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Allrounder im Museum

Blick in den Austellungsbereich der Nürnberger Spielzeugmuseums.
Welches Thema wäre für eine Ausstellung interessant? Und wie präsentiere ich den Besuchern die Exponate? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Kuratoren.
Foto: Julien Fertl

Kurator

Allrounder im Museum

Von der Ideenfindung bis zur Realisierung – als Museumsleiter und Kurator organisiert Marco Hompes (33) zeitgenössische Kunstausstellungen im Museum Villa Rot in Burgfrieden in Baden-Württemberg.

Der Arbeitsalltag von Marco Hompes gestaltet sich abwechslungsreich: „Morgens checke ich zum Beispiel erst einmal meine E-Mails, dann kommt vielleicht ein Künstler zum Gespräch vorbei oder ich recherchiere Themen für die nächste Ausstellung. Oft bespreche ich mich mit meinen Kolleginnen und Kollegen oder schreibe eine Pressemitteilung – und schon ist der Tag rum“, berichtet der Leiter des Museums Villa Rot.
Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht. „Es kommen jeden Tag neue Überraschungen und auch kleinere oder größere Katastrophen auf mich zu“, sagt er lachend.

Pressetexte schreiben und Ausstellungen organisieren

Ein Porträt-Foto von Marco Hompes.

Marco Hompes

Foto: privat

Welche Aufgaben und Funktionen ein Kurator hat, hängt sehr stark von der Größe des Museums ab. Da die Villa Rot ein kleines Museum ist, übernimmt Marco Hompes mehr Zuständigkeitsbereiche als ein Kurator in einem großen Haus. „Ich kümmere mich unter anderem um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dazu gehört der Kontakt zu Journalisten, das Schreiben von Pressetexten bis hin zur Betreuung von Social-Media-Kanälen“, berichtet er.

Darüber hinaus hält der 33-Jährige Workshops, gibt Führungen, organisiert Ausstellungen, wählt Künstler aus und schließt Leihverträge für Exponate ab. Er hilft selbst beim Aufbau neuer Ausstellungen mit und streicht dafür auch mal Wände. „Also das komplette Programm“, sagt der Kurator schmunzelnd. „Nur putzen muss ich nicht.“

Praktische Erfahrungen sind das A und O

Basis für seine Tätigkeit als Kurator war das Magisterstudium der Kunstwissenschaften an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. „Da das praktische Nebenfach ‚Ausstellungsdesign und kuratorische Praxis‘ zum Studiengang gehörte, konnte ich bereits während des Studiums Ausstellungen organisieren. Außerdem war ich nebenbei auch noch in der Kunstvermittlung tätig und habe kleinere Ausstellungsprojekte betreut“, erzählt Marco Hompes und betont, wie wichtig praktische Erfahrungen seien, um im Berufsleben Fuß fassen zu können.

Nach dem Studium absolvierte er ein zweijähriges Volontariat in einem Museum. Danach arbeitete er zunächst ein Jahr lang freiberuflich bei verschiedenen Projekten mit. „Eine feste Anstellung als Kurator zu finden, war schwierig. Die Stellen sind heiß begehrt“, erzählt er. Seine heutige Stelle verdankt er einem glücklichen Zufall: „Ich habe eine Vertretungsstelle im Museum Ulm bekommen und dort in der Kunstvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Als die Stelle auslief, fragte mich die Leiterin, ob ich nicht ihre ehemalige Position in der Villa Rot übernehmen möchte.“ Diese war gerade wieder frei geworden.

abi>> 25.01.2019