für die Industrie

Ob Elektrogeräte, Konsumgüter oder Fahrzeuge – hinter jedem neuen Produkt steckt jemand, der sie entwickelt und konstruiert. Und ein anderer, der die Maschinen konzipiert, die sie herstellen. Bei beiden Aufgaben spielen Technische Produktdesigner eine wichtige Rolle.

Technische Produktdesigner arbeiten in der Regel Hand in Hand mit Ingenieuren und Industriedesignern. Für sie berechnen, visualisieren und dokumentieren sie die Konstruktionsdaten für Bauteile und Baugruppen oder Produkte, die diese entwickeln. Die äußere Form spielt dabei auch eine Rolle – vor allem bei Konsumgüter – aber im Zentrum steht die Technik. Das heißt, Technische Produktdesigner berücksichtigen Fertigungsverfahren und Werkstoffeigenschaften, planen, kalkulieren und koordinieren Arbeitsabläufe und kontrollieren die Produktionsergebnisse. Gute Kenntnisse in Mathematik und Physik, Spaß an der Arbeit am Computer, Interesse an technischen Zusammenhängen und Präzision sind dafür wesentlich. Dennoch ist der Beruf auch etwas für kreative Geister: Wenn Modelle dreidimensional am Computer entworfen werden, ist Vorstellungsvermögen gefragt.

Porträt von Martin Welzbacher

Martin Welzbacher

Foto: Nina Färber/ Arbeitsagentur Hagen

Technische Produktdesigner können zwei Fachrichtungen einschlagen: Maschinen- und Anlagenkonstruktion oder Produktgestaltung und -konstruktion. Viele Arbeitsschritte ähneln sich, bei der Maschinen- und Anlagenkonstruktion geht es allerdings nicht nur darum, technische Details von Produkten zu verstehen, sondern zudem um die Anforderungen des gesamten Fertigungssprozesses. Die Ausbildung dauert in der Regel in beiden Fachrichtungen dreieinhalb Jahre. Eine Verkürzung um bis zu ein Jahr ist möglich. „Das muss im Einzelfall passen“, sagt Martin Welzbacher, Berufsberater bei der Arbeitsagentur Hagen. Ausschlaggebend sind meist gute Noten in der Berufsschule sowie das Einverständnis des Ausbildungsbetriebs.

Gute Zukunftsperspektiven

Erst 2011 hat der Technische Produktdesigner die Ausbildung zum Technischen Zeicher abgelöst. Deshalb ist es schwierig, die Zahl der derzeitig im Beruf Beschäftigten zu ermitteln, sagt der Be rufsberater. Anders bei den Auszubildenden: Laut Deutscher Industrie- und Handelskammer (DIHK) haben 2017 knapp 2.500 Auszubildende ihren Abschluss in diesem Beruf gemacht, etwa 80 Prozent davon in der Maschinen- und Anlagenkonstruktion.

Ein Trend, der sich in der Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen bei den Arbeitsagenturen spiegelt: bundesweit waren laut Martin Welzbacher Ende November 2018 zum Ausbildungsbeginn 2019 noch gut 907 Stellen zu besetzen, knapp 80 Prozent davon in der Maschinen- und Anlagenkonstruktion. Er rät interessierten Abiturienten daher, sich zügig zu bewerben.

Übrigens: Laut DIHK waren rund 35 Prozent der Auszubildenden beider Fachrichtungen 2017 weiblich. Für Männer und Frauen sind die Berufsperspektiven gut, gerade in Zeiten der Digitalisierung. „Der Technische Produktdesigner gehört bestimmt nicht zu den Tätigkeiten, die verschwinden werden“, sagt der Berufsberater.

Lebenslanges Lernen

Martin Welzbacher ergänzt allerdings: „Der Beruf ist stets in Bewegung. Ob 3D-Druck von Modellen oder die vernetzte Produktion in der Industrie 4.0 – Berufstätige müssen Flexibilität und Lernbereitschaft mitbringen, um fit zu bleiben.“ Das kann man schon während der Ausbildung angehen: „Etwa durch eine Spezialisierung im Bereich CNC, der computergestützten Steuerung von Werkzeugmaschinen“, sagt er.

Nach der Ausbildung und den ersten Erfahrungen im Berufsleben stehen Abiturienten Weiterbildungen und mehrere Studiengänge offen: In der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion sind die Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Konstruktionstechnik naheliegende Optionen oder eine Weiterbildung zum Techniker, Richtung Maschinentechnik (Konstruktion). Für die Produktgestaltung bietet sich ein Bachelorstudium im Produkt- und Industriedesign oder in der Produktentwicklung an.

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Technische/r Produktdesigner/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Informationen zu passenden Studiengängen und -berufen findest du etwa im Teilberufsfeld „Konstruktion und Technisches Zeichnen“.

www.berufsfeld-info.de/planet-beruf

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen.

https://kursnet-finden.arbeitsagentur.de

VDMA – Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau

Informationen zur Branche und zur Ausbildung

www.vdma.org

abi>> 17.01.2019