Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Fusion nicht ohne Anwalt

Fachanwalt Leon Wolters, rechts, im Gespraech mit einem fiktiven Klienten (Kollege Sebastian Bollinger), links,  aufgenommen in der Kanzlei Beiten Burkhardt in Muenchen, Bayern, am 27. Juni 2016.
Mergers and Acquisitions Specialists – Fachkräfte im Bereich Wirtschaftsrecht – unterstützen Unternehmen etwa bei Übernahmen und Vertragsverhandlungen.
Foto: Christof Stache

Mergers-and-Acquisitions-Specialist

Fusion nicht ohne Anwalt

Ob Übernahme, Verkauf oder Aktienplatzierung – Unternehmen brauchen Anwälte wie etwa Carolin Schlütter, die sie in Rechtsfragen beraten. Die 28-Jährige betreut seit über einem Jahr in der international tätigen Wirtschaftskanzlei ARQIS Transaktionen von Unternehmen.

Wenn ein Tiernahrungsproduzent an einen internationalen Lebensmittelkonzern verkauft wird, ein Süßwarenhersteller ein Unternehmen für Dragees erwirbt oder ein Reiseveranstalter eine Online-Plattform kauft, sind hinter den Kulissen Spezialisten gefragt. Viele denken dabei in erster Linie an betriebswirtschaftliche Berater, die das Für und Wider derartiger Transaktionen abwägen – unverzichtbar bei solchen Übernahmen sind aber auch Anwälte, die sich mit den jeweiligen Rechtsfragen auskennen.

Eine Spezialistin für solche Aufgaben ist Carolin Schlütter. Die 28-Jährige Juristin ist eine von rund 45 Anwälten der Wirtschaftskanzlei ARQIS mit Standorten in Düsseldorf, München und Tokio. Die Gesellschaft berät Unternehmen im In- und Ausland zu den Kernfragen des deutschen und japanischen Wirtschaftsrechts.

Hohes Arbeitspensum

Ein Porträt-Foto von Carolin Schlütter

Carolin Schlütter

Foto: privat

Anders als in Kanzleien, die sich klassisch mit Familien-, Erb- oder Strafrecht befassen, und in denen die Rechtsanwälte viel Zeit vor Gericht verbringen, besteht Carolin Schlütters Berufsalltag, die in der Düsseldorfer Kanzlei tätig ist, vor allem aus Schreibtischarbeit und Vertragsverhandlungen: Da gibt es zum Beispiel die sogenannte ,Due Diligence'-Prüfung. Plant ein Unternehmen den Kauf eines anderen Unternehmens, muss das Kaufobjekt zuvor auf Herz und Nieren geprüft werden. Alle Unterlagen müssen akribisch und sorgfältig gesichtet und ausgewertet werden, um mögliche Risiken zu identifizieren und um einen Kaufpreis festlegen zu können. Das ist vor allem Fleißarbeit“, erzählt Carolin Schlütter.

Diese sehr aufwendigen Prüfungen werden ebenso im Team durchgeführt wie etwa Vertragsprüfungen oder der Abschluss einer Transaktion. „Um solche komplexen Deals abwickeln zu können, spielt das Projektmanagement eine große Rolle“, erklärt die Anwältin. ARQIS stellt Teams zusammen; diese koordinieren alle am Projekt beteiligten Berater, sorgen für eine reibungslose Kommunikation und stehen zudem dem Kunden mit Rat und Tat zur Seite: „Da gibt es viele Absprachen und viel zu organisieren“, erklärt die 28-Jährige. Ebenso wie in Unternehmensberatungen ist das Arbeitspensum in vielen Kanzleien hoch: „Das hängt natürlich von der Projektphase ab. Es gibt Spitzenzeiten, aber auch entsprechend ruhigere Phasen“, sagt sie. Letztere nutzt sie dann, um etwa Vorträge oder Fachartikel zu verfassen.

Neben Spezialwissen, etwa im Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Arbeitsrecht, Kartell- oder Steuerrecht, müssen die Anwälte vor allem auch wirtschaftliches Denken mitbringen: „Juristisch sind oft mehrere Wege möglich. Um aber die für den Mandanten beste Option zu erkennen, muss man auch die wirtschaftlichen Folgen abschätzen können“, erklärt Carolin Schlütter.

Fokussierung im Studium

Ihr Interesse an wirtschaftlichen Themen hat sich im Laufe ihres Jurastudiums entwickelt. An der Universität Münster besuchte sie im fünften und sechsten Semester Veranstaltungen in Wirtschaftsrecht und sammelte Praxiserfahrungen in Wirtschaftskanzleien.

Was sie schnell gemerkt hat: Wer in einer Wirtschaftskanzlei Fuß fassen will, braucht verhandlungssichere Englischkenntnisse: „Da ich das unbedingt vertiefen wollte, habe ich mich statt für eine Promotion für einen internationalen Master entschieden und in Maastricht International Economic Law studiert. In den Wirtschaftskanzleien ist ein Master of Laws (LL.M.) oder eine Promotion generell gerne gesehen“, merkt Carolin Schlütter an.

abi>> 19.02.2018