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Zwischen Cocktails und Kostenkalkulation

Kaffeemaschine
Auch als Betriebsleiterin bedient Mel-Jana Hebel manchmal noch die Kaffeemaschine.
Foto:Winfried Rothermel

Fachfrau für Systemgastronomie

Zwischen Cocktails und Kostenkalkulation

Der Arbeitstag von Mel-Jana Hebel (26) beginnt mit Büroarbeit und endet abends schon mal an der Bar – rein beruflich versteht sich. Die ausgebildete Fachfrau für Systemgastronomie ist Betriebsleiterin der Tex-Mex-Cocktailbar Sausalitos in Saarbrücken.

Vom Azubi direkt zur Betriebsleiterin, das hat Mel-Jana Hebel geschafft. Die Fachfrau für Systemgastronomie arbeitet seit Anfang des Jahres in einer Filiale von Sausalitos, einem modernen Freizeitgastronomiebetrieb, mit Cocktailbar und gemütlichem Bistrobereich mit mexikanischem Flair. „Meine Arbeitszeiten sind recht flexibel, aber in der Regel starte ich gegen 12 Uhr im Büro unserer Filiale im Herzen von Saarbrücken. Dann kümmere ich mich um die Personalplanung, den Schichtplan, überprüfe das Kassenbuch vom Vortag, kontrolliere verschiedene Kosten sowie die Bestellungen für Küche und Bar“, erzählt sie.

Die junge Frau ist verantwortlich für 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für knapp 200 Gästeplätze im Lokal und für über 100 im Outdoor-Bereich. Während der zirka zwei bis drei Stunden, die die Fachfrau für Systemgastronomie im Büro arbeitet, liest und beantwortet sie jeden Tag zudem etliche Mails. „Es geht dabei um Reservierungswünsche und um Infos zu neuen Aktionen aus unserer Zentrale in München. Es ist wichtig, dass ich als Betriebsleiterin informiert bin und die Ideen aus der Zentrale entsprechend bei uns umsetzen kann. Da geht es zum Beispiel um besondere Cocktailangebote, die Spirituosen oder To-Go-Packs, die wir verkaufen, oder Tagesmottos wie den Food-Monday oder den Taco-Tuesday“, so Mel-Jana Hebel.

Rundgang durchs Lokal

Ein Portrait-Foto von Mel-Jana Hebel.

Mel-Jana Hebel

Foto: privat

Nach der Bürozeit beginnt die junge Betriebsleiterin mit dem Rundgang im Lokal. „Ich kontrolliere, ob was kaputt gegangen ist und ob der Schlussdienst am Abend zuvor alles ordentlich hinterlassen hat“, sagt sie. Später, wenn sich das Lokal mit Gästen füllt, hat sie ein Auge und Ohr darauf, dass die Bar- und Serviceleute nach den hauseigenen Standards arbeiten, etwa dass sie nicht vergessen, die Gäste auf besondere Angebote hinzuweisen.

Normalerweise endet ihr Arbeitstag gegen 21 Uhr. „Ein bis zweimal die Woche arbeite ich ganz normal in einer Kellnerschicht. Das brauche ich zum Ausgleich zum Büroalltag, und der direkte Kontakt zum Kunden macht mir wahnsinnig viel Spaß, deshalb hab ich mich ja für die Gastronomie entscheiden“, sagt die junge Frau, die auch in der Küche und an der Bar aushilft, wenn viel los ist oder Personal überraschend ausfällt.

Eigeninitiative und eigene Ideen

Besonders schätzt sie, dass ihr Arbeitgeber Eigeninitiative gerne sieht und fördert. „So kann ich eigene Ideen einbringen, wie jetzt zum Beispiel zum Saarbrücker Stadtfest. Ich hatte die Idee, einen Cocktail-To-Go draußen an einem Stand anzubieten. Das habe ich mit dem zuständigen Sausalitos-Regionalleiter besprochen und durfte das Angebot dann mit meinem Team umsetzen.“

Neben einer raschen Auffassungsgabe und den betrieblichen und kaufmännischen Kenntnissen findet Mel-Jana Hebel in ihrem Beruf vor allem Menschenkenntnis und Geduld wichtig, um Mitarbeiter gut führen und sich auf unterschiedliche Charaktere einlassen zu können – sowohl die der Angestellten als auch die der Gäste.

Schon immer gerne Gastgeber

Sie selbst arbeitet schon seit längerem in der Gastronomie. Nach dem Abitur 2013 hatte sie sich zuerst überlegt, eine Ausbildung als Industriekauffrau zu machen oder BWL zu studieren. „Erst jobbte ich einfach in verschiedenen Lokalen, dann hat mir das Arbeiten bei Sausalitos in meiner Heimatstadt Siegen so viel Spaß gemacht, dass ich das richtig lernen wollte. Also habe ich dort 2016 meine Ausbildung zur Fachfrau für Systemgastronomie begonnen.“

Als sie dann zum Ende ihrer Ausbildung das Angebot bekam, Betriebsleiterin in einer neueröffneten Bar in Saarbrücken zu werden, hat sie zwei Tage darüber geschlafen und dann zugesagt. „Bereut habe ich das noch keine Minute. Ich hab im Januar dieses Jahres meine Ausbildung in Siegen beendet, wurde aber schon parallel in Saarbrücken eingearbeitet. Dass das so schnell geklappt hat, ist natürlich toll“, freut sie sich.

Junges Publikum macht Spaß

Die junge Fachfrau für Systemgastronomie möchte in nächster Zukunft auf jeden Fall weiter bei Sausalitos bleiben. „Das ist ein modernes Unternehmen mit jungem Publikum, in dem jeder eine Chance bekommt, der will. Das mag ich“, sagt Mel-Jana Hebel. Als Nächstes möchte sie unbedingt den IHK-Ausbilderschein machen, damit sie im Sausalitos in Saarbrücken bald selbst junge Menschen ausbilden kann. Später kann sie sich gut vorstellen, als so genannter „Distrikt Manager“ für mehrere Filialen gleichzeitig Verantwortung zu tragen.

abi>> 29.08.2019