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"Man kann nicht genug Sprachen sprechen"

Verschiedene Wörterbücher auf einem Stapel
Französisch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch spricht Lisa Louis schon: Jetzt lernt die Auslandskorrespondentin auch noch Chinesisch.
Foto: Martin Rehm

Auslandskorrespondentin

"Man kann nicht genug Sprachen sprechen"

Lisa Louis (34) ist ein Allroundtalent: Von Paris aus arbeitet die Auslandskorrespondentin fürs Fernsehen, produziert Hörfunkbeiträge und schreibt Artikel für die Print- und Onlineausgaben von Zeitungen und Magazinen.

Für deutsche, englische und französische Medien berichtet Lisa Louis über politische Ereignisse und wirtschaftliche Entwicklungen in Frankreich, auch Umweltthemen gehören zu ihrem Repertoire. Dementsprechend abwechslungsreich ist ihr Arbeitsalltag: „Mal erkläre ich im Radio, wie die Franzosen auf das neue Überwachungsgesetz reagieren, dann berichte ich über einen Kochkurs, bei dem man Französisch lernen kann“, erzählt die 34-Jährige, die in Paris lebt und arbeitet.

Ein Porträt-Foto von Lisa Louis

Lisa Louis

Foto: Privat

Für ihre Arbeit sind hervorragende Fremdsprachenkenntnisse unverzichtbar. Neben Französisch und Englisch spricht die Journalistin fließend Spanisch und Portugiesisch und führt in diesen Sprachen auch Interviews. „Gespräche in der Muttersprache des Interviewpartners sind meist viel ergiebiger. Viele Menschen empfangen einen ganz anders, wenn man ihre Sprache spricht“, ist ihre Erfahrung. In ihrer Freizeit lernt sie gerade Chinesisch. „Ich finde, man kann nicht genug Sprachen sprechen. Eine Sprache ist für mich nicht nur eine Verständigungsweise, sondern eröffnet mir den Blick in die Kultur eines Landes.“

Aktuelle Geschehnisse einordnen und analysieren

In der Schule war Französisch ihre dritte Fremdsprache, später belegte Lisa Louis den Leistungskurs Französisch. Während ihres Grundstudiums in Betriebswirtschaftslehre an der Uni Passau wählte sie als Kulturschwerpunkt Frankreich und besuchte Kurse in Wirtschaftsfranzösisch. „Ich habe immer viele Bücher auf Französisch gelesen, französisches Radio gehört und Fernsehen geschaut und dadurch viel gelernt“, sagt sie.

Heute arbeitet sie als freiberufliche Journalistin unter anderem für Fernsehsender wie die britische BBC, produziert Beiträge für das DeutschlandRadio, die Deutsche Welle und den WDR und schreibt für ein britisches Magazin über erneuerbare Energien. „Meine Aufgabe als Korrespondentin ist es in erster Linie, aktuelle Geschehnisse einzuordnen und zu analysieren, welche Auswirkungen ein Ereignis auf das Land hat.“

„Französische Reporter schreiben ganz anders als Deutsche“

Ursprünglich kam die Journalistin für ihr Doppeldiplom in Internationaler Volkswirtschaftslehre nach Paris. Das war 2005. „Ich habe noch einen zweiten Master in Internationaler VWL an der Pariser Sorbonne-Universität drangehängt und geplant, anschließend nach Deutschland zurückkehren. Eine Freundin aus Paris hat damals zu mir gesagt: ‚Eigentlich willst du doch gar nicht zurück!‘ Sie hatte recht.“

Lisa Louis bewarb sich am Centre de formation des journalistes in Paris, einer der angesehensten Journalistenschulen des Landes. Sie bestand den anspruchsvollen Aufnahmetest und lernte zwei Jahre lang, wie Journalismus auf Französisch geht. „Französische Reporter schreiben ganz anders als deutsche. Reine Nachrichtenformate gibt es kaum, viel häufiger kommentiert man als Journalist das, worüber man schreibt. Auch Aufbau und Struktur der Texte sind anders.“

Erste journalistische Erfahrung sammelte Lisa Louis mit 16 Jahren bei einer Lokalzeitung. Während ihres Studiums war sie beim Hochschulradio aktiv und absolvierte zahlreiche Praktika bei Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern. „Ich sehe meine Stärke darin, dass ich Dinge auf den Punkt bringen und klar formulieren kann. Am Anfang war der Wechsel zwischen den verschiedenen Medien manchmal stressig, man muss sich an jeden Kunden anpassen. Aber je öfter man etwas macht, desto routinierter wird man.“

abi>> 15.09.2015