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Alle kreativen Fäden in der Hand

Blick auf ein Filmset mit Kameramann, Tonmann, Schauspielern usw.
Tobias Rosen (35) wollte schon immer Geschichten erzählen. Mit einem seiner Filme schaffte er es sogar nach Hollywood und war für einen Oscar nominiert.
Foto: Martin Rehm

Creative Producer

Alle kreativen Fäden in der Hand

Von der Idee bis zum visuellen Erlebnis: Tobias Rosen (35) arbeitet als Creative Producer. Der Oscar-nominierte Absolvent der Hamburg Media School mag es, Geschichten zu erzählen und hinter der Kamera als Strippenzieher die gesamte Produktion eines Filmes zu begleiten.

Als kleiner Junge, bedingt durch den Beruf seines Vaters, verbrachte Tobias Rosen sieben Jahre in Südafrika. Damals hatte er wohl nicht im Traum daran gedacht, dass er etwa drei Jahrzehnte später in Afrika einen Film auf die Beine stellen wird, der es bis nach Hollywood schaffen sollte.

Doch zurück auf Anfang: Nach der Schule studierte Tobias Rosen Schauspiel in München, erhielt in dieser Zeit erste Theaterengagements und wirkte seit 2005 regelmäßig bei Film- und Fernsehproduktionen mit. TV-Serien-Zuschauer dürften ihn insbesondere aus der ARD-Telenovela „Roten Rosen“ kennen, in der er von 2011 bis 2014 in der Rolle des Mick Eckarts mitgespielt hat.

Trotz seiner Erfolge vor der Kamera zog es den gebürtigen Nürnberger immer stärker hinter die Kamera: „Ich wollte selbst Geschichten erzählen und nicht Rollen in den Geschichten anderer spielen.“ Daher fiel 2014 sein Entschluss, Film im Fachbereich Produktion an der Hamburg Media School (HMS) zu studieren, um Creative Producer zu werden. Die HMS ist eine halb-staatliche Kooperation zwischen der Hamburger Behörde für Wissenschaft und Forschung, der Universität Hamburg und der Hochschule für bildende Künste Hamburg.

Verantwortung für Inhalt und Organisation

Ein Porträt-Foto von Tobias Rosen

Tobias Rosen

Foto: privat

Doch was ist ein Creative Producer überhaupt? Er ist Ideengeber, Organisator, Controller und Schnittstellenmanager in einer Person. „Zu meinen Aufgaben gehört zum Beispiel die Besetzung des Teams, also Darsteller, Regie, Ausstattung und Kamera. Mit einem Autor das Drehbuch entwickeln, Genehmigungen einholen, Drehpläne zusammen mit Regie und Produktionsleitung erstellen sowie die Überwachung des Projektes gehören auch dazu.“ Von der inhaltlichen Konzeption über die Durchführung bis zur Fertigstellung – ein Creative Producer begleitet den gesamten Produktionsprozess, teils auch, was die Finanzierung anbelangt. Nicht zu verwechseln ist der Beruf mit dem des Produzenten: Dieser entscheidet, welche Filme mit welchem Budget realisiert werden, und trägt die komplette finanzielle Verantwortung.

Um als Creative Producer erfolgreich zu sein, braucht es aufgrund der vielfältigen Aufgaben ein breit gefächertes Wissen – oder wie es die HMS auf ihrer Homepage ausdrückt: „kommunikationsstarke, juristisch gebildete, künstlerisch versierte und vor allem kaufmännisch verantwortungsvolle Creative Producer“. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass der 35-Jährige diesem Profil entspricht, hat er doch mit seiner Masterarbeit sogar das Oscar-Komitee überzeugen können: Dem Student Academy Award 2017 folgte die Nominierung in der Kategorie „Bester Kurzfilm“ der Hauptpreisverleihung.

Von Hamburg über Afrika nach Hollywood

„Watu Wote – All of us“ lautet der Titel des 23-minütigen Kurzfilms über Terror und Mitmenschlichkeit. Er erzählt die wahre Geschichte einer Christin, die auf einer Busreise an der Grenze zwischen Kenia und Somalia von islamistischen Terroristen überfallen wird. „Mir war schon immer klar, dass ich meine Abschlussarbeit in Afrika drehen will. Auch wenn die Dreharbeiten an den Originalschauplätzen nicht immer einfach waren, ging ein Traum für mich in Erfüllung“, schwärmt der 35-Jährige.

Den „Goldjungen“ mit nach Hause bringen konnten Tobias Rosen und Regisseurin Katja Benrath leider nicht. „Trotzdem war es eine große Ehre und eine Bestätigung, dass ich beruflich den absolut richtigen Weg eingeschlagen habe“, resümiert der Creative Producer. Und es geht direkt weiter: Zuletzt hat er seinen ersten Kinofilm, „ROCCA verändert die Welt“ (Kinostart: März 2019) als Produzent für Relevant Films und Warner Brothers in Co-Produktion realisiert.

abi>> 03.12.2018