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"Die Welt ein bisschen besser machen"

Ein junger Mann studiert einen Projektplan.
Innenarchitekten achten besonders darauf, den Anforderungen des Nutzers gerecht zu werden.
Foto: Christof Stache

Angestellte in einem Innenarchitektur-Büro

"Die Welt ein bisschen besser machen"

Nach ihrem Innenarchitektur-Studium arbeitet Helene Smolin (30) in einem Büro für Innenarchitektur und Interior Design in Herford. Ihren Beruf liebt sie nicht nur wegen der freundlichen Atmosphäre im Team, sondern auch wegen den vielen kreativen Möglichkeiten.

Es war eine der ersten Bewerbungen, die Helene Smolin versendete und die ihr direkt die Anstellung verschaffte, die sie sich gewünscht hatte: Seit März 2017 arbeitet die 30-Jährige in einem Büro für Innenarchitektur und Interior Design in Herford. In der Online-Jobbörse des Bunds deutscher Innenarchitekten entdeckte sie das Gesuch von Haverkamp Interior Design. „Manfred Haverkamps Stil fand ich sehr ansprechend. Damit konnte ich mich gleich identifizieren.“ Als funktional, detailliert und zeitgemäß beschreibt sie dessen Entwürfe. „Seine Innenarchitektur schafft Akzente und spiegelt ein Lebensgefühl wider, ohne sich aufzudrängen.“

Zuerst kommt die Funktion

Ein Porträt-Foto von Helene Smolin

Helene Smolin

Foto: Ariane Arndt

Bei Haverkamp arbeitet sie in einem kleinen Team aus insgesamt vier Teil- und Vollzeitkräften plus Chef. Jeder ist an jedem Projekt beteiligt. „Es ist sehr human und freundlich bei uns, das Team funktioniert“, sagt Helene Smolin. Was sich nicht zuletzt daran zeige, dass, obwohl das Büro sehr viel zu tun hat, so gut wie nie Überstunden gemacht werden müssen, weil alles gut getaktet und organisiert ist. Vor Kurzem hat das Team einen großen Auftrag erfolgreich abgeschlossen: Die Mitarbeiter planten und begleiteten den Innenausbau einer Bank, nachdem das Büro den ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen hatte. In vielen Phasen war Helene Smolin beteiligt, unter anderem am Entwurf, den Ausschreibungen und der Kostenverfolgung.

Jede Woche gab es Routinesitzungen, bei denen sich alle am Bau Beteiligten abstimmten – vom Leiter über die Fachplaner bis zu den Technikern. „Wenn etwa der Akustiker eine andere Decke bevorzugt, müssen wir schauen, wie das in unser Konzept passt“, erklärt die 30-Jährige. „Bei unserer Arbeit gilt: Zuerst kommt die Funktion. Und dann schauen wir, dass wir gestalterisch den richtigen Rahmen schaffen, um damit den Anforderungen des Nutzers gerecht zu werden.“

Viel von dem, was sie heute im Büro macht, hat sie erst dort gelernt: „Das Studium hat mir die Grundlagen geliefert, aber vor allem in den ersten Monaten habe ich gemerkt, dass mir die Praxisbezogenheit fehlte.“ Zum Beispiel, wenn es darum ging, den passenden Möbelhersteller zu finden oder Kosten einzuschätzen.

Ein schwieriger Weg

Den Weg zu ihrem Traumberuf beschreibt Helene Smolin rückblickend als „sehr schwierig“: „Ich komme aus einer Arbeiterfamilie, es war nicht selbstverständlich, dass ich studiere.“ Ihrer Mittleren Reifen schloss sich eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme an, doch sie merkte bald, dass sie „mehr erreichen“ und studieren wollte. So absolvierte sie an einem Berufskolleg eine Ausbildung zur gestaltungstechnischen Assistentin und erwarb damit die Fachhochschulreife. 2017 machte sie ihren Master im Studiengang Innenarchitektur-Raumkunst an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe.

Den Titel „Innenarchitektin“ darf sie allerdings nur verwenden, wenn sie sich bei der Landesarchitektenkammer Nordrhein-Westfalen einträgt. Dafür sind unter anderem zwei Jahre Berufspraxis notwendig, und sie muss nachweisen, dass sie bestimmte Planungs- und Ausführungsphasen kennengelernt hat, von denen ihre jetzige Tätigkeit jedoch nicht alle abdeckt. „Ich müsste also nochmal das Büro wechseln“, erklärt die 30-Jährige. Ob sie das tun wird, weiß sie noch nicht. „Vielleicht denke ich in einigen Jahren nochmal darüber nach.“ Schließlich könne sie auch jetzt alles tun, was ihr an dem Beruf gefalle: „Kreativ sein, Räume gestalten, die Visionen von Kunden in stimmigen Entwürfen umsetzen und so die Welt ein bisschen besser machen."

abi>> 03.09.2018

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