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Der Musiker-Coach

Detailaufnahme einer Gitarre
Popularmusikbeauftragte geben jungen Musikern Starthilfe für ihre Karriere.
Foto: Jessica Braun

Popularmusikbeauftragter

Der Musiker-Coach

Talent allein reicht für eine Musikkarriere meist nicht aus. Mindestens genauso wichtig sind gute Kontakte, fundierte Branchenkenntnisse und gutes Selbstmarketing. Genau hier setzt die Arbeit des Popularmusikbeauftragten Matthias Fischer (30) an. Für den Bezirk Oberbayern steht er Musikern beratend zur Seite.

Seit zwei Jahren ist Matthias Fischer im Bezirk Oberbayern Ansprechpartner für all diejenigen, die als Musiker in der Popmusik durchstarten möchten. „Ich bin jedoch kein Manager, der die großen Auftritte verschafft. Ich berate, gebe Tipps wie man sich als Band oder Sänger gut aufstellen kann.“ Das A und O sei es, sich mit Vermarktung, Networking, organisatorischen Aufgaben sowie Management und Booking auszukennen.

Der wichtigste Teil von Matthias Fischers Arbeit besteht aus individuellen und kostenlosen Beratungsgesprächen mit jungen Musikerinnen und Musikern. Außerdem gibt er mobile Workshops. Dabei beantwortet er zum Beispiel ganz allgemeine Fragen, etwa „Wie vermarktet man sich selbst?“, „Was macht eigentlich die GEMA?“ oder „Was brauchen wir alles für eine Studioaufnahme?“. Manche benötigen auch Hilfe beim Schreiben eines Pressetextes, wieder andere wollen einfach nur Matthias Fischers Meinung zu ihrer Musik hören. „Ich sehe meine Arbeit als eine Art Musik-Coaching. Einige der jungen Musikerinnen und Musiker kommen öfters zu mir – so kann ich sie in ihrem Entwicklungsprozess begleiten“, freut er sich.

„Line up“ zum Kennenlernen

Ein Porträt-Foto von Matthias Fischer

Matthias Fischer

Foto: Privat

Einen mindestens genauso großen Anteil im Arbeitsalltag nimmt die klassische Verwaltungsarbeit ein. Der 30-Jährige organisiert Flyer oder beantwortet Fragen, die per Mail an ihn gestellt werden. Einmal im Jahr veranstaltet er in der Nähe von Pullach (bei München) das Wochenend-Seminar „Line up“, bei dem sich Hobby-Musiker und Profis aus der Musikszene kennenlernen können. An diesem Wochenende referieren Experten zu den Themen Markenbildung, Management einer Band oder Medienrecht. Zusammen mit dem Musiker und Extremsportler Georg Fabry veranstaltete er zudem den „Colorance Day“ in Ingolstadt und München. Bei dieser Veranstaltung können sich junge Musiker zum ersten Mal auf der Bühne beweisen und vor einem größeren Publikum spielen.

Neben dem Umgang mit den Musikern hält Matthias Fischer auch Kontakt zu Kulturreferaten der einzelnen oberbayerischen Landkreise. Dort stellt er seine Arbeit als Popularmusikbeauftragter vor und wirbt für künftige Kooperationen. „Meine Stelle muss noch bekannter werden, auch in der Provinz. Denn so etwas in der Art gab es leider noch nicht, als ich mit der Musik anfing – ich hätte mir so eine Anlaufstelle immer gewünscht.“

Studium, Hospitanz, freie Mitarbeit

Als studierter Diplom-Musiker für Jazz und Popularmusik (Schlagzeug und Klavier) der Musikhochschule Würzburg weiß Matthias Fischer wovon er spricht. Nach dem Diplom schloss er den Masterstudiengang „Musikjournalismus 2.0“ an der Hochschule für Musik und Theater in München an. „Themen wie Vermarktung oder Management kamen im Musikstudium leider viel zu kurz. Ich wollte mehr darüber lernen“, sagt er. Ins Arbeitsleben startete er als Hospitant und freier Mitarbeiter bei „BR Klassik“ im Bayerischen Rundfunk. Per Zufall wurde er schließlich auf die Stellenausschreibung des Bezirks Oberbayern aufmerksam, der einen Popularmusikbeauftragten für den öffentlichen Dienst suchte. „Ich bin kein Beamter“, betont Matthias Fischer. „Außerdem ist diese Stelle ganz neu und eine Art Paradiesvogel im Bezirk Oberbayern. Sie ist auf drei Jahre befristet und endet im Sommer 2016. Wenn die politischen Entscheider von dem, was ich bisher geleistet habe, überzeugt sind, wird die Stelle verlängert.“

Musik als Leidenschaft

Musik gehörte schon immer zu seinem Leben. Und obwohl seine Arbeit als Popularmusikbeauftragter viel Zeit in Anspruch nimmt, ist Matthias Fischer nebenher noch als Musiker in drei musikalischen Projekten tätig. „Ich brauche die Musik als Antrieb. Ich möchte darin nicht nur beratend tätig sein, sondern sie auch aktiv leben. Denn dann kann ich meine Erfahrungen als Musiker auch direkt an andere weitergeben“, ist er überzeugt.

abi>> 26.08.2015