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Zukunftskonzepte fürs Krankenhaus

Betriebswirtin bei der Planung von Umbaumaßnahmen auf Station.
Versorgung und Pflege ständig weiterentwickeln: Betriebswissenschaftler in Krankenhäusern entwickeln Strategien für die Optimierung der Abläufe und stehen im engen Kontakt zu Ärzten, Pflegern und Therapeuten.
Foto: Axel Jusseit

Betriebswirtschaftlerin

Zukunftskonzepte fürs Krankenhaus

Wie sehen die Krankenhäuser der Zukunft aus? Wie lassen sie sich optimieren? Und wie kann man die gesetzten Ziele tatsächlich erreichen? Darüber macht sich die Betriebswirtschaftlerin Dr. Vera Antonia Büchner täglich Gedanken. Als Assistentin der Regionalleitung bei der Gesundheitsholding Tauberfranken in Bad Mergentheim erfüllt die 33-Jährige aber noch viele weitere Aufgaben.

Dr. Vera Antonia Büchner ist eine von 2.200 Mitarbeitern der Holding, zu der zwei Krankenhäuser, drei Seniorenzentren, zwei Krankenpflegeschulen, drei Medizinische Versorgungszentren, eine Physiotherapieschule und eine -praxis gehören und die Dienstleistungen in Medizin und Pflege anbietet. Die 33-Jährige ist Assistentin der Regionalleitung und arbeitet nicht nur eng mit der Geschäftsführung zusammen, sondern betreut auch federführend Projekte, die sich mit der Zukunft der Gesundheitsholding befassen.

„Aktuell führe ich zum Beispiel eine Marktanalyse durch, um unsere Medizinstrategie 2020 voranzubringen“, erzählt sie. Dabei gibt es vieles zu bedenken: „Die Gesellschaft wird immer älter und somit wird die Geriatrie – die Altenmedizin – immer wichtiger. Die Nachfrage nach Schmerztherapien steigt und auch Alternativen zu herkömmlichen Operationsmethoden werden stark nachgefragt.“ Um den Bedarf in der Region zu ermitteln, arbeitet sie im engen Austausch mit Ärzten, Pflegern und Therapeuten.

Risiken einschätzen

Ein Porträt-Foto von Dr. Vera Antonia Büchner

Dr. Vera Antonia Büchner

Foto: Katharina Vähning

Strategien entwickeln ist das Eine, mit handfesten Zahlen kalkulieren das Andere: „Übernimmt unsere Holding zum Beispiel eine Praxis, die ein Arzt nicht mehr betreiben möchte, muss ich mit gebotener Sorgfalt Risikoprüfungen durchführen und analysieren, welche Kosten auf uns zukommen“, erklärt Vera Antonia Büchner.

Auch wenn größere Geräte angeschafft werden sollen, muss zuvor eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt werden: „Lohnt sich die Anschaffung? Wie hoch wird die Auslastung des Gerätes sein? Dabei spielen wir unterschiedliche Szenarien durch.“ Die 33-Jährige trägt die Informationen zusammen und bereitet sie auf, um sie bei den Besprechungen den Kollegen zu präsentieren.

Die Welt der Kliniken

Studiert hat Vera Antonia Büchner Internationale Betriebswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander Universität in Nürnberg. „Nach dem Abitur hat mich vor allem das Internationale gereizt“, begründet sie die Entscheidung. „Sprachen alleine waren mir zu wenig, ich wollte auch ein Handwerkszeug erlernen – das war dann BWL.“ Über einen Job als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement hat sie die Welt der Krankenhäuser und Kliniken kennengelernt. „Damals begann der Umbruch im Gesundheitswesen, das System wurde umgekrempelt und die Vergütungen verändert. Das war eine spannende Zeit“, erinnert sie sich.

Aufgrund ihrer vielseitigen Interessen hat sie aber auch in andere Branchen reingeschnuppert, studierte beispielsweise am L'Institut d'études politiques der Robert Schuman Université in Straßburg, befasste sich mit Politik und machte Praktika in der Chemie- und Pharmaindustrie. Sie sagte sich: „Ich will so viel wie möglich aus dem Studium mitnehmen.“

Mit Promotion zum Erfolg

Am Ende aber hat sie sich doch für das Zusammenspiel aus Medizin und Betriebswirtschaft entschieden und sich für ihre Promotion wieder der Krankenhauswelt zugewandt. In ihrer Doktorarbeit hat sie untersucht, was passiert, wenn sich Krankenhäuser mit nach- und vorgelagerten Einrichtungen wie etwa Akut- oder Rehakliniken in einem Verbund zusammenschließen. Das Thema bereitete sie bestens auf ihre Assistentinnenstelle bei der Gesundheitsholding Tauberfranken vor.

Und das Internationale? „Zugegeben: Krankenhaus ist ein sehr nationales Thema, aber auch hier gibt es Möglichkeiten“, sagt Vera Antonia Büchner und erzählt: „Ich konnte an einem Austauschprogramm der Deutschen Krankenhausgesellschaft teilnehmen und für sechs Wochen in Den Haag in einem Krankenhausverbund mitarbeiten.“

Auch ihr nächster Schritt ist bereits in Planung: In Kürze wird sie kaufmännische Direktorin der Senioreneinrichtungen, die ebenfalls zur Gesundheitsholding gehört.

abi>> 17.07.2017

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