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Den Wald intensiv studieren und nutzen

Ein Forstarbeiter fällt einen Baum im Wald.
Forstwirte kümmern sich um den Lebensraum Wald und dessen Bewirtschaftung. Das bedeutet, dass sie sich einerseits Gedanken um Neupflanzungen, Fällungen und Co., aber auch den Verkauf von Holz machen.
Foto: Julien Fertl

Forstwirtschaft

Den Wald intensiv studieren und nutzen

Zwischen 6.000 und 7.000 Menschen in Deutschland studieren derzeit Forstwirtschaft. Das ist genau das richtige Studienfach für alle, die sich für Wald, Ökologie und Natur begeistern.

Etwa ein Drittel Deutschlands besteht aus Wald. Das zweitgrößte Ökosystem der Welt erfreut sich in Zeiten des Klimawandels zunehmender Beachtung, gerade von jungen Leuten. Das beobachtet Christian Langfeldt vom Deutschen Forstwirtschaftsrat. Für all jene hat er den passenden Berufsbereich parat: „Den Wald in seiner ganzen Komplexität verstehen, ihn zu pflegen, ihn nachhaltig zu nutzen – das ist die Aufgabe von Forstleuten.“

Er selbst hat zunächst die dreijährige Berufsausbildung zum Forstwirt und anschließend das Studium der Forstwirtschaft absolviert – so kann Christian Langfeldt in beiden Bereichen mitreden: „Der Forstwirt ist der klassische ‚Waldarbeiter‘, der vor allem manuell etwa mit der Motorsäge oder Maschinen im Wald tätig ist. Das ist zum Teil schwere körperliche Arbeit“, betont er. In ihrer Ausbildung haben die Forstwirte auch Grundkenntnisse in der Natur- und Landschaftspflege erhalten. Eine Weiterbildung ist die zum Forstmaschinenführer.

Das Studium der Forstwirtschaft dagegen eröffnet den Zugang zum Beruf des Revierförsters, der auch in der Waldpflege, aber insbesondere übergeordnet in Management und Vertrieb tätig ist. „Es schadet nicht, wenn man erst die Ausbildung macht und danach noch studiert. Das erhöht die Akzeptanz bei den Beschäftigten im Forstbetrieb. Doch es ist nicht unbedingt nötig – man kann nach dem Abitur auch direkt ins Studium einsteigen“, erklärt der Forstexperte.

Wälder und Wildbestände pflegen

Porträtbild von Christian Langfeldt

Christian Langfeldt

Foto: privat

Wer sich für das Studium in Forstwirtschaft interessiert, sollte großes Interesse an Naturwissenschaften mitbringen. In den ersten Semestern werden die Grundlagen in Forstnutzung, Waldwachstum, Waldbau, Holzvermessung, Geologie, Meteorologie, Botanik, Bodenkunde und Standortslehre vermittelt. Auch ökologische Fragen spielen eine Rolle: „Natur- und Artenschutz, Waldschutz, Landschaftspflege und Wildtiermanagement stehen ebenfalls auf dem Stundenplan“, erklärt Christian Langfeldt. Dazu kommen Betriebswirtschaft sowie Arbeitslehre und rechtliche Grundlagen.
„Im Studium lernt man das Ökosystem Wald in seiner gesamten Vielfalt kennen“, sagt er. „Auch die Jagd von Wild ist eine Aufgabe von Forstleuten. Der Jagdschein ist die Grundvoraussetzung für die spätere Tätigkeit als Förster.“ Erwerben kann man diesen bei einer Kreisjägerschaft, an Jagdschulen oder während des Studiums.

Über eines müssen sich die angehenden Förster im Klaren sein: Oft werden sie die Ergebnisse ihrer Arbeit nicht mehr sehen. Werden neue Bäume gepflanzt, kann man diese oft erst nach 80 bis 200 Jahren ernten: „Da sprechen wir von Prozessen, die über Generationen hinweg ablaufen und somit gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels sorgfältig überdacht werden müssen.“

Wirtschaft oder Wissenschaft?

Das Bachelorstudium Forstwirtschaft wird derzeit an fünf Hochschulen in Deutschland angeboten: Eberswalde, Hildesheim, Rottenburg, Erfurt und Freising. Zudem gibt es aufbauende Masterstudiengänge, die drei bis vier Semester dauern. „Das Studium ist sehr praxisorientiert: Man ist oft auf Exkursionen im Wald unterwegs und die Inhalte zielen auf den späteren Revierdienst ab“, beschreibt Christian Langfeldt. Der Revierdienst beschäftigt sich mit Fragen wie: Welche Bäume pflanze ich an welchem Standort? Welche Maßnahmen muss ich als Förster ergreifen, um beispielsweise frisch gepflanzte Bäume vor Wildverbiss zu schützen? Was kann ich gegen den Borkenkäfer tun? Und wie kann ich den gefällten Baum am sinnvollsten vermarkten?

Übrigens: Im Unterschied zur Forstwirtschaft studieren angehende Forstwissenschaftler an Universitäten, pauken mehr Statistik, Betriebswirtschaft und vertiefen das wissenschaftliche Arbeiten. Das Studium bereitet eher auf Führungspositionen in Forstämtern, die Forschung oder die Lehre vor, als auf die Bewirtschaftung von Wäldern.

Verbeamtet, angestellt oder selbstständig

Nach dem Bachelor oder Master folgt für Forstwirtschaft-Absolventen, die sich für eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst interessieren, der einjährige Anwärterdienst, der mit der forstlichen Staatsprüfung abgeschlossen wird. Auch Trainee-Programme werden vermehrt angeboten. Danach ist man im gehobenen Dienst tätig, „verbeamtet wird man allerdings nur in einigen Bundesländern. Die meisten Absolventen sind Angestellte“, sagt der Experte des Deutschen Forstwirtschaftsrats. Angestellte arbeiten etwa in privaten oder kommunalen Forstämtern sowie in staatlichen Forstverwaltungen der Bundesländer. Hochschulabsolventen können sich aber auch als Forstsachverständige und Dienstleister selbstständig machen. Nicht zuletzt kommen Einsätze in Beratungs- und Planungsbüros, in der Holzindustrie, an Hochschulen, in Ministerien sowie bei internationalen Organisationen infrage.

„Gerade im Forstbereich werden viele Fachkräfte gesucht, vor allem in den öffentlichen Verwaltungen, bei forstlichen Dienstleistern, im Umwelt- und Naturschutzbereich sowie in der Umweltbildung“, erklärt Christian Langfeldt. Das Einstiegsgehalt liege bei Bachelorabsolventen der Forstwirtschaft nach dem Anwärterdienst (gemäß dem Tarif im öffentlichen Dienst E9 / E10 beziehungsweise A9 / A10) etwa bei 1600 bis 1900 Euro netto. Gerade in den ersten Jahren steigt es anschließend relativ schnell an.

Mehr Infos

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchworte: z.B. Forstwirtschaft, Revierförster/in)

www.berufenet.arbeitsagentur.de

studienwahl.de

Infoportal der Stiftung für Hochschulzulassung in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit. Hier kannst du im „finder“ nach Studiengängen in ganz Deutschland suchen. (Suchwort: Forstwirtschaft)

www.studienwahl.de

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Informationen zu passenden Studiengängen und -berufen findest du im Teilberufsfeld „Agrar-, Forstwirtschaft, Gartenbau“.

www.berufsfeld-info.de/abi

Deutscher Forstwirtschaftsrat (DFWR)

Der DFWR ist die Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein.

www.dfwr.de

Forstwirtschaft in Deutschland

Infoportal des DFWR

www.forstwirtschaft-in-deutschland.de

Umweltbundesamt

Bietet unter anderem Informationen zum Klimawandel und zur Situation der Wälder in Deutschland

www.umweltbundesamt.de

Netzwerk der Forstunternehmen & Forsttechnik

www.dfuv.eu/aktuelles

Deutscher Forstverein

Die elf Länderforstvereine setzen sich durch forstpolitische Initiativen, Öffentlichkeitsarbeit und Fort- und Weiterbildungsangebote für den Wald und die

Forstwirtschaft in Deutschland ein.

www.forstverein.de

abi>> 31.01.2019

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