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Kunst auf Großvaters Spuren

Künstlerin malt an einer Wand.
Der Bereich Bildende Kunst umfasst die visuell gestaltenden Künste wie Malerei, Grafik, Architektur oder Bildhauerei.
Foto: Hans-Martin Issler

Bildender Künstler

Kunst auf Großvaters Spuren

Abstrakte Malerei als konkreter Broterwerb: Malwin Faber verdient seinen Lebensunterhalt als selbstständiger Künstler in Hamburg. Professionelle Selbstvermarktung ist für den 27-jährigen Kommunikationsdesigner dabei entscheidend.

Ein wenig liegt Malwin Fabers Begeisterung für Kunst wohl in der Familie. Schließlich arbeitete bereits sein Großvater als Theatermaler. Nun verdient auch der 27-Jährige sein Geld mit der Malerei. Das nötige Rüstzeug vermittelte ihm das Bachelorstudium Kommunikationsdesign an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) Hamburg, in dem es sowohl um Kunst, als auch um Design ging. Dabei beschäftigte sich Malwin Faber mit Malerei auf Leinwand – zunächst figurativ, dann immer abstrakter. Gemeinsam mit Kommilitonen richtete er sich in Hamburg ein Atelier ein und experimentiert seitdem mit verschiedenen Materialien, aus denen er Collagen erstellt. „Ich kaufe Material und Farben ein, ziehe Leinwände auf, beschichte sie, warte, bis sie trocken sind und plane so nach und nach meine Bilder“, erklärt der Künstler seinen Arbeitsablauf. „Meist arbeite ich an mehreren Projekten parallel und erstelle dadurch ganze Serien.“

Viel Zeit in Selbstvermarktung investieren

Ein Porträt-Foto von Malwin Faber

Malwin Faber

Foto: Beatrix Eder

Ist eine Serie fertig, versucht er, sie in Gruppen- oder Einzelausstellungen zu präsentieren. Dazu knüpft er Kontakte mit Galerien, zum Beispiel in Berlin oder in Hamburg. Wenn den Galeristen seine Werke gefallen, laden sie den Künstler zu einer Ausstellung ein. Dort kann Malwin Faber seine Werke auch verkaufen. „Viel Zeit geht für die Selbstvermarktung drauf“, berichtet der Künstler. So hat er sich etwa seine Website selbst eingerichtet und gestaltet auch seine Flyer und Visitenkarten. Darüber hinaus schreibt er Texte über seine Arbeiten und bewirbt sich damit unter anderem für Stipendien und Kunstpreise. Um mit den Galerien in Kontakt zu kommen, muss Malwin Faber viel netzwerken und häufig Eröffnungen anderer Ausstellungen besuchen – auch wenn er bei Fremden eigentlich eher zurückhaltend ist. Aber er weiß, dass dies dazugehört, wenn er mit seiner Arbeit erfolgreich sein will.

„Allein von der Kunst zu leben, ist schwer“, sagt der Bachelorabsolvent, der 2014 seinen Abschluss gemacht hat. Er hofft, dass er sich nach und nach einen Ruf erarbeiten kann, indem er immer mehr Ausstellungen mitgestaltet. Bis dahin arbeitet er nebenbei als freier Grafikdesigner für Agenturen. „Das nimmt mir den Druck, ausschließlich von der Kunst leben zu müssen“, erklärt er. Als Künstler ist Malwin Faber Mitglied in der Künstlersozialkasse (KSK). Diese übernimmt, wie ein fester Arbeitgeber, die Hälfte der Sozialabgaben für die gesetzliche Renten-, Pflege- und Krankenversicherung. Das spart dem Künstler eine Menge Geld. Auch dass er sich die Miete für das Atelier mit einem ehemaligen Kommilitonen teilt, ist sehr praktisch.

Ratschläge? „Jeder muss seinen Weg finden“

Wovor ein Künstler hingegen nicht gefeit ist, sind die vielen Bedenken und Ratschläge von allen Seiten. Auch der 27-Jährige kennt dies: „Das kann zermürbend sein. In der Kunst gibt es nun mal nicht nur eine Wahrheit, sondern jeder muss seinen Weg finden.“
Daher kann Malwin Faber auch keine persönlichen Fähigkeiten nennen, die ein Künstler auf jeden Fall mitbringen sollte: „Dazu gibt es zu viele verschiedene Kunstrichtungen und Laufbahnen.“ Er freut sich, dass seine Eltern ihn in seiner Berufswahl immer unterstützt haben und hinter ihm stehen. Und natürlich, dass er offenbar das Talent seines Großvaters geerbt hat.

abi>> 07.08.2017