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Zwischen Buchkapiteln, Lehre und Förderanträgen

Blick in ein Bücherregal mit in Leder gebundenen Büchern, auf deren Rücken arabische Schriftzeichen stehen.
Am Islamischen Zentrum der Universität Münster gibt Catharina Rachik Seminare, koordiniert das Erasmusprogramm und promoviert.
Foto: Patricia Leitao

Islamische Theologin

Zwischen Buchkapiteln, Lehre und Förderanträgen

Neben ihrer Promotion übernimmt Catharina Rachik am Islamischen Zentrum der Universität Münster eine Reihe von Aufgaben: Sie gibt Seminare, koordiniert das Erasmusprogramm des Fachbereichs, moderiert Tagungen und wirbt Drittmittel ein. Die 33-Jährige ebnete sich den Weg zu ihrer heutigen Tätigkeit über ein Magisterstudium der Islamischen Theologie.

„Wir organisieren viele Tagungen oder werden zu Veranstaltungen eingeladen“, sagt Catharina Rachik über ihren Arbeitsalltag. „Weil es zur Islamischen Theologie noch nicht viele deutschsprachige wissenschaftliche Texte gibt, ist es wichtig, die Tagungsergebnisse in Tagungsbänden festzuhalten.“ Und genau darum kümmert sich die Theologin seit zwei Jahren im Rahmen einer halben Stelle.

Porträt von Catharina Rachik

Catharina Rachik

Foto: privat

Eine weitere halbe Stelle verwendet sie für ihre Promotion. Das Zentrum erstellt einen historisch-kritischen Korankommentar in deutscher Sprache. Catharina Rachik arbeitet einen Teil des mehrbändigen Werkes als Doktorarbeit aus. Dafür analysiert sie die Geschichte von Moses, der insgesamt 137 Mal und damit häufiger als jede andere Figur im Koran erwähnt wird: „Ich gehe auf den Text selbst ein und untersuche ältere und neuere Interpretationen, die sich mit dem Thema beschäftigen“, erklärt sie. „Ich habe bereits viel relevante Literatur ausgewertet und eine Gliederung verfasst. Aktuell schreibe ich an den Kapiteln.“

Einführungsveranstaltungen halten und das Erasmusprogramm koordinieren

Als Wissenschaftlerin ist sie außerdem in die Lehre eingebunden und unterrichtet unter anderem angehende islamische Religionslehrer im dritten und vierten Semester. Sie gibt eine Einführung in die Koran-Exegese, also in die Deutung der heiligen Schrift, liest mit den Master-Studierenden Originaltexte, die sie gemeinsam in Seminaren übersetzen und analysieren.

Das Zentrum für Islamische Theologie an der Universität Münster ist ein Drittmittelprojekt – der Haushalt für den Fachbereich ist nicht im Etat des Landes oder des Bundes verankert, sondern speist sich aus anderen öffentlichen Forschungsförderungen. Für die Antragstellung, deren Verwaltung sowie für die Zwischen- und Abschlussberichte ist Catharina Rachik zuständig. Außerdem kümmert sie sich um internationale Verträge mit anderen Universitäten und das Erasmusprogramm, wobei sie die Studierenden bei der Kursbelegung berät. Aber auch Veranstaltungsorganisation und die Koordination von Besuchern gehört zur ihren Aufgaben: „Es ist eine Besonderheit an unserem Standort, dass wir auf viele Politiker treffen, die bildungspolitisch tätig sind oder mit Migranten zu tun haben“, erklärt sie.

Drei Semester in Ägypten

An ihre heutige Position gelangte Catharina Rachik über ein Studium der Islamwissenschaften mit den Nebenfächern Zivilrecht und Neueste Geschichte an der Uni Münster. „Wenn man Arabistik oder Islamwissenschaften studiert, muss man Arabisch können“, weiß die Wissenschaftlerin, die selbst drei Semester in Ägypten verbracht hat, wo sie Hocharabisch sprechen, flüssig lesen und besser übersetzen lernte. Zurück in Münster arbeitete sie als Arabisch-Tutorin und als studentische Hilfskraft in der Bibliothek, bis sie ihr Studium mit einem Magister abschloss.

Mindestens bis zum Ende ihrer Promotion wird Catharina Rachik in der Wissenschaft bleiben – vielleicht auch darüber hinaus. Eine Tätigkeit als Professorin kann sie sich jedenfalls sehr gut vorstellen.

abi>> 02.12.2016