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Allrounder hinter der Kamera

Eine junge Frau wechselt das Objektiv ihrer Kamera
Der Beruf hinter der Kamera hat viele Facetten. Auch vor und nach dem Filmdreh gibt es viel für Kameraleute zu tun.
Foto: Thorsten Ulonska

Kameramann/-frau – Hintergrund

Allrounder hinter der Kamera

Kommt ein neuer Film ins Kino, stehen vor allem die Schauspieler und der Regisseur im Vordergrund. Die Kameraleute spielen in der öffentlichen Wahrnehmung hingegen weniger eine Rolle. Dabei sind sie es, die Filmen mit ihrer Bild- und Lichtgestaltung erst ihren individuellen Charakter verleihen.

Ob tagesaktuell berichten, Werbe- und Imagefilme für Unternehmen produzieren oder im Studio Sendungen einleuchten und die Kameraführung bei Live-Sendungen verantworten – der Beruf des/-r Fernsehkameramanns/-frau hat viele Facetten. Frank Trautmann kennt den Berufsalltags eines Kameramanns aus eigener Erfahrung. Seit vielen Jahren ist er festangestellter Chef-Kameramann bei der Fernsehwerft Produktion Berlin und gibt sein Wissen auch als Dozent für Bilddramaturgie an der Freien Universität Berlin weiter. Außerdem ist er Mitglied im Berliner IHK-Prüfungsausschuss für „Mediengestalter Bild und Ton“ und Erster Vorsitzender des Bundesverbands der Fernsehkameraleute e.V. (BVFK).

„Zum Beruf des/-r Fernsehkameramanns/-frau führt heute in der Regel eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton bei Sendeanstalten oder Produktionsfirmen“, erklärt Frank Trautmann. Dort wird neben technischem auch journalistisches Wissen vermittelt – von der Recherche über den Spannungsbogen einer Reportage bis hin zu Fragen des Bild- und Urheberrechts. Danach kann sich noch ein Studium in diesem Bereich anschließen.

Technisch auf dem neuesten Stand bleiben

Ein Porträt-Foto von Frank Trautmann

Frank Trautmann

Foto: Urbschat Berlin

„Da es sich bei unserem Beruf um einen Erfahrungsberuf handelt, folgen in der Regel einige Jahre als Kameraassistent/-in und Junior-Kameramann/-frau“, führt der Experte aus. „Man bleibt ein Lernender – technisch auf dem neuesten Stand zu sein, ist ein Muss. Wer sich stets fortbildet und mit Leidenschaft dabei ist, kommt als Kameramann/-frau aber auch weiter“, so die Einschätzung des BVFK-Vorsitzenden.
Einsatzmöglichkeiten gibt es entweder in Fernsehstudios oder im Bereich News, Features, Reportagen und Dokumentationen. „Gut ist natürlich, wenn man beides kann. Generell sind Kameraleute klassische Freiberufler, die bei TV-Produktionen in der Regel tageweise arbeiten und gebucht werden. Außerhalb des Fernsehens können sie zum Beispiel auch für Werbe- und Imagefilmproduktionen arbeiten“, zählt Frank Trautmann auf.

Gestalterisches Potenzial ausleben

Wer hingegen in der filmisch-künstlerischen Bildgestaltung tätig werden möchte, also zum Beispiel für Kino- oder Fernsehfilme, Dokumentationen oder Musikclips, hat zwei Wege zur Wahl: „Entweder man arbeitet sich über praktische Berufserfahrung als Kameraassistent/-in hoch oder man absolviert ein Studium an einer Film- oder Kunsthochschule, an der man sich dann im Hauptstudium auf den Kamerabereich spezialisieren kann“, erläutert Markus Schott, Mitglied im Berufsverband Kinematografie (BVK). „Meist schließt man diese praxisorientierten Studiengänge mit einem Abschlussfilm ab und muss sich dann als Freiberufler auf dem Markt behaupten. Das bedeutet: „Auch für bereits etablierte gute Kameraleute gibt es keine Sicherheit, dass der nächste Dreh kommt.“

Dennoch sei es ein sehr schöner Beruf. „Man erlebt die Umsetzung seiner Ideen, kann seine Kreativität und sein gestalterisches Potenzial ausleben. Allerdings sind beim Dreh zehn und mehr Arbeitsstunden am Tag die Regel, wohingegen man danach vielleicht wochenlang keinen Auftrag hat. Das muss man wissen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet“, gibt Markus Schott zu bedenken.

Ein Auge für Motiv und Stimmung

Ein Porträt-Foto von Markus Schott

Markus Schott

Foto: Conny Klein

Kinematographen, Bildgestalter oder Director‘s of Photography, wie bildgestaltende oder szenische Kameraleute auch bezeichnet werden, sind Leiter der Technik. Sie arbeiten mit einem Team von zehn bis fünfzehn Mitarbeitern zusammen. Dazu gehören die Kameraassistenten – wobei der erste Assistent beim Dreh für die Bildschärfe und die gesamte Technik verantwortlich ist, während der zweite Assistent in der Regel zuarbeitet und für das Management der Speichermedien zuständig ist. Der Operator übernimmt meist die Führung der zweiten Kamera.

Interessen und Fähigkeiten, die man mitbringen sollte, sind laut Frank Trautmann „technisches Verständnis, Improvisationstalent und eine künstlerisch-kreative Ader“. Markus Schott ergänzt: „Ebenso wichtig sind Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke und ein gutes Auge für Motive und Stimmungen.“ Das Interesse an Kunst- und Filmgeschichte nennen beide Verbandsvertreter als Voraussetzung für ein erfolgreiches Berufsleben.

Weitere Informationen

berufsfeld-info.de

Infoportal der Bundesagentur für Arbeit zu Ausbildung,

Studium und Weiterbildung
www.berufsfeld-info.de

BERUFENET

Das Netzwerk für Berufe der Bundesagentur für Arbeit mit über 3.000 aktuellen Berufsbeschreibungen in Text und Bild. (Suchwort: Kameramann/-frau)
https://berufenet.arbeitsagentur.de

JOBBÖRSE der Bundesagentur für Arbeit

https://jobboerse.arbeitsagentur.de

Bundesverband der Fernsehkameraleute (BVFK)

www.bvfk.tv

Berufsverband Kinematografie (BVK)

www.kinematografie.org/aktuelles/index.php

Cinematographinnen

Netzwerk für deutschsprachige Kamerafrauen
https://cinematographinnen.net

abi>> 24.08.2018