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Mit hohem Tempo in die Welt der Computerspiele eintauchen

Controller einer Spielekonsole in den Händen eines Menschen
Bevor er beruflich in der Branche Fuß fasste, war Hans Christian Dürr selbst semiprofessioneller Spieler.
Foto: Sonja Brüggemann

E-Sport-Manager

Mit hohem Tempo in die Welt der Computerspiele eintauchen

König Fußball wird zwar so schnell nicht vom Thron zu stoßen sein, dennoch entwickelt sich mit E-Sport eine neue Disziplin in der Sport-Branche, die Chancen für qualifiziertes Personal bietet. Einer, der die Entwicklungen des jungen Feldes mitgestaltet ist Hans Christian Dürr. Der 35-Jährige ist Head of E-Sports beim Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 in Gelsenkirchen.

„Als Head of E-Sports ist die Leitung des operativen Geschäfts Teil meines Tätigkeitsbereichs“, erklärt Hans Christian Dürr. Zu seinen Aufgaben gehört es, das (Trainer-)Team zusammenzustellen und Vertragsverhandlungen mit den Spielern zu führen. Außerdem steht er in regem Austausch mit dem League of Legends-Spieleentwickler Riot Games und kümmert sich zusammen mit dem Cheftrainer sowie dem Teammanager um die Förderung und Entwicklung der Spieler. Auch die inhaltliche Planung und Koordination der Fanbetreuung zählt zu seinem Aufgabengebiet.

Seinen Arbeitstag beginnt der 35-Jährige mit einem kurzen Mitarbeiter-Meeting. „Dabei besprechen wir die anstehenden Tagesaufgaben und unser Cheftrainer informiert mich über Entwicklungen im Training und aktuelle Ereignisse hinsichtlich unseres ‚League of Legends‘-Teams“, erzählt er. Gegen Mittag nimmt er meist selbst an einer Trainingseinheit der Spieler teil.

Vom Fachinformatiker in den Manager-Sessel

Porträt von Hans Christian Dürr

Hans Christian Dürr

Foto: FC Schalke 04 Esports

Schon seit Ende der neunziger Jahre beschäftigt sich Hans Christian Dürr mit dem Thema E-Sport. Nach seinem Abitur entschied er sich für eine Ausbildung zum Fachinformatiker der Fachrichtung Anwendungsentwicklung innerhalb der Videospieleindustrie (über den Beruf des Fachinformatikers kannst du dich informieren im Beitrag „Universelle und vielseitige Ausbildung“). Nach dem Abschluss wechselte er in den Bereich Online-Marketing. In dieser Zeit entwarf und realisierte er Werbekampagnen für diverse Spielehersteller. Schließlich beschloss er, sein Hobby zum Beruf zu machen und in das Management im E-Sport einzusteigen.

In der Branche Fuß fasste er als semiprofessioneller Spieler, bevor sein Weg ihn in verschiedene Management-Positionen im E-Sport-Bereich führte. Im Oktober 2017 wechselte er zum FC Schalke 04. Der Traditionsverein führt seit Mai 2016 eine eigene E-Sport-Abteilung, die das Strategiespiel League of Legends und die Fußballsimulation FIFA umfasst.

Ständige Bewegung, formbare Inhalte

An seinem Beruf gefällt Hans Christian Dürr vor allem das Tempo, in dem sich das Geschäftsfeld entwickelt, die enge Zusammenarbeit mit Spielern und die Erlebnisse, die die Spieler den Zuschauern bereiten. „Ich mag die ständige Bewegung, das Hinterfragen des Status Quo und die Tatsache, dass wir vieles im E-Sport noch formen können“, sagt er. Schließlich kann in dem jungen Berufsfeld noch viel ausprobiert und unkompliziert umgesetzt werden. „Wir erleben beispielsweise die Gründung neuer Ligen, die Entwicklung immer neuer Disziplinen und eine Verschmelzung mit vorhandenen Strukturen aus dem traditionellen Sport.“

Grundlagen für den Beruf des E-Sport-Managers sind seiner Meinung nach Organisationstalent, Zielstrebigkeit, und lösungsorientiertes Denken. „E-Sport ist kein klassischer ‚Nine-to-five-Job‘, das muss man sich bewusst machen“, betont Hans Christian Dürr. Dafür sei es ein Beruf mit vielen Herausforderungen. Die Mitgestaltung der Zukunft des E-Sports und dessen Professionalisierung ist für den 35-Jährigen ein wichtiges persönliches Ziel. „Ich möchte die professionelle Ausbildung von Trainern und Managern in diesem Bereich anstoßen. Wir brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter in diesem jungen Sport.“

FAQ zum Thema E-Sport >>

abi>> 22.03.2018