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Die Verpackung der Zukunft

Eine junge Frau während einer Präsentaion
Innovationsmanager halten Unternehmen über technische Fortschritte auf dem Laufenden.
Foto: Christof Stache

Innovationsmanager

Die Verpackung der Zukunft

Damit Unternehmen den Anschluss an neue Technologien nicht verpassen, beschäftigen sie Innovationsmanager wie Timo Kalefe. Der 28-Jährige behält für den Technologiekonzern Voith in Heidenheim die weltweite Forschung und Entwicklung im Auge und analysiert, ob neue Erkenntnisse wirtschaftlich interessant werden könnten.

„Wir setzen uns zurzeit intensiv mit der Frage auseinander, wie die Verpackung der Zukunft aussehen muss und welche Technologien dafür erforderlich sind“, sagt Timo Kalefe mit Blick auf den immer weiter zunehmenden Online-Handel. „Für uns sind etwa künftige umweltfreundliche Papierverpackungen interessant, die Eigenschaften besitzen, die heute Plastikverpackungen zugeschrieben werden“, ergänzt er.

Der 28-Jährige arbeitet seit zwei Jahren als Innovationsmanager bei Voith. Im Konzernbereich „Paper“ produziert das Unternehmen unter anderem Anlagen zur Herstellung von Papier. „Der Verpackungsbereich ist aktuell der größte und relevanteste Markt für die Papierindustrie“, erklärt er und kommt zur Kernaufgabe seines Berufs: Neue Trend- und Technologieentwicklungen aufspüren, sie auf Anwendungsmöglichkeiten in der Papierindustrie „abklopfen“ und analysieren, ob sich daraus Geschäftspotenzial für Voith ergibt.

Schnittstelle zwischen Strategie und Entwicklung

Ein Porträt-Foto von Timo Kalefe.

Timo Kalefe

Foto: privat

„Für mich endet das Thema mit der Potenzialanalyse, die eine technologische oder technische Bewertung wie auch eine Darstellung von klassischen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen enthält. Diese präsentiere ich dem Management, das dann entscheidet, ob das Thema weiterverfolgt wird. Wenn ja, übergebe ich das Zepter an die Kollegen in der Entwicklungsabteilung“, erläutert er. Etwa fünf solcher Themen bearbeitet er im Jahr. Derzeit treibt Unternehmen vor allem die Digitalisierung um. „Neue digitale Technologien wie Virtual Reality aber auch neue Fertigungsverfahren wie der 3D-Druck sind disruptive Technologien, die einen Markt komplett verändern können“, führt er aus (disruptive Technologien sind Innovationen, die bestehende Produkte, Dienstleistungen et cetera ersetzen und gegebenenfalls vom Markt verdrängen).

In Timo Kalefes Arbeitsalltag spielt die digitale Vernetzung eine große Rolle. Er nutzt ein Big-Data-Tool, um wissenschaftliche Datenbanken nach neuen Erkenntnissen zu durchforsten. „Wir haben außerdem eine Innovationsplattform eingeführt, auf der alle Mitarbeiter ähnlich wie in den sozialen Netzwerken neue Ideen teilen und gemeinsam diskutieren können“, erzählt er. Den ständigen Austausch hält der Innovationsmanager generell für immens wichtig in seinem Job. „Allein kann man diese Vielfalt an Themen gar nicht greifen. Ich bin auf die Einschätzung von Experten und Anwendern angewiesen“, erklärt er. Er reist deshalb auch regelmäßig zu Konferenzen und hält Vorträge auf Tagungen. „Man kann schon sagen, dass ich ein Netzwerker bin“, bestätigt er und betont, wie wichtig es ist, andere für innovative Themen zu begeistern.

„Ich bin studierter Wirtschaftsingenieur“

Genau diese Begeisterung hat Timo Kalefe schon früh gepackt. Nach dem Abi entschied er sich für ein Wirtschaftsingenieurwesen-Studium mit dem Schwerpunkt Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität Ulm. Erst der Bachelor, dann der Master, wo er einen technischen Schwerpunkt im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen setzte. Seine Abschlussarbeit schrieb er über ein Modell zur Technologievorausschau bei seinem heutigen Arbeitgeber. Nicht nur das hat ihm den Weg in seine jetzige Position geebnet. „Die Kombination aus wirtschaftlicher und technologischer Denkweise ist von Vorteil, wobei man sich in meine Aufgaben auch aus anderen Disziplinen kommend reinarbeiten kann. Ich habe zum Beispiel einen Kollegen, der ist Maschinenbauer, ein anderer ist Wirtschaftsphysiker“, betont er.

Für viel wichtiger als die Fachdisziplin hält er Offenheit, Neugierde, strategisches Denken und den Blick über den Tellerrand. „Der ganzheitliche Blick reizt mich besonders. Ich lerne ungemein viele, unterschiedliche Ansätze kennen und ich blicke in die Zukunft einer ganzen Branche. Das ist spannend“, schildert er begeistert. Für seine eigene Zukunft schwebt ihm eine Managementkarriere mit Führungsverantwortung vor.

abi>> 11.06.2018