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Risiken einschätzen

Ein junger Mann mit Schutzanzug und Feuerwehrausrüstung löscht einen Brand.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Feuer ausbricht? Underwriter kalkulieren für Versicherungsmakler verschiedene Risiken.
Foto: Thorsten Helmerichs

Underwriter

Risiken einschätzen

Will ein Unternehmen zum Beispiel eine Lagerhalle gegen Brandschäden versichern, kommt Fabian Madré ins Spiel. Der 24-jährige Underwriter beurteilt im Auftrag der Zurich Versicherungsgruppe das Risiko für die Versicherung und entscheidet, ob der Unternehmer eine Police bekommt.

„E in Underwriter prüft und analysiert die Risiken, die ein Versicherungsmakler an ihn heranträgt“, fasst Fabian Madré Aufgaben dieses speziellen Versicherungsberufes zusammen. Der 24-Jährige ist vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen zuständig, die bei seinem Arbeitgeber eine Sachversicherung abschließen wollen – also zum Beispiel eine Gebäudeversicherung, eine Feuerversicherung, eine Leitungswasserversicherung oder eine Versicherung gegen Elementarschäden durch Sturm, Hochwasser, Hagel oder Ähnliches. „Zur Prüfung des Risikos schaue ich mir zum einen Unterlagen wie Fotos oder Pläne des zu versichernden Gebäudes an“, sagt Fabian Madré. „Zum anderen fahre ich für Besichtigungen auch zu den Produktionsbetrieben, um zum Beispiel die Brandschutzmaßnahmen zu überprüfen. Jedes Objekt ist anders und muss individuell betrachtet werden.“

Ein Porträt-Foto von Fabian Madré

Fabian Madré

Foto: privat

Kann der Underwriter das Risiko einschätzen, berechnet er mithilfe von Preiskalkulationen aus der Abteilung der Versicherungsmathematiker die individuelle Prämie für die Sachversicherung. Stellt er jedoch fest, dass das Risiko eines Schadens zu hoch ist, kann er es auch ablehnen, das Objekt zu versichern. „In Verhandlungen mit dem Makler lege ich schließlich den finalen Preis und die Konditionen fest und zeichne das Risiko – das heißt, wir versichern, dass wir im Unglücksfall für den Schaden aufkommen.“

Auf dem Laufenden bleiben

Eine weitere Aufgabe des Underwriters ist das Portfoliomanagement: Er muss seinen Kundenstamm im Auge behalten und immer wieder überprüfen, ob zum Beispiel die Versicherungssummen noch passen, ob sich die Risiken verändert haben oder in der Vergangenheit vielleicht zu viele Schäden eingetreten sind. Um die Sachversicherungssparte noch besser kennenzulernen und später größere Projekte mit höheren Versicherungssummen übernehmen zu können, ist er derzeit auch noch in der Produktentwicklung tätig.

Die Grundlagen für seine heutige Tätigkeit hat Fabian Madré schon während seines dualen Studiums des Versicherungswesens an der Fachhochschule Köln gelegt. Die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen mit der Fachrichtung Versicherung absolvierte er bei der Zurich Gruppe, wo er auf eigenen Wunsch hin bereits im Underwriting eingesetzt wurde. Nach seinem Abschluss 2014 blieb er dem Unternehmen treu und ist seither als Produktentwickler und Underwriter tätig. Um sich das nötige Know-how für die technischen Prüfungen anzueignen, besuchte er gezielt Schulungen.

Analytisches Denkvermögen und Flexibilität

In seinen Augen müssen Underwriter in erster Linie analytisch denken können und sich gern auf neue Themen einlassen, schließlich sei jedes Risiko einzigartig und müsse separat betrachtet werden. „Für die Besichtigungstermine muss man zudem flexibel sein und eine gute Auffassungsgabe haben“, ist Fabian Madré überzeugt.

Er selbst will in den kommenden Monaten seine fachlichen Kenntnisse weiter ausbauen und noch tiefer ins Underwriting einsteigen. „Mich reizen die unterschiedlichen Arten von Risiken – vom Produktionsgebäude bis zur Lagerhalle – und dass ich als Underwriter selbstständig Entscheidungen treffen kann“, erklärt er. Er freut sich schon darauf, bald größere Projekte zu übernehmen.

abi>> 29.07.2016