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Extrem jung und extrem erfolgreich

Philipp Riederle hält einen Vortrag vor einer Leinwand
Der junge Unternehmer Philipp Riederle hielt seinen Erfolg lange Zeit vor seinen Mitschülern geheim.
Foto: Thomas Züger

Unternehmer

Extrem jung und extrem erfolgreich

Mit 13 hat Philipp Riederle seinen Podcast gestartet, mit 15 gründete er sein eigenes Unternehmen. Heute ist der 24-Jährige als Unternehmensberater und Vortragsredner gefragt und wird gerne von Konzernen und Medien eingeladen, um über seine Generation – die Digital Natives – zu sprechen.

Als Kind wollte Philipp Riederle unbedingt Elektroingenieur werden. „Ich habe damals viel Zeit mit meinem Großvater verbracht, der Elektromeister war und in mir sehr früh meine Begeisterung für Technik geweckt hat“, berichtet der 24-Jährige. Noch bevor das erste iPhone in Deutschland auf den Markt kam, überredete der damals 13-Jährige seine Eltern, eines der begehrten Geräte aus den USA zu importieren. „Damit es hier funktionierte, musste ich es hacken. Wie das geht, habe ich im Internet recherchiert.“ Weil er dachte, dass das auch andere interessieren könnte, nahm er einen Video-Podcast auf, in dem er sein Wissen weitergab und den er auf einer selbstprogrammierten Homepage hochlud. „Mein iPhone und Ich…“ wurde so erfolgreich, dass er bis 2013 über 180 Folgen produzierte.

Heute ist Philipp Riederle erfolgreicher Unternehmensberater und Vortragsredner. Die Liste seiner Kunden reicht von Audi bis Siemens. Regelmäßig wird er von TV- und Radiosendern eingeladen, gibt Zeitungsinterviews und ist seit 2018 Mitglied im Beirat „Digitale Wirtschaft“ des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. Gleichzeitig studiert er seit 2015 Soziologie, Politik und Ökonomie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Unternehmer mit 15

Ein Porträt-Foto von Philipp Riederle

Philipp Riederle

Foto: Christian Kaufmann

Bereits vor neun Jahren, im April 2010, gründete er sein eigenes Medienproduktionsunternehmen. „Jedes Mal, wenn ich damals ein neues Video hochlud, brach der Server meines Internetanbieters wegen des großen Ansturms zusammen. Weil der Anbieter mir schließlich kündigte und um die Traffic-Kosten zu refinanzieren, dachte ich, wäre es an der Zeit, das Ganze zu monetarisieren.“ Zeitgleich interessierten sich immer mehr Unternehmen für ihn und sein Wissen als Digital Native und buchten ihn für Vorträge und Beratungen, in denen er über die Arbeitsweise und das Konsumverhalten seiner Generation sprach.

So jung schon so erfolgreich – wie gelingt das? „Natürlich gehört Glück dazu. Aber vor allem sind harte Arbeit und Disziplin notwendig.“ Seinen Weg hat er mit der Zeit immer bewusster verfolgt. „Ein Jahr vor dem Abi habe ich überlegt: Wie geht es danach weiter?“ Er entschied sich, seine Karriere weiter auszubauen und veröffentlichte 2013 sein erstes Buch, das es gleich auf die Spiegel-Bestsellerliste schaffte. 2017 erschien der Nachfolger, in dem er sich damit beschäftigt, welche Anforderungen die digitale Generation an die Arbeitswelt stellt. „Für mich ist es wichtig, mich permanent weiterzuentwickeln, immer dazuzulernen. Aber natürlich brauche ich auch mal eine Pause.“ Nicht selten ist er zwei Wochen am Stück unterwegs, kommt häufig nur am Wochenende in seine Wohnung in Friedrichshafen. „Zuhause sein, mal selbst was kochen, Freunde treffen – das brauche ich, um die Akkus aufzuladen.“ Gerade ist er zu einer zweimonatigen Forschungsreise nach Asien aufgebrochen, um sich mit Unternehmen vor Ort über ihre Digital-Strategien auszutauschen.

„Ich wollte nicht, dass Mitschüler mich mit meinem Erfolg aufziehen“

Während Philipp Riederle ein gefragter Gast in Talkshows und bei Unternehmen ist, hängt er seinen Erfolg privat nicht gerne an die große Glocke. „In der Schule habe ich vor meinen Mitschülern weitestgehend geheim gehalten, was ich so mache, die hatten eine ganz andere Lebensrealität als ich und ich wollte nicht, dass sie mich damit aufziehen. Nur meine engsten Freunde wussten davon.“

Als er mit dem Studium begann, wollte er seinen Job als Unternehmer ebenfalls nicht in den Vordergrund stellen. „Ich wollte Freunde finden, die mit mir Zeit verbringen, weil sie mich mögen und nicht, weil ich ihnen einen Praktikumsplatz besorgen kann.“ Das Geheimhalten gelang ein paar Monate, bis die Unibibliothek sein Buch bewarb und den anderen Studierenden sein Konterfei auf zahlreichen Exemplaren entgegenstrahlte. „Mittlerweile komme ich aber in ein Alter, in dem auch meine Kommilitonen erste berufliche Schritte machen, ich bin kein Exot mehr. Seitdem gehe ich offener damit um.“

abi>> 26.08.2019

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