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In zwei Welten zu Hause

Vier Kollegen sitzen für eine Besprechung am Tisch.
An der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik sind Wirtschaftsingenieure im Einsatz und fungieren daher im Unternehmen oft als Vermittler zwischen den Abteilungen.
Foto: Grit Büttner

Wirtschaftsingenieur

In zwei Welten zu Hause

Der Wirtschaftsingenieur Micha Wirth (28) arbeitet im strategischen Einkauf bei der Siemens Healthcare GmbH im bayrischen Kemnath. Sowohl wirtschaftliche als auch technische Gesichtspunkte spielen in seiner Tätigkeit eine wichtige Rolle.

Der 28-Jährige ist speziell für den Einkauf von Dreh- und Frästeilen für medizinische Geräte verantwortlich, die etwa in Patientenliegen oder Computer-Tomographen verbaut werden. Als Wirtschaftsingenieur kann er sich hier gut einbringen, „denn man ist in beiden Welten zu Hause, Wirtschaft und Technik: Man ist die integrierende Komponente“, erklärt er.

Nach seinem Masterstudium mit den Schwerpunkten Biomedizinische Technik und strategisches Management an der Technischen Universität Ilmenau sowie einem zweijährigen Trainee-Programm bei Siemens kann er nun im Einkauf seit fast einem Jahr viel Verantwortung übernehmen.

Mit Verhandlungsgeschick und Sprachtalent

Ein Porträtbild von Micha Wirth

Micha Wirth

Foto: privat

So sind es die Aufgaben von Micha Wirth, den besten Zulieferer auszuwählen, Preise zu verhandeln und sich auch intern mit Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen abzustimmen, wie aus der Entwicklung, der Qualitätssicherung, der Logistik oder dem Vertrieb. Einen Großteil dieser Arbeit erledigt er am Telefon oder per E-Mail. „Wichtig ist aber auch der persönliche Kontakt zu Lieferanten vor Ort. Außerdem besuche ich regelmäßig unsere eigenen Standorte, damit ich direkte Rückmeldungen aus der Produktion bekomme“, erklärt der junge Wirtschaftsingenieur. Reisen in Deutschland und im Ausland gehören daher zu seinem Arbeitsalltag, aber auch reine Schreibtischtätigkeiten: „Interne Besprechungen, zum Beispiel mit Lieferanten, müssen dokumentiert werden“, sagt Micha Wirth.

Verhandlungsgeschick, strategisches Denken, eine schnelle Auffassungsgabe und eine gute Kommunikationsfähigkeit gepaart mit interkultureller Kompetenz und verhandlungssicherem Englisch sind seiner Meinung nach wichtige Voraussetzungen, um in seinem Berufsfeld erfolgreich zu sein.

Zwei Interessen kombiniert

Micha Wirth hat nach der Realschule und einer Ausbildung zum Schreiner im Jahr 2008 an der Berufsoberschule die Fachhochschulreife abgeschlossen. Danach begann er sein Bachelorstudium in Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Ansbach. „Das Studium hat mich deshalb gereizt, weil es genau die zwei Welten verbindet, die mich besonders interessieren: Betriebswirtschaft und Technik“.

Während des Bachelorstudiums hat er bereits ein Jahr lang für seinen jetzigen Arbeitgeber als Werkstudent gearbeitet. „Das war eine gute Ergänzung und Motivation für mein Studium, auch wenn die Tage gut ausgefüllt waren mit Vorlesungen, Seminaren und Arbeit“, erinnert sich Micha Wirth. Auch zum Praxissemester war er bei Siemens im Einsatz, im strategischen Einkauf an einem Standort in den USA.

Berufseinstieg leicht gemacht

Nach dem Bachelor wäre für Micha Wirth auch der direkte Berufseinstieg möglich gewesen. „Ich wollte aber nach der Fachhochschule auch noch das Studium an einer Universität kennenlernen und habe mich deshalb für einen Master an der Technischen Universität Ilmenau entschieden.“ Hier spezialisierte er sich auf die Vertiefungsrichtung Biomedizinische Technik. Danach fand der studierte Wirtschaftsingenieur problemlos eine Festanstellung, nur wenige Bewerbungen waren nötig. „Ich wusste genau, was ich wollte und der Einstieg hat daher schnell geklappt“, erzählt er. Und auch für seine weitere berufliche Karriere sieht er bei seinem jetzigen Arbeitgeber viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Persönlich sehr wichtig ist Micha Wirth sein ehrenamtliches Engagement für den Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI). Bislang war er unter anderem Mitglied im Bundesvorstand als studentischer Vertreter, heute ist er in der Berufsorganisation tätig. „Davon abgesehen, dass ein solches Engagement vom Arbeitgeber gerne gesehen wird, kann man seine Sozialkompetenzen stärken“, findet der 28-Jährige und ergänzt: „Ich kann allen angehenden Wirtschaftsingenieuren empfehlen, schon im Studium ein Netzwerk aufzubauen und aktiv daran mitzuwirken.“

abi>> 18.01.2017

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