Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Einfach gern „on air“

Zwei Hände bedienen ein Mischpult.
Neben redaktionellen Fähigkeiten und einer angenehmen Stimme sollten Moderatoren auch technisches Geschick mitbringen.
Foto: Martin Rehm

Hörfunkmoderator

Einfach gern „on air“

Ob beim Frühstücken, Zähneputzen oder Autofahren – sie sind immer mit dabei, kennen die neuesten Trends und verbreiten gute Laune: die Radiomoderatoren. Einer von ihnen ist Chris Stegmaier. Der 33-Jährige arbeitet bei den Hörfunksendern Radio 8 und Radio Galaxy in Ansbach und liebt es, die Menschen in Mittelfranken zu unterhalten.

Seit er die Morningshow auf Radio Galaxy moderiert, muss Chris Stegmaier früh raus. Sein Arbeitstag beginnt um 5 Uhr, ab 6 Uhr ist er auf Sendung – on air, wie es beim Radio heißt. Eine Stunde bleibt ihm, um sich vorzubereiten. In dieser Zeit informiert er sich, wo was los ist: in der Welt, in seiner Region, in den sozialen Netzwerken. Die spannendsten Themen bereitet er auf, sodass er sie schnell, originell und kompakt präsentieren kann. Dann geht´s los.

Ob er aufgeregt ist, kurz vor der Sendung? Der Moderator überlegt und erwidert: „Die charmante Antwort wäre: Na klar, es kribbelt jedes Mal! Aber so ist es nicht.“ Stattdessen spricht er von Gewöhnung, zieht einen Vergleich zum Fahrradfahren. Das klingt bei ihm allerdings keineswegs gelangweilt, sondern begeistert. Tatsächlich bezeichnet er das Moderieren als Teil von sich selbst, das er regelrecht vermisst, wenn er es einige Zeit nicht gemacht hat. Bei so viel Leidenschaft überrascht es, dass sich Chris Stegmaier erst relativ spät für seinen Beruf entschieden hat.

Auf Umwegen zum Traumjob

Porträt von Chris Stegmaier

Chris Stegmaier

Foto: privat

Nach der mittleren Reife hat er erst „mal dies, mal jenes“ ausprobiert, eine Ausbildung zum Augenoptiker angefangen und wieder abgebrochen und schließlich die Fachhochschulreife erworben. Zu seinem Studium des „Ressort-Journalismus“ an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Ansbach kam er zufällig: Ein Mitschüler hatte ihn auf den Studiengang aufmerksam gemacht und da Chris Stegmaier schon immer ein Faible für Wörter und Sprache hatte, nahm er das praxisorientierte Bachelor-Studium auf.

Er wählte die Schwerpunkte Politik und Wirtschaft und hatte zunächst das Ziel, Online-Redakteur zu werden. Auf die Idee, das Radio zu seinem Metier zu machen, brachte ihn seine Dozentin während der obligatorischen Sprecherziehung. Es folgten Praktika bei verschiedenen Hörfunksendern und schließlich die Entscheidung, sich beim Radio zum Redakteur ausbilden zu lassen.

Ohne Teamwork geht nichts

Üblicherweise bereitet ein Volontariat auf den Beruf des Redakteurs vor. Da die Ausbildung sehr beliebt ist, sind die wenigen Plätze heiß begehrt. Für Chris Stegmaier lief es gut, er ergatterte eine Stelle in Ansbach in einem Funkhaus, das die beiden Hörfunksender Radio 8 und Radio Galaxy unterhält. In den folgenden zwei Jahren erlernte er das journalistische Handwerk von der Pike auf. Das gefiel ihm so gut, dass er im Anschluss als Moderator bei seinem Ausbildungssender blieb.

Seine Arbeit umfasst jedoch weit mehr als das reine Unterhalten der Zuhörer: „Den Luxus, nur zu moderieren, den gibt´s nicht”, stellt Chris Stegmaier klar. „Ich bin immer auch Redakteur, führe Interviews und schreibe Beiträge.” Die Entwicklung einer Sendung sei Teamwork und Ergebnis einer engen Zusammenarbeit von Programmchef, Redakteuren und Moderatoren. Schließlich gilt es, rund um die Uhr ein ausgewogenes Programm zu senden.

Zwischen Authentizität und Rolle

Nicht nur das Programm insgesamt, auch die einzelnen Sendungen leben von ihrem Wiedererkennungswert. Dieser entsteht in erster Linie durch den Charakter des Moderators – und wird bewusst gestaltet. Für Chris Stegmaier ist das eine der reizvollsten Herausforderungen seines Berufs. „Dabei geht es nicht darum, die private Persönlichkeit eins zu eins zu transportieren, sondern einzelne Eigenschaften herauszuarbeiten und sich hinterm Mikrofon weiterzuentwickeln.”

Die Tatsache, dass er im Studio quasi gegen eine weiße Wand redet, macht es nicht einfacher: „Ich habe keine Ahnung, ob die Zuhörer über meine Witze schmunzeln oder genervt die Augen verdrehen.” Aus den eigenen Reihen kommt aber natürlich schon Feedback. Da braucht man manchmal ein dickes Fell: „Die Branche kann schonungslos sein. Damit muss man umgehen können.” Chris Stegmaier fühlt sich allerdings wohl mit diesem „besonderen Schlag Mensch” und sieht auch seine Zukunft beim Hörfunk. Er liebt seinen Job – so sehr, dass er selbst auf dem Nachhauseweg das Radio aufdreht.

abi>> 20.04.2017