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Wegbereiterin der Digitalisierung

Bibliothekar steht vor einem PC
Die Digitalisierung zum eigenen Vorteil nutzen: Mit Hilfe von digitalen Werkzeugen können Archäologen ihre Forschungsdaten virtuell aufbereiten.
Foto: Uwe Niklas

Archäologin goes IT

Wegbereiterin der Digitalisierung

Bereits in ihrem Archäologiestudium hat sich Lisa Klaffki (29) mit den Möglichkeiten der Digitalisierung beschäftigt. An der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel arbeitet sie an einem Projekt, das Geistes- und Kulturwissenschaftler mit digitalen Methoden bei ihrer Forschung unterstützen soll.

Computer und das Internet fand Lisa Klaffki schon während ihrer Schulzeit spannend. „Die Informationstechnologie ist aus dem Alltag und auch aus der Forschung nicht mehr wegzudenken“, sagt die 29-jährige Archäologin. In der Abteilung Neuere Medien und Digitale Bibliothek der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel arbeitet sie derzeit am Projekt DARIAH-DE mit. Es ist der deutsche Beitrag zu einem EU-weiten Projekt, das eine digitale Forschungsinfrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften etablieren will. „Konkret beschäftige ich mich mit digitalen Sammlungen und Werkzeugen, mit deren Hilfe man mit digitalen Forschungsdaten arbeiten, sie sichtbar und auffindbar machen kann.“
Mit ihren Kollegen aus ganz Deutschland tauscht sie Informationen über Mailinglisten, ein Wiki und Telefonkonferenzen aus. „Kommunikation mithilfe von moderner Technik ist ein ganz wesentlicher Bestandteil meines Arbeitsalltags. Außerdem reise ich recht viel, um das Projekt potenziellen Nutzern vorzustellen oder an Workshops und Konferenzen teilzunehmen.“

Vom EDV-Seminar bis zur Archäoinformatik

Ein Porträt-Foto von Lisa Klaffki

Lisa Klaffki

Foto: Kubsda

Ihr frühes Interesse an Informatik legte den Grundstein für ihren Beruf. Bereits im Bachelorstudium an der Universität Mainz nutzte Lisa Klaffki die Möglichkeit, IT-Kenntnisse zu erwerben. „Es gab ein Seminar ‚EDV in der Archäologie‘, in dem wir gelernt haben, welche Computerprogramme für Archäologen wichtig und hilfreich sein können – etwa für Pläne oder Visualisierungen“, erzählt sie.

Während ihres Masterstudiums in Köln belegte sie dann Kurse in Archäoinformatik. „Damit ist der Anwendungsbereich von IT-Werkzeugen und Software in der Archäologie gemeint. Da ging es beispielsweise um Datenbanken oder Kartierung, Geodaten und deren Verarbeitung im Internet oder um die digitale Präsentation, Publikation und Archivierung archäologischer Daten.“ Parallel erwarb sie ein IT-Zertifikat, das sich explizit an Geisteswissenschaftler richtet und IT-Inhalte vermittelt, um gut für das Berufsleben gerüstet zu sein. „Hier lernte ich unter anderem, wie Computer und Betriebssysteme funktionieren und wie Daten über das Netz kommuniziert werden. Aber wir haben auch ganz praktisch erfahren, wie man mit HTML, CSS und JavaScript eine Homepage baut“, erzählt die Archäologin. „Es sorgte in jedem Fall dafür, dass ich die Berührungsangst verlor und mich jetzt viel eher traue, einfach mal ein neues Programm zu schreiben.“

Verstehen, was die Nutzer wollen

Von ihrem Vorwissen aus dem Studium profitiert sie heute an verschiedenen Stellen: „Direkt zu Beginn haben wir die Webseite von DARIAH-DE umgestaltet, da konnte ich meine HTML- und CSS-Kenntnisse einsetzen. Wir haben auch Programmierer im Team und es erleichtert die Zusammenarbeit ungemein, wenn ich grundlegend verstehe, was sie meinen und umgekehrt. Generell ist ein guter Überblick über die aktuelle Digital-Humanities-Landschaft, ihre Methoden und Anforderungen wichtig, damit ich verstehe, was potenzielle Nutzer überhaupt machen wollen.“ Dafür ist ihr geisteswissenschaftlicher Hintergrund entscheidend, um die zugrunde liegenden Forschungsfragen zu verstehen und anderen Forschern den Einstieg zu erleichtern, die sich bisher wenig bis gar nicht mit digitalen Methoden und Werkzeugen beschäftigt haben.

Lisa Klaffki ist sich sicher: Die digitalen Geisteswissenschaften werden sich weiter verbreiten. „Und sie werden neue Methoden entwickeln, um die bestehenden, ‚analogen‘ zu ergänzen und so die Forschung zu bereichern. Dabei können neue Erkenntnisse erlangt werden, aber auch Ergebnisse anschaulicher oder besser zugänglich gemacht werden.“ Es geht unter anderem um frei zugängliche Daten und die Digitalisierung von Kulturgut. „Hier spielen Bibliotheken eine wichtige Rolle, da sie die Inhalte haben, die die Wissenschaft interessieren. Daher ist die Digitalisierung und damit die Bereitstellung von Material für die digitalen Werkzeuge eine wichtige zukünftige Aufgabe der Bibliotheken.“

abi>> 31.07.2017