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"Der Beruf ist Spaß und Herausforderung zugleich"

Junge Frau verfeinert künstliches Gebiss mit Skalpell.
Damit sowohl die Funktion als auch die Ästhetik der Prothese perfekt ist, braucht es vor allem Präzision und handwerkliches Geschick.
Foto: Martin Rehm

Zahntechnikerin

"Der Beruf ist Spaß und Herausforderung zugleich"

Anderen Menschen zu einem strahlenden Lächeln verhelfen: Laura Dworak (25) fertigt und repariert als Zahntechnikerin festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz. Eine anspruchsvolle Tätigkeit, die handwerkliches Geschick, technisches Verständnis und Präzinsion fordert.

Eigentlich hatte Laura Dworak ganz andere Pläne als in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten, der im nordrhein-westfälischen Zülpich ein Dentallabor führt. Während der Schulzeit stand für sie fest: Zahntechnikerin werde ich auf keinen Fall – Innenarchitektin oder Pathologin war ihr damaliger Berufswunsch.

Am Ende konnte sie der verlockenden Tätigkeit doch nicht widerstehen und trat nach dem Abitur als Auszubildende in das Familienunternehmen ein: „Schon als Jugendliche hatte ich viel Zeit im Labor verbracht und mochte die Atmosphäre und die Mitarbeiter. Als mein Vater mir vorschlug, einfach mal in den Beruf reinzuschnuppern, war ich wider Erwarten begeistert.”

Handwerkliches Geschick und ein gutes Auge

Brücken und Prothesen herstellen, Implantate anfertigen, stark mit Karies befallene Zähne durch Inlays komplettieren und Zähne durch Kronen ersetzen – seit ihrer Gesellenprüfung im Sommer vor zwei Jahren gehören diese Aufgaben zu Laura Dworaks Berufsalltag.

Ein Porträt-Foto von Laura Dworak

Laura Dworak

Foto: Privat

Die 25-Jährige hat Spaß an ihrer Tätigkeit und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen, aber sie räumt ein, dass er große Herausforderungen mit sich bringt: „Man muss sehr präzise mit den Schleifgeräten, Schmelz- und Löteinrichtungen und Poliermaschinen umgehen, ein gutes Auge haben und ausgeprägtes handwerkliches Geschick mitbringen, denn sowohl die Funktion als auch die Ästhetik unserer Produkte müssen perfekt sein.“ Das ist für die Rheinländerin eine Selbstverständlichkeit, schließlich soll nicht direkt zu erkennen sein, dass es sich um Zahnersatz handelt. „Man hat ja ein gewisses Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Patienten”, betont die Zahntechnikerin.

Bereitschaft zu Überstunden

Laura Dworak und ihre Kollegen arbeiten mit drei Zahnarztpraxen zusammen, die sich in unmittelbarer Nähe zum Labor befinden. „Das ist praktisch, denn so können wir patientennah arbeiten und gewährleisten, dass sowohl Farbe und Form der Zähne optimal zu den Patienten passen. Um das zu erreichen, finden bis zur Fertigstellung drei bis vier Zwischenanproben statt. Hierfür braucht man auch ein gewisses künstlerisches Talent”, erklärt sie.

Zudem sei Zahntechniker kein Nine-to-five-Job, sagt die 25-Jährige. Wenn es die Auftragslage erfordert, bleiben sie und die anderen Mitarbeitern schon mal ein oder zwei Stunden länger im Labor.

Für ungeduldige Menschen sei der Job dementsprechend nicht geeignet, ebenso wenig für Leute, die schnell nervös oder gestresst werden und nicht mit Zeitdruck umgehen können, sagt Laura Dworak.

Das große Ziel ist die Selbstständigkeit

Um noch besser in ihrem Beruf zu werden, besuchte Laura Dworak bis vor Kurzem die Meisterschule, an der die bereits in der Berufsschule gelehrten Fähigkeiten und Fertigkeiten noch einmal vertieft und erweitert wurden. „Außerdem haben wir uns unter anderem mit Themen wie Kalkulationen von Aufträgen beschäftigt, die wir beherrschen müssen, sollten wir uns irgendwann selbstständig machen.” Und dass das eines Tages ansteht, daran besteht kein Zweifel: In fünf bis sechs Jahren will die junge Zahntechnikerin das Labor ihres Vaters übernehmen.

abi>> 28.08.2015