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Beruf zwischen Burger und Buchhaltung

Burger-Patties in Plastik eingepackt.
In der Systemgastronomie geht es um standartisierte Geschäftsstrategien.
Foto: Christof Stache

Fachmann/-frau für Systemgastronomie – Hintergrund

Beruf zwischen Burger und Buchhaltung

Ob in Flensburg oder Garmisch, identische Speisenauswahl im wiedererkennbarem Ambiente: Burger mit Pommes, Fischbrötchen oder Pizza – jeder kennt die Angebote der großen Fast Food-Ketten. Essen außer Haus und Bringdienste boomen und damit die Systemgastronomie. Sie bietet jungen Menschen interessante, berufliche Perspektiven.

Systemgastronomie, das sind nicht nur die Fast-Food-Riesen Burger King, McDonald’s, Nordsee, Pizza Hut und Co., auch Restaurantketten wie Mövenpick, Blockhouse oder Sausalitos sowie regionale Bäckerei-Ketten gehören dazu. Allen gemein ist eine standardisierte Geschäftsstrategie, die von einer übergeordneten Unternehmenszentrale aus entwickelt wird. Das betrifft die angebotenen Speisen genauso wie die Auswahl der Lebensmittelzulieferer oder die Entscheidung über geeignete Werbemaßnahmen. Gut 30 Prozent des Umsatzes in Restaurants, Cafés und Bars werden in Deutschland heute von Systemgastronomen erzielt, so die aktuelle Studie des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA).

Seit den 1990er-Jahren gibt es einen eigens für die Systemgastronomie entwickelten Ausbildungsberuf, den Fachmann bzw. die Fachfrau für Systemgastronomie. 2018 haben sich laut Verband rund 1.500 junge Menschen deutschlandweit für die dreijährige duale Ausbildung, die mit Abitur um ein halbes Jahr verkürzt werden kann, entschieden. „Wie wir von unseren Mitgliedsunternehmern allerdings wissen, wird es immer schwerer, alle vorhandenen Ausbildungsstellen zu besetzen. Selten waren die Chancen auf einen attraktiven Ausbildungsplatz in der Systemgastronomie so gut wie heute“, sagt Sandra Warden, Berufsbildungsexpertin und Geschäftsführerin im DEHOGA Bundesverband.

Mix aus Gastgewerbe und kaufmännischen Aufgaben

Ein Portrait-Foto von Sandra Warden.

Sandra Warden

Foto: privat

Was die Systemgastronomie-Ausbildung von anderen gastgewerblichen Ausbildungsgängen abhebe, sei der reizvolle Mix aus gastronomisch-fachlichen und kaufmännischen Tätigkeiten, sagt sie: „Fachleute für Systemgastronomie sind Gastgeber, Kaufleute und Praktiker mit Organisationstalent zugleich“, fasst Sandra Warden zusammen. In Feldern wie Marketing, Personalwirtschaft und Controlling wird in Betrieb und Berufsschule Know-how vermittelt, das in Inhalt und Niveau mit kaufmännischen Berufen vergleichbar ist.

Wer sich für den Beruf interessiert, sollte unter anderem eine positive, kontaktfreudige Ausstrahlung, rasches Auffassungsvermögen sowie Interesse an betrieblichen und kaufmännischen Zusammenhängen mitbringen, empfiehlt die Expertin. Die Ausbildungsvergütung beträgt je nach Tarifgebiet und Unternehmen im ersten Ausbildungsjahr zwischen 650 und 800 Euro und steigt im letzten Ausbildungsjahr oft auf über 1.000 Euro. Der tarifliche Einstiegslohn für ausgebildete Fachkräfte in der Branche liegt zwischen 1.600 und 2.200 Euro. Viele Unternehmen bezahlen Fachkräfte aber übertariflich und bieten verschiedene Zuschläge. Dazu kommt das Trinkgeld.

Zusätzliche Traineeprogramme und fachliche Ausbildung

Etliche Systemgastronomen ermöglichen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zudem persönliche und fachliche Weiterbildungen über unternehmenseigene Trainee-Programme oder über die Zusammenarbeit mit externen Anbietern wie der DEHOGA-Akademie. Interessant in Sachen Fortbildung sind der IHK-Abschluss zum „Fachwirt im Gastgewerbe“ sowie die von einigen Hotelfachschulen angebotenen, speziellen Systemgastronomie-Module mit dem Abschluss staatlich geprüfter Betriebswirt.

„Die Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten nach der Ausbildung sind ganz hervorragend“, schätzt Sandra Warden ein. „Die Azubis von heute sind die Fachkräfte, Manager und Unternehmensgründer von morgen. Schon bald nach der Ausbildung haben junge Fachkräfte die Chance, in verantwortungsvollen Positionen als Assistent, Schichtleiter oder Store-Manager eingesetzt zu werden. Wie in kaum einer anderen Branche übernehmen Azubis nach ihrer Ausbildung, schnell Verantwortung, entwickeln sich weiter und steigen auf.“

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Weitere Informationen zum Ausbildungsberuf „Fachmann/-frau für Systemgastronomie“ sowie zu verwandten interessanten Ausbildungen findest du im Berufsfeld „Freizeit, Tourismus, Fremdsprachen, Marketing (Dienstleistung)“.

berufsfeld-info.de/planet-beruf

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Fachmann/-frau für Systemgastronomie)

berufenet.arbeitsagentur.de

BERUFE.TV

Das Filmportal der Bundesagentur für Arbeit mit mehr als 300 Filmen über Ausbildungs- und Studienberufe.

berufe.tv

KURSNET

Portal für Aus- und Weiterbildung der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du insbesondere nach schulischen Berufsausbildungen suchen. (Suchwort: Fachmann/-frau für Systemgastronomie)

kursnet-finden.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

www.bibb.de

Deutscher Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA Bundesverband)

www.dehoga-bundesverband.de

www.systemgastronomie-dehoga.de

Bundesverband der Systemgastronomie e.V. (BdS):

www.bundesverband-systemgastronomie.de

Jobbörse für Hotellerie, Gastronomie und Touristik

www.hotelcareer.de

abi>> 29.08.2019