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Die Wirklichkeit hinterfragen

Detailaufnahme der Bibel
Religionswissenschaftler werfen einen analytischen Blick auf die Welt und ihre Religonen.
Foto: Sonja Brüggemann

Religionswissenschaftlerin

Die Wirklichkeit hinterfragen

Als Dozentin an der Uni unterrichten, an der eigenen Doktorarbeit schreiben, Semesterfahrten organisieren und Gebetsgruppen besuchen: Hannah Grünenthal (29) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Religionswissenschaft und Religionspädagogik der Universität Bremen.

Aktuell unterrichtet sie Bachelorstudierende der Religionswissenschaft im vierten Semester. „Gemeinsam erarbeiten wir uns einen analytischen Blick auf die Welt und ihre Religionen. Wichtig ist mir – ganz im Einklang mit dem Studiengang – die Erkenntnis, dass es keine grundsätzlichen Wahrheiten gibt. Wirklichkeit ist also immer eine Art Konstrukt und damit hinterfragbar; genauso wie Religionen auch“, erläutert Hannah Grünenthal.

Die Religionswissenschaftlerin vermittelt nicht nur Wissen, sondern nimmt aus den Seminaren auch Impulse der Studierenden mit. „Ich mag diese Aha-Momente, wenn wir miteinander über einen Text diskutieren und mir selbst plötzlich ganz neue Aspekte daran bewusst werden.“
Die gründliche Vorbereitung der Lehrveranstaltungen gehört zu Hannah Grünenthals Alltag. Dennoch hat sie in der Zeit als Dozentin gelernt, flexibel zu sein: „Was ich den Studierenden vermitteln möchte, überlege ich mir selbstverständlich vor den Seminaren. Aber wenn es dann einmal nicht funktioniert, kann ich den Plan auch beiseitelegen. Spontaneität ist entscheidend.“

Forschung und Lehre

Ein Porträt-Foto von Hannah Grünenthal

Hannah Grünenthal

Foto: Privat

Organisationstalent gehört ebenfalls zu den Grundvoraussetzungen in ihrem Beruf. Schließlich übernimmt Hannah Grünenthal am Institut auch Aufgaben jenseits der Lehre. Unter anderem aktualisiert sie regelmäßig die Institutshomepage. „Ich bin auch an der Planung von Absolventenfeiern und Erstsemesterfahrten beteiligt. Außerdem stelle ich ab und zu interessierten Schülern die Inhalte des Studiums vor und führe sie durch die Räumlichkeiten.“

Die restliche Zeit widmet sich die 29-Jährige der Forschung für ihre Doktorarbeit. „Für mein Promotionsprojekt über die Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche habe ich Gebetsgruppen besucht, Vorträgen zugehört und Interviews geführt“, erläutert sie. Einen besonders starken Eindruck haben bei ihr die Gespräche hinterlassen. „Die Interviews dauern manchmal über zwei Stunden. Sich mit Menschen über ihre Religion und ihren Glauben zu unterhalten, kann eine sehr intensive Erfahrung sein.“

Bei der Vorbereitung der Doktorarbeit steht oft das Hinterfragen im Mittelpunkt. „Natürlich sammelt man zunächst Material, doch das eigentliche Herzstück der Arbeit sind die Auswertung der Daten mithilfe bestimmter Theorien und Methoden sowie die Reflexion.“

Ein Job für die Zukunft?

Hannah Grünenthal absolvierte ein Magisterstudium in Religionswissenschaft, Psychologie und Moderner Indologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Unmittelbar nach dem Abschluss bewarb sie sich für die Promotionsstelle an der Uni Bremen – mit Erfolg. Für die Zukunft kann sie sich gut vorstellen, weiterhin in der Wissenschaft tätig zu sein. In diesem Bereich sind jedoch Projektstellen und befristete Verträge keine Seltenheit. „Sollte sich das in absehbarer Zeit nicht ändern, werde ich mich wohl auch außerhalb der Wissenschaft umsehen müssen“, sagt Hannah Grünenthal. In diesem Fall kämen viele Arbeitsfelder infrage – vom Journalismus über Öffentlichkeitsarbeit bis hin zur Jugend- und Erwachsenenbildung.

abi>> 27.07.2016