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Wissenschaft im Dialog

Büsten von Philosophen
Philosophen finden in unterschiedlichsten Branchen Beschäftigungsmöglichkeiten.
Foto: Sonja Trabandt

Philosoph

Wissenschaft im Dialog

Nach seinem Studium der Philosophie an der Universität Marburg fand Michael Siegel (31) eine Stelle als Volontär im Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Initiative „Wissenschaft im Dialog“ in Berlin.

Die gemeinnützige Organisation hat sich die Stärkung des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zur Aufgabe gemacht. In der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verfasst der 31-Jährige Pressemitteilungen, Newsletter und Flyertexte. Er formuliert Headlines für Plakate und bespielt diverse digitale Kanäle. Außerdem organisiert er Veranstaltungen rund um die Themen Forschung und Wissenschaft. Bei seinem Volontariat handelt es sich um eine Art Trainee-Programm, das angelehnt ist an die klassischen Zeitungsvolontariate. „Ich besuche auch Volontärskurse an Journalistenschulen. Dort lernen wir alle Arten von Texten kennen, von Bericht bis Reportage, und üben diese auch ein. Dazu kommen Foto- und Interviewtrainings“, berichtet der Philosoph.

Forschung für die Öffentlichkeit

„Das Thema Wissenschaftskommunikation hat mich schon während des Studiums gereizt“, sagt Michael Siegel. Für „Wissenschaft im Dialog“ fährt er zu Kongressen oder Tagungen, stellt dort Projekte vor oder nimmt an Diskussionen teil. „Wir wollen nicht nur über wissenschaftliche Themen informieren, sondern mit Menschen in Dialog treten – auch verstärkt mit Gruppen, die auf den ersten Blick keinen direkten Bezug zur Forschung haben“, erklärt er. An seinem Job gefällt ihm, dass er dabei mit vielen verschiedenen Projekten in Berührung kommt.

Nebenberuflich promovieren

Die Entscheidung für sein Philosophie-Studium traf Michael Siegel ganz bewusst: „Man studiert Philosophie nicht, um später einen bestimmten Beruf auszuüben. Das war bei mir echtes Interesse am Fach“, sagt er. „In der Schule hatte ich Philosophie noch nicht. Aber ich hatte eine Affinität zu den Fächern Deutsch und Religion.“ Auch war er schon immer fasziniert von der Arbeit mit Texten und dem konsequenten Durchdenken eines Sachverhalts. „Klar liest man auch Klassiker von Platon bis Kant, aber es geht nicht darum, später seinen Kant ‚runterzubeten‘, sondern darum, das Begründen und Argumentieren zu lernen“, erklärt er.

Porträt von Michael Siegel

Michael Siegel

Foto: Thuy-Anh Nguyen

Aufgrund einer Neuregelung der Promotionsordnung an der Philipps-Universität Marburg wurde Michael Siegel bereits nach seinem Bachelorabschluss zur Promotion zugelassen. Neben seinem Job arbeitet er daher nun an seiner Promotion. Er forscht zum Thema Normen in der Psychiatrie und zur Frage, wie man zwischen krankem und gesundem Verhalten unterscheiden kann.

Die Augen offen halten

Für die Karriereplanung legt Michael Siegel angehenden Philosophen ans Herz, die Augen offen zu halten und Dinge auszuprobieren. Er selbst arbeitete während seines Studiums als Studentische Hilfskraft, Lehrbeauftragter und in der Pressestelle der Uni. Diese Erfahrungen halfen ihm vermutlich auch bei der Suche nach einer ersten Arbeitsstelle nach seinem Bachelorabschluss. Nachdem er sich bei „Wissenschaft im Dialog“ beworben hatte, wurde er zum Vorstellungsgespräch und anschließend zum Probearbeiten eingeladen. Auf die Zusage packte der Philosoph seine Sachen und zog von Marburg nach Berlin.

Der Wechsel auf seine erste Vollzeitstelle mit Arbeitszeiten von 9 bis 18 Uhr war natürlich mit einer gewissen Umstellung verbunden. „Da treten dann so banale Fragen auf wie: Wann gehe ich zur Post, wenn die um 18 Uhr zumacht?“, erinnert sich Michael Siegel. Ein klarer Vorteil des geregelten Berufslebens liegt für ihn aber darin, dass er abends und am Wochenende nun wirklich frei hat: „Wenn man während des Studiums Hausarbeiten schreibt, hat man theoretisch nie frei.“ Derzeit ist der Doktorand und Volontär sehr zufrieden mit seiner Stelle. Durch seine Promotion öffnen sich ihm weitere Türen an Hochschulen. In den nächsten Jahren sieht er sich dennoch eher im Bereich Kommunikation. „Die Pressestellen in Deutschland werden derzeit nicht kleiner, auch an Universitäten nicht“, beobachtet er.

abi>> 28.03.2019

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