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Kreative Problemlöser mit sehr guten Aussichten

Ein junger Mann bedient eine Maschine.
Sowohl im Umgang mit Maschinen als auch mit Finanzen kennen sich Wirtschaftsingenieure aus.
Foto: Thorsten Thiel

Wirtschaftsingenieurwesen: Hintergrund

Kreative Problemlöser mit sehr guten Aussichten

Der Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen zählt zu den fünf beliebtesten in Deutschland. Und das nicht ohne Grund, denn die Fachleute mit doppelter Kompetenz sind bei Unternehmen verschiedener Branchen stark nachgefragt und können auf der Karriereleiter schnell emporsteigen.

Die technische Funktion eines Produktes verstehen und es gleichzeitig nach betriebswirtschaftlichen Faktoren beurteilen – das leisten Wirtschaftsingenieure. Aufgrund ihres Wissens an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Technik kommen sie – insbesondere vor dem Hintergrund der globalen Trends wie Industrie 4.0 und der zunehmenden Vernetzung weltweit – in ihren Betrieben zum Einsatz, um Innovationen zu fördern und Führungspositionen zu übernehmen.

Daher verwundert es kaum, dass Wirtschaftsingenieurwesen derzeit einer der fünf beliebtesten Studiengänge Deutschlands ist. Während im Jahr 2000 rund 6.000 Studierende in dieser Fachrichtung begannen, sind es aktuell fast 20.000.

Studieninteressierte können unter rund 100 staatlichen Fachhochschulen, mehr als 30 Universitäten sowie aus privaten Fachhochschulen, Berufsakademien und Fernuniversitäten wählen. Das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens kann in Voll- oder Teilzeit sowie berufsbegleitend studiert werden. In den meisten Fällen erfolgt die Zulassung über eine örtliche Zulassungsbeschränkung. Mitunter werden auch Motivationsschreiben, Berufsausbildung und außerschulische Leistungen berücksichtigt.

Breit aufgestellte Ausbildung

Ein Porträtbild von Uwe Dittmann

Uwe Dittmann

Foto: Hochschule Pforzheim

Inhaltlich ist das Wirtschaftsingenieurstudium im Wesentlichen auf vier Hauptpfeilern aufgebaut, wie Professor Uwe Dittmann, Vorsitzender des Fakultäten- und Fachbereichstags Wirtschaftsingenieurwesen sowie Beiratsmitglied im Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI), erläutert: „Rund 40 Prozent des Studiums beziehen sich auf die MINT-Fächer, also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Dazu kommt etwa ein Drittel Managementwissen. Etwa 15 bis 20 Prozent sind sogenannte Integrationsfächer, die die beiden erstgenannten Bereiche verzahnen. Das sind Fächer wie Fertigungstechnik, Produktionsmanagement, Logistik, technischer Einkauf und mehr. Außerdem werden Soft Skills gefördert, etwa Verantwortungsbewusstsein, Zielorientierung, Teamfähigkeit und Fremdsprachenkenntnisse“, erklärt er.

Seiner Einschätzung nach ist das Wirtschaftsingenieurstudium eher eine generalistische Ausbildung, auch wenn in den höheren Semestern bestimmte Vertiefungen angeboten werden. „Entscheidend ist aber, dass die jungen Menschen in ihrem Studium das Handwerkszeug lernen, um Probleme in Unternehmen zu erkennen und kreativ zu lösen“, sagt Professor Uwe Dittmann. An das Bachelorstudium noch einen Master anzuhängen, sei für einen erfolgreichen Berufseinstieg empfehlenswert, aber nicht nötig.

Hohe Hürden, hoher Lohn

„Die Hürde, einen Studienplatz zu bekommen, ist relativ hoch. Aber wer einen hat und sein Studium erfolgreich abschließt, der bekommt in der Regel auch einen attraktiven und gut bezahlten Arbeitsplatz, selbst wenn die Konjunktur nicht optimal läuft“, so seine Erfahrung. Und das, obwohl die Konkurrenz durch die rund 20.000 Studienanfänger pro Jahr groß ist. In einer Studie des VWI heißt es, Arbeitslosigkeit sei für Wirtschaftsingenieure nahezu unbekannt und die Einstiegsgehälter lägen auf konstant hohem Niveau. Außerdem seien ihre Aufstiegschancen überdurchschnittlich gut. „Sie können dank ihrer Fach- und Methodenkompetenz und durch ihr interdisziplinäres Denken in fast allen Positionen eingesetzt werden“, betont Professor Uwe Dittmann.

Beschäftigung finden Absolventen des Wirtschaftsingenieurwesens in Feldern wie dem Controlling, im Einkauf, im Rechnungswesen und in der Produktion in Unternehmen nahezu aller Branchen, bevorzugt im produzierenden Gewerbe, aber auch im Handel- und Dienstleistungsgewerbe. Potenzielle Arbeitgeber schätzen oder setzen gar voraus, dass Absolventen bereits Erfahrung im Ausland und in Betriebspraktika gesammelt haben und mindestens eine Fremdsprache beherrschen.

Weitere Informationen

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 Beschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsingenieur/in)
www.berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

www.jobboerse.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „Finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen.
www.studienwahl.de

Verband Deutscher Wirtschaftsingenieure e.V. (VWI)

Berufsverband mit mehr als 5.000 Mitgliedern, mit dem Ziel, Wirtschaftsingenieure in interdisziplinären Tätigkeitsfeldern zu fördern
www.vwi.org

Studie „Wirtschaftsingenieurwesen in Ausbildung und Praxis“ des VWI

Die Publikation soll Abiturienten und Studierende in ihrer Entscheidung für eine Hochschule oder ihre Studienrichtung untestützen und kostet 19,90 Euro.
www.wirtschaftsingenieurwesen.org

abi>> 18.01.2017

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