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Der Berater im eigenen Haus

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Die Vorgänge im eigenen Unternehmen fest im Blick: Inhouse-Consultants erarbeiten Strategien und fungieren beratend für die einzelnen Firmenbereiche.
Foto: Nicole Schwab

Inhouse-Consultant

Der Berater im eigenen Haus

Als Inhouse-Consultant ist Philipp Eustermann (35) nah dran – sowohl an den Entscheidern im Unternehmen als auch an der Umsetzung von zukunftsweisenden Konzepten.

„Das Inhouse-Consulting ist eine unternehmensinterne Einheit, die unterschiedliche Beratungsdienstleistungen für unsere Geschäftsbereiche anbietet. Wir entwickeln Strategien, erarbeiten neue Geschäftsmodelle und setzen diese auch unternehmensintern um“, erklärt Philipp Eustermann.

„Ein ganz großes aktuelles Thema ist die Digitalisierung. Wo sehen wir mit Blick auf Industrie 4.0 Chancen für unser Unternehmen, wie verändern etwa die neuen technischen Möglichkeiten unsere Produktion und wie wirkt sich das auf unsere Vertriebsmodelle aus?“ Das sind nur einige der Fragen, die sich Philipp Eustermann und seine Kollegen stellen.

Das Unternehmen durch die Zukunft navigieren

Ein Porträt-Foto von Philipp Eustermann

Philipp Eustermann

Foto: privat

Sein Arbeitgeber, die Claas GmbH, ist ein internationaler Landmaschinenkonzern mit Hauptsitz im ostwestfälischen Harsewinkel bei Gütersloh. Das Unternehmen gehört zu den größten Landmaschinenherstellern weltweit. Die Aufgabe des 35-Jährigen besteht darin, das Unternehmen durch die Zukunft zu navigieren: „Inhouse-Consulting ist wie das Führen eines Schiffes, das auch bei stürmischen Wellengang sicher vorankommen muss. Wir schauen uns die eigene Ausrichtung an: Wohin wollen wir wachsen, welche neuen Produkte können wir entwickeln? Ankerpunkte bilden strategische Leitlinien, die vom Topmanagement vorgegeben werden.“

Philipp Eustermann ist seit dreieinhalb Jahren bei Claas und leitet mittlerweile die Sparte „Mergers & Acquisitions“, ein Sammelbegriff für den Kauf beziehungsweise Verkauf von Unternehmen oder Firmenanteilen. Ein Beispiel aus dem Bereich Digitalisierung: Claas produziert selbstfahrende Erntemaschinen. Um das notwendige IT-Know-how für diese voll vernetzten Technologien ins Unternehmen zu holen, kaufte der Konzern Spezialfirmen ein. Ein junges Start-up entwickelte zum Beispiel eine Reifendruckregleranlage, die den Reifendruck eines Traktors an die Fahrbedingungen anpasst: Auf dem Feld wird der Druck abgesenkt, auf der Straße erhöht.

Menschen für Projekte begeistern

Philipp Eustermann betreut in der Regel mehrere Projekte parallel, entsprechend straff ist sein Tagesprogramm: Er erarbeitet Markt-, Struktur- und Prozessanalysen, interpretiert die Daten und organisiert entsprechend Projekte: „Unsere Beraterteams sind in der Regel gemischt und stellen sich aus internen und externen Beratern sowie natürlich aus Experten mit landwirtschaftlichem Hintergrund aus unserem Haus zusammen“, sagt er.

Die interne Kommunikation ist dabei extrem wichtig: „Man muss die Menschen für die Projekte begeistern können“, erklärt er. „Außerdem müssen die Berater in der Lage sein, komplexe Sachverhalte prägnant und verständlich vorzutragen.“ Im Gegensatz zu externen Beratern, die nur für einen begrenzten Zeitraum in einem Unternehmen verweilen, müssen Inhouse-Berater auch wissen, wer im Unternehmen welche Interessen verfolgt.

Beste Voraussetzungen für den Traumjob

Philipp Eustermanns Vita bereitete ihn ideal auf seine heutige Position vor: Studium der Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Corporate Finance und Accounting an der Universität Bayreuth. Sehr gute Noten, aber auch das gute Abschneiden in einem studentischen Wettbewerb waren sein Türöffner für ein Praktikum bei KPMG, einem Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, wo er später als Berater im Bereich Transaktionen tätig war. Berufsbegleitend konnte er dort seine Promotion umsetzen. Hinzu kamen ein Praktikum und Studium in den USA.

Mit seinem finanzmathematischen Hintergrund und den Praktika hat er sowohl die Seite der Wirtschaftsprüfung als auch die der Beratung kennengelernt: „Das ist eine gute Vorbereitung, um als In-House-Berater in ein Unternehmen zu wechseln. Das Attraktive daran ist für mich, dass ich näher an den Entscheidungen und den Umsetzungen dran bin.“

abi>> 19.02.2018