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Von der Idee bis zum Game

Ein junger Mann arbeitet am Computer an der Visualisierung von zwei Computerspiel-Figuren mit einem 3D-Programm
Gamedesigner erstellen anhand ihrer Vorstellungen Konzeptskizzen, die später visuell und technisch umgesetzt werden.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Gamedesignerin

Von der Idee bis zum Game

Super Mario und Co. waren für Katharina Meier (30) als Jugendliche der Einstieg in die Welt der Computerspiele. Heute entwickelt sie als Gamedesignerin bei der Upjers GmbH in Bamberg selbst Spiele und hat auch in ihrer Freizeit noch nicht genug davon.

„Ich bin war keine exzessive Spielerin, aber habe durchaus einige Zeit mit meiner Spielekonsole verbracht“, erinnert sich Katharina Meier. Computerspiele waren vor zehn, fünfzehn Jahren noch nicht so verbreitet wie heute, die Hersteller vor allem im Ausland angesiedelt. Deswegen hatte sie die Gamesbranche erst nicht als potenzielles Berufsfeld im Blick. „Irgendetwas mit Medien“ wollte sie aber schon machen. Sie interessierte sich vor allem für Bewegtbild, etwa Fernsehen, und auch der Technik war sie nicht abgeneigt. So entschied sie sich für den Studiengang Medientechnologie an der Technischen Universität Ilmenau.

Konzepte für Computerspiele

Ein Porträt-Foto von Katharina Meier

Katharina Meier

Foto: Claudia Pilz

Der Studiengang deckt unterschiedliche Medienbereiche ab. Katharina Meier beschäftigte sich unter anderem mit Grafikdesign, Videoproduktion und Webdesign. Gegen Ende des Studiums standen auch Computergames auf dem Stundenplan – und ihr Interesse wurde geweckt. Für ein Praktikum ging sie zum Fraunhofer-Institut für digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau. Dort erstellte sie Konzepte für Computerspielgrafiken. Die Arbeit gefiel ihr so gut, dass sie danach als studentische Hilfskraft am IDMT jobbte.

Mit dem Studienabschluss in der Tasche – damals noch ein Diplom – machte sich Katharina Meier dann gezielt auf Stellensuche in der Gamesbranche. Seit über zwei Jahren arbeitet sie nun bei der Upjers GmbH in Bamberg, die sich auf browserbasierte Online-Spiele und Spiele-Apps spezialisiert hat.

Zwischen Design und Programmierung

Als Gamedesignerin konzipiert und begleitet Katharina Meier die Spiele von der Idee bis zur Markteinführung. Die Anregungen holt sie sich aus verschiedenen Quellen: Sie analysiert, was bei den Usern gerade angesagt ist, setzt sich mit aktuellen Games auf dem Markt auseinander oder schaut sich in der Realität um – etwa wenn ein Spiel im Themenfeld „Krankenhaus“ angesiedelt ist.

Findet die Geschäftsführung ihre Idee gut, wird ein Team mit Projektleiter, Grafikern, Informatikern und Gamedesignern zusammengestellt. Die Aufgabe von Katharina Meier ist es, sich zu überlegen, wie das Spiel aufgebaut ist und welche Features, also Aktionsmöglichkeiten, es geben soll: „Bei einem Farm-Spiel ist zum Beispiel ein Gehege mit Hühnern ein Feature. Ich lege fest, wie oft und wann der Spieler etwa die Eier bekommt.“ Mit einem Grafikprogramm erstellt sie dann Konzeptskizzen, sogenannte Mock-ups. Diese werden von ihren Kollegen visuell und technisch umgesetzt. „Ich bin die Schnittstelle zwischen Grafikdesign und Programmierung“, beschreibt die 30-Jährige ihre Funktion.

Mathekenntnisse sind wichtig

Des Weiteren kümmert sie sich um das Balancing und Scoring, die Punktestände im Verlauf des Spiels. Dafür sind gute Mathekenntnisse unabdingbar. Am Ende testet Katharina Meier alles und passt es gegebenenfalls an. Nach dieser Qualitätssicherung geht das neue Spiel – oder das neue Feature für ein bereits existierendes Spiel – online. „Das ist ein besonderer Moment. Die Download-Zahlen und User-Kommentare zeigen mir, wie es draußen ankommt.“

Meist dauert die Entwicklung eines Spiels sechs bis zwölf Monate. Die Gamedesignerin arbeitet in dieser Zeit parallel an mehreren Projekten. Das erfordert Flexibilität und kann manchmal stressig sein. „Die Abwechslung ist aber auch das Schöne an meinem Job“, freut sie sich. Vor allem aber ist sie glücklich, dass es ihr gelungen ist, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Denn nach wie vor macht sie in ihrer Freizeit eines sehr gerne: Computerspiele.

abi>> 30.05.2017