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Begeisterung für den Wald wecken

Försterin und Waldpädagogin Ruth Mattheas schaut mit Schülern im Wald ein Stück Holz an.
Wer krabbelt denn da unterm Holz? Försterin und Waldpädagogin Ruth Mattheas zeigt Kindern im bayerischen Fichtelgebirge, wie der Lebensraum Wald funktioniert.
Foto: Martin Hertel

Försterin

Begeisterung für den Wald wecken

Die 27-jährige Försterin Ruth Mattheas arbeitet im bayerischen Fichtelgebirge im Bereich Waldpädagogik. Sie vermittelt dabei Kindern und Erwachsenen den Lebensraum Wald.

Ob mit Forscherlupen die Bodenlebewesen entdecken, beim Geräusche-Memory bestimmte Waldmaterialien erraten oder einfach die Natur mit allen Sinnen erleben: Bei Försterin und Waldpädagogin Ruth Mattheas lernen Kindergartenkinder, Grundschüler und auch Erwachsene den Wald von Grund auf kennen. „Am wichtigsten ist die Begeisterung für die Sache, alles andere baut darauf auf“, erklärt sie und ergänzt: „Mir macht es großen Spaß, in der Natur zu arbeiten.“

Ihre Stelle ist im öffentlichen Dienst am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bayreuth angesiedelt. Als „Sachbearbeiterin Waldpädagogik“ erfüllt sie den gesetzlichen Bildungsauftrag der Forstverwaltung, vor allem Schulklassen den Lebensraum Wald näherzubringen.

Selbst begreifen statt Theorieunterricht

Porträtbild von Ruth Mattheas

Ruth Mattheas

Foto: Martin Renger

Ruth Mattheas muss in ihrem Beruf viel planen und organisieren und zudem in der Lage sein, bei den Führungen im Wald ihr fundiertes Wissen aus dem Studium des Forstingenieurwesens verständlich und ansprechend zu vermitteln. „Man braucht ein hohes Maß an Flexibilität, weil man sich individuell auf die Gruppe einstellen muss. Wenn die Kinder sehr aufgedreht sind, ändere ich das Programm und baue Aktivitäten mit viel Bewegung ein“, berichtet sie.

Das Ökosystem Wald hat viele Facetten. Besonders die Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit, Naturschutz stehen bei der Försterin regelmäßig auf dem „Stundenplan“: „Im Sommer zeige ich den Kindern zum Beispiel die aktuelle Gefahrenkarte zur Waldbrandgefahr.“ Insgesamt versucht Ruth Mattheas, das Bewusstsein der Teilnehmer für die Bedeutung des Waldes, besonders für uns Menschen, zu erhöhen. „Dabei darf man vor allem Kinder nicht mit zu vielen komplexen Inhalten überfordern. Es bringt viel mehr, wenn sie den Wald selbst begreifen und entdecken können“, betont sie.

„Organisieren liegt mir“

Vor ihrer jetzigen Tätigkeit war Ruth Mattheas am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regensburg angestellt und hat dort die Deutsche Forstvereinstagung organisiert, die 2017 in der bayerischen Stadt stattfand. An fünf Tagen besuchten die rund 1.200 Gäste die bundesweit größte Forsttagung, nahmen an Exkursionen bis nach Tschechien und Österreich teil und lauschten zahlreichen Vorträgen. Neben vielen weiteren Programmpunkten gab es auch einen Staatsempfang. „Solche besonderen Aufgaben mit vielfältigen Herausforderungen bei der Organisation liegen mir. Ich war schon im Studium als Semestersprecherin und in der Fachschaft tätig“, erzählt die 27-Jährige.

Erst Studium, dann Anwärterdienst

Ruth Mattheas stammt aus Kaufering bei Landsberg am Lech in Oberbayern. Schon während ihrer Schulzeit hat sie lange überlegt, was sie später beruflich machen möchte. Nach einigen Praktika in der freien Wirtschaft war ihr klar, dass sie nicht nur drinnen am PC arbeiten könnte: „Ich bin durch die Landwirtschaft meiner Großeltern sehr naturverbunden, war als Kind regelmäßig im Wald unterwegs.“ Daher entschied sie sich nach der fachgebundenen Fachhochschulreife für ein Bachelorstudium des Forstingenieurwesens an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf.

Anschließend bewarb sich Ruth Mattheas für den Anwärterdienst des Freistaats Bayern, um im öffentlichen Dienst zu arbeiten. Den Anwärterdienst absolvierte sie an der Forstschule in Lohr am Main und an zwei Praxisstellen. „Bei der Anwärterzeit steigt man noch tiefer in die Materie ein und bearbeitet selbstständig Projekte bei einem Revierleiter“, berichtet sie. „Wichtig war mir, erfahrene Förster und verschiedene Regionen in Bayern kennenzulernen“, sagt sie. Bei einer Projektarbeit analysierte die damalige Anwärterin einen alten Eichenbestand in der Röhn in Unterfranken. Dabei markierte sie unter anderem Biotop- und Höhlenbäume, die besonders schützenswert sind.

Planung oder Motorsäge?

Aufgrund des Fachkräftemangels im Forst werden derzeit händeringend Revierförster gesucht . Ruth Mattheas rät sowohl Männern, als auch Frauen zu diesem Beruf – „vorausgesetzt sie sind gerne draußen und haben kein Problem damit, auch mal dreckig zu werden. Vor allem der akademische Bereich der Forstwirtschaft ist körperlich nicht anstrengend – da geht es mehr um die Planung und Organisation von Arbeiten im Revier. Ich kenne aber auch Forstwirtinnen, die mit der Motorsäge arbeiten“, erzählt sie.

Ihre berufliche Zukunft sieht die junge Försterin in ihrer aktuellen Stelle im Bereich der Waldpädagogik: „Mir gefällt es hier im Fichtelgebirge sehr gut.“ Dort ist ein Wald-Erlebniszentrum geplant – eine spannende Aufgabe für das naturverbundene Organisationstalent.

abi>> 31.01.2019

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