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„Unsere Erfolge zeigen sich erst einige Jahre später“

Zwei Mitarbeiter besprechen eine Grafik.
Die GIZ ist weltweit als Dienstleister für nachhaltige Entwicklung tätig.
Foto: Sonja Trabandt

Berater bei der GIZ

„Unsere Erfolge zeigen sich erst einige Jahre später“

Tobias Bihler (29) hat bereits während seines VWL-Studiums Auslandspraktika bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gemacht. Heute ist er bei dem bundeseigenen Unternehmen als Berater fest angestellt. Mit seinem Know-how unterstützt er im Rahmen eines GIZ-Auftrages derzeit das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) bei Projekten zur Wirtschaftsförderung und guter Regierungsführung in Nordafrika, Osteuropa und im West-Balkan.

„Die Intention dieser Projekte ist immer, Verwaltungspartnerschaften zwischen EU-Mitgliedstaaten und Ländern am Rande der EU aufzubauen. Wir beraten die Staaten in wirtschaftspolitischen Fragen, um später einen EU-Beitritt zu ermöglichen oder generell die effektive Regierungsführung und wirtschaftliche Entwicklung zu stärken“, fasst Tobias Bihler die von ihm koordinierten Projekte zusammen.

Seit 2012 ist er fester Mitarbeiter bei der GIZ, die die Bundesregierung in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. So hat der 29-Jährige gerade europaweit ein Expertenteam zusammengestellt, das die ukrainische Kartellbehörde dabei beraten kann, im Land einen effektiven und fairen Wettbewerb von Unternehmen sicherzustellen. Das heißt im Klartext: viel telefonieren, erklären, sich durchfragen – sowohl bei den Fachreferaten des BMWi oder der Länderministerien als auch beim Expertenpool der GIZ.

Sollte sich die ukrainische Regierung, die die EU-Kommission vorab um Unterstützung gebeten hatte, für die deutsche Expertise entscheiden, wird Tobias Bihler das Projekt auf politischer Ebene koordinieren: „Ich begleite dann die gesamte Implementierungsphase und fahre regelmäßig zu Steuerungstreffen in die Ukraine. Meine Aufgabe ist unter anderem zu prüfen, ob die Ziele erreicht werden oder ob zum Beispiel das Budget aufgestockt oder Experten ausgetauscht werden müssen“, erklärt er.

Hemmnisse für wirtschaftliche Entwicklung beseitigen

Ein Porträt-Foto von Tobias Bihler

Tobias Bihler

Foto: Hajo Drees Photography

Seine Arbeit sei aber vor allem eine Bürotätigkeit: „Ich gehöre nicht zu den GIZ-Entwicklungshelfern, die den Menschen mit konkretem Alltagsbezug vor Ort helfen. Meine Projekte konzentrieren sich vielmehr darauf, Länder zu analysieren und systemrelevante Lösungen zu finden, wie sie sich wirtschaftlich und im Hinblick auf eine gute Regierungsführung weiterentwickeln können.“ So geht es zum Beispiel in einem anderen Projekt darum, in Marokko die bürokratischen Hürden für kleine und mittelständische Unternehmen abzubauen und ihnen politisches Gehör zu verschaffen – etwa durch die Gründung von Unternehmensverbänden.

Solche komplexen und länderspezifischen Zusammenhänge zu verstehen, hat Tobias Bihler während seines Studiums der internationalen Volkwirtschaftslehre an der Universität Regensburg und im Masterstudiengang Governance (Regierungsführung) an der Fernuni Hagen gelernt. „In dieser Zeit habe ich auch das Interesse entwickelt, die Stellschrauben von Wirtschaftssystemen verstehen und möglicherweise bewegen zu können, damit sich in schwächeren Ländern positive Entwicklungen einstellen“, erinnert er sich.

In der internationalen Entwicklungszusammenarbeit sieht er die GIZ als eine der wichtigsten Institutionen in Deutschland an. So konnte er nach seinem Masterabschluss bereits zwei mehrmonatige Praktika bei den Länderbüros in Usbekistan und Laos vorweisen. Für die hatte er sich damals eigeninitiativ beworben – ein eher unüblicher Weg, wie er heute selbst sagt. Nach seinem Studium bekam er beim Länderbüro in Laos eine reguläre Stelle und arbeitet seitdem durchgehend für die GIZ, seit 2014 in Berlin.

abi>> 29.10.2015